# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1864_S289 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang X. October 1864. No. 10. Zwei Actenstücke aus der preußisch⸗lutherischen Kirche der Gegenwart. I. Am St. Michaelis Tage d. J. haben die diesjährigen Sitzungen der Generalsynode der unter dem Breslauer Oberkirchencollegium stehenden preußisch⸗lutherischen Kirche begonnen. Dieser Synode ist unter anderen folgendes Actenstück vorgelegt worden: Antrag an die hochw. im Herbst d. J. zu Breslau versammelte ev.⸗luth. Generalsynode. Von den luth. Pastoren in Nassau Fr. Brunn und J. Hein. Da es der hochw. Generalsynode obliegen wird, in Bezug auf die obschwebenden Kirchenstreitigkeiten entscheidende Beschlüsse zu fassen, so halten wir es für unsre Pflicht, auch unsrerseits der h. Generalsynode sowohl unsre theologische und kirchliche Stellung, als auch die daraus hervorgehenden Folgerungen offen darzulegen, die uns zur Erhaltung eines friedlichen und gesegneten Fortbestehens unserer kirchlichen Gemeinschaft durchaus unerläßlich scheinen. Von der Entscheidung h. Synode wird zunächst die uns wichtigste Frage abhängen, ob die im Schooß unsrer Synode in den gegenwärtigen Lehrkämpfen hervorgetretenen Parteien in synodaler und kirchlicher Gemeinschaft erhalten, oder ob der schon eingetretene kirchliche Bruch bestätigt, durchgeführt und vollendet werden wird und soll. Das ist uns die Frage, um die es sich uns vor Allem handelt. Sie würde es freilich nicht sein, wenn wir die Lehren, um die sich unser Kirchenstreit bewegt, für solche ansähen, über die in unsern Symbolen noch keine Entscheidung vorliege, oder die überhaupt die Artikel des Glaubens, soweit sie Gegenstand des kirchlichen Bekenntnisses sind, nicht berühren. Allein die Sache steht uns anders. Wir sehen in unserm heutigen Kirchenstreit das Hervorbrechen längst vorhandener theologischer Richtungen innerhalb unserer Kirche, die mit dem luth. Bekenntniß in tiefem Conflict stehen und die aus einem wesentlich anderen Geist als dem lutherischen entsprungen sind, Richtungen, mit denen sich also die Kirche, mit denen wir uns nothwendig auseinander und ins Klare