# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1864_S300 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 300 Zwei Actenstücke aus der preußisch⸗lutherischen Kirche. 4. Diese gläubigen Individuen stehen daher immer in einem abhängigen Verhältniß zur Anstalt, als zu einer göttlichen Autorität. Wenn hiergegen die Symbole sagen, daß die Kirche eigentlich und ihrem Wesen nach nichts anderes sei als die Gemeine der Gläubigen und also der Glaube allein es ist, der die Mitgliedschaft an der eigentlichen Kirche oder dem Leibe Christi bedingt, so folgt unmittelbar und ohne Zweifel hieraus: 1. Daß nur der Glaube das die Kirche eigentlich und wirklich constituirende ist; (daß es also eine ganz symbolwidrige, unlutherische Vorstellung ist, die Berufung auch ohne gläubige Annahme des Worts, d. h. Wort und Sacrament als opus operat. Kirchenbildend zu denken); 2. Der Glaube kann folglich nicht die Kirche (die anstaltliche) zu seiner Voraussetzung haben, sondern blos das Wort Gottes an sich und abgesehen von seiner anstaltlichen Fassung und Verwaltung, die erst das nachfolgende und unwesentliche ist. So ist nur das Wort, nicht die anstaltliche Kirche das alleinige Fundament der Gemeinde, d. h. des Glaubens, — ein Satz, den wir als Hauptsäule des Lutherthums gegenüber dem Papstthum streng behaupten und vertheidigen müssen. 3. Der Glaube und mit ihm die Gemeine der Gläubigen sind der Sitz und Quell, aus dem die anstaltliche Kirche mit allen ihren Gewalten, Aemtern und Ordnungen abzuleiten ist. 4. Der Glaube und die Kirche sind schlechthin von keiner andern göttlichen Autorität abhängig als von der des Wortes Gottes, gleichwie nur das Wort der alleinige Grund ist, auf dem der Glaube ruht. 5. Nicht in einem anstaltlichen Organismus ist Christus der Kirche gegenwärtig, in ihr wirkend und regierend, sondern allein in Seinem Wort und durch Sein Wort, das der Glaube faßt. IV. Huschke sagt S. 92: „Die heil. Schrift macht Christum zum Haupt der Kirche als Seines Leibes auf Erden, namentlich auch in ihrem Organismus und gliedlichen Wirken, ohne dabei zwischen Gläubigen und Heuchlern zu unterscheiden, — doch wohl eben zum klaren Beweise, daß darauf die Beimischung von Heuchlern keinen Einfluß hat. Die Apologie macht Christum auch zum Haupt der gläubigen ecclesia, bei welcher Evangelium und Sacrament gehandelt werden und also nicht unmittelbar in dem, daß sie gläubig ist, sondern zunächst in dem, daß sie Anstalt ist oder handelt, was durch Wort und Sacrament und die diesen dienenden Aemter und Ordnungen geschieht, denn dadurch wird erst der Glaube hervorgebracht.“ Vgl. S. 199. S. 93: „die Apologie hat nichts gegen die Lehre ihrer Gegner (der Römischen), daß die Heuchler und Bösen todte Glieder am Leibe Christi seien, welche Sprechweise in Joh. 15, 2. und andern Stellen der Schrift auch ihre Begründung findet und mit der sich der scheinbare Widerspruch, daß die