# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1864_S301 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zwei Actenstücke aus der preußisch⸗lutherischen Kirche. 301 Heuchler Christi Glieder sind (äußerlich) und doch auch als Teufelsglieder es nicht sind (innerlich), einfach löst.“ Mit diesen Sätzen bezeichnet Huschke einfach Christum als das Haupt der anstaltlichen Kirche. Da aber nur von Personen gesagt werden kann, daß sie in einem gliedlichen Verhältniß zu Christo und Seinem Leibe stehen, so sagt Huschke 1. daß auch Heuchler und Böse reale wirkliche Glieder des Leibes Christi sind, obwohl todte, und daraus folgt 2. daß nicht der Glaube es ist, der uns zu Gliedern des Leibes Christi macht, sondern der äußere Organismus der Kirche, während der Glaube nur die verschiedene Beschaffenheit der Glieder Christi bedingt und hervorbringt. 3. Demnach kann Huschke überhaupt unter Leib Christi nicht eine innere geistliche Gemeinschaft mit Christo verstehen, sondern nur die äußere Gliederung des kirchlichen Organismus. Hiergegen sagen die Symbole 1. nie und nirgends, daß Heuchler und Böse Glieder des Leibes Christi seien, sondern sie sagen vielmehr Apol. 4 ganz bestimmt und entschieden, daß sie „nicht Gliedmaßen Christi seien, sondern nur todte Glieder der Kirche“; es geht also klar hieraus hervor, daß in dieser Stelle die Symbole nicht die eigentliche Kirche, die mit dem Leibe Christi identisch ist, verstehen, sondern die Kirche late dicta, d. h. die externa soc. und die Symbole setzen den ausdrücklichen Gegensatz: die Gottlosen sind wohl „Glieder der Kirche, d. i. nach äußerlicher Gesellschaft, aber nicht Gliedmaßen Christi“ und führen als Grund an: „denn sie sind Gliedmaßen des Teufels.“ Ein Glied Christi und zugleich auch ein Glied des Teufels sein ist den Symbolen also ein Widerspruch. 2. Ist der Leib Christi aber nach unsern Symbolen nichts als die Gemeinde der Gläubigen, so ist selbstverständlich damit gesagt, daß nur der Glaube es ist, auf dem die Mitgliedschaft am Leibe Christi beruht und folglich 3. daß der Leib Christi nichts anders sein kann als die geistliche Gemeinschaft mit Christo, so wie sie im Glauben und durch den Glauben besteht. V. Huschke sagt S. 75: „Nur so, als sichtbare, ist die Kirche auch ein Glaubensartikel, da wir nur glauben können, was und wie es Gott geoffenbart hat.“ In diesem Satz wird als in einer Summa alles auf den Kopf gestellt, was die ganze luth. Kirche in allen Symbolen und Schriften der Glaubensväter bisher einstimmig gelehrt hat, daß alleiniges Object alles Glaubens nicht ein Ding sei, sofern und weil es für menschliche Augen sichtbar von Gott dargestellt ist, sondern allein sofern es im Wort Gottes gesagt ist und daß folglich auch die Kirche nur Gegenstand des Glaubens ist, weil sie ihrem Wesen nach unsichtbar, ihr Dasein aber uns durch Gottes Wort verbürgt und verheißen ist überall, wo das Evangelium rein gepredigt und die Sacramente recht verwaltet werden. —