# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1864_S302 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 302 Zwei Actenstücke aus der preußisch⸗lutherischen Kirche. II. Auch die Diedrichsche Fraction hat dieses Jahr eine Synode gehalten und beschlossen, eine solche von nun an alljährlich zu halten, auch eine Art Synodalconstitution entworfen, angenommen und veröffentlicht, welche wir unsern Lesern als zweites Actenstück unten mittheilen. Die Synode wurde in Magdeburg am 19.—21. Juli abgehalten, und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der Gemeinde daselbst, welche u. A. von der Synode begehrte, bei dieser Gelegenheit bezüglich auf Wiederbesetzung ihres durch den Tod des Pastor Wolf erledigten Pastorats berathen zu werden. Zugegen waren 7 vom Oberkirchencollegium getrennte Pastoren aus dem preußischen Staat (Pastor Dr. Schröder war durch Unwohlsein zu kommen verhindert): Ehlers, Diedrich, Zöller, Crome, Räthjen, Könnemann und v. Kienbusch, welcher letztere sich erst kurz vor der Synode von dem Oberkirchencoll. getrennt hatte. Außerdem waren noch gekommen Pastor Vollert aus Clodra bei Weide im Großh. Weimar und Pastor Weinel, sowie zwei Candidaten der Theologie, nehmlich Cand. Gädtke (früher Schullehrer) und N. v. Holcken aus den russischen Ostseeprovinzen (Livland), der in Dorpat sein theol. Examen machte, nachdem derselbe zuvor die Rechte studirt hatte. Auch Pastor Witte war gegenwärtig, sowie der Prediger v. Haugwitz, welch letzterer an der Synode Theil nahm. Endlich war eine Anzahl von etwa 20 Gemeinde⸗Gliedern, theils der Gemeinde Magdeburg, theils anderen Gemeinden angehörig, eins aus Hamburg, zugegen. Ehlers macht hierzu die Bemerkung: „So haben wir diese Synode gehalten, daß allen erwachsenen männlichen Gliedern unsrer Gemeinen der Zutritt offen stand und ein Jeder seine Meinung frei aussprechen durfte. Denn so, meinen wir, ist es recht nach dem Vorbilde der Synode zu Jerusalem, davon uns Ap. Gesch. 15. erzählt wird. Denn da kamen auch die Apostel und Aeltesten zusammen, die streitige Frage zu besehen; aber diese waren nicht allein versammelt, sondern es waren auch andere Gemeineglieder gegenwärtig, wie dies der Eingang des Schreibens lehrt, welches die Synode erließ: Wir die Apostel und Aeltesten und Brüder. Und zuvor heißt es: Und es däuchte gut die Apostel und Aeltesten, sammt der ganzen Gemeine. Denn wie es recht ist, daß die Pastoren als die Hirten der Gemeinen auch auf den Synoden die Leitung haben, so soll aber der Geist in keinem Gliede der Gemeine gedämpft werden, sondern ein jedes Glied frei reden und zeugen dürfen was Allen frommt.“ Zur synodalen Geschäftsleitung wurden zwei Senioren, nehmlich Past. Ehlers und Diedrich, erwählt, letzterer fungirte als Präses. Ehlers berichtet auch vom ersten Tage: „Zuerst wurde vom Past. Vollert ein Schreiben des Vorstehers seiner Gemeine Herrn Merz (eines Rechtsgelehrten) an die Synode vorgelesen, worin dieser ihm eigenthümliche Grundsätze über Kirchenzucht darlegte und vertheidigte. Den gegenwärtigen Pastoren waren diese sehr strengen Grundsätze schon bekannt, durch die, wenn sie in Anwendung gebracht würden, nach ihrer Ueberzeugung die Gemeinen nicht erbaut, son⸗