# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1864_S284 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 284 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. Die Fairs. Ueber dieselben bemerkt der „Evangelist“ vom 30. Juli: „Die Fairs, welche für die Soldaten gehalten wurden, haben zwar dem Anschein nach viel Geld eingebracht, aber der wahre, anhaltende Wohlthätigkeits-Sinn ist dadurch sehr geschwächt worden. Die Beamten der Soldaten-Gesellschaften selbst berichten folgendes darüber: „„Unsere Einnahmen während des letzten Jahres beliefen sich auf $2,000,000; dieses Jahr werden sie sich kaum auf $1,000,000 belaufen, d. h. sie haben sich gerade um die Hälfte vermindert. Dies ist ein Resultat, welches nicht erwartet wurde, als die „Fairs“ angefangen wurden, und wenn die Privatunterstützung unserer Sache noch mehr abläßt, so müssen wir bekennen, daß es viel besser für die Soldaten gewesen wäre, wenn keine Fairs gehalten worden wären.““ Dies ist ein offenes Geständniß von der Nichtswürdigkeit dieser „Fairs,“ die nur die schlimme Folge haben können: die wahre Wohlthätigkeit, wobei die linke Hand nicht weiß was die rechte thut, abzustumpfen, und ein Heuchelwesen an deren Stelle zu setzen.“ Die Generalsynode hat bei ihrer letzten Versammlung in York, Pa., den 5. Mai durch einen besonderen Beschluß die Americanische Tractat-Gesellschaft „der Unterstützung der Kirche“ empfohlen. Eine Empfehlung, die allerdings eines solchen unirten Körpers würdig ist. Pater Weninger's Buch „Protestantismus und Unglaube.“ Die hiesigen römischen Bischöfe, namentlich der neue Erzbischof von Baltimore und Bischof Timon von Buffalo, suchen nicht nur durch öffentliche Empfehlungen, sondern selbst durch amtliche Erlasse die Thätigkeit zur Verbreitung jenes Buches auch unter allen sogenannten Protestanten förmlich zu organisiren. So erbärmlich das Buch auch ist, so ist es doch bei der Unwissenheit des Volks eine gefährliche Waffe, für den Pabst und seine Kirche eine energische Propaganda zu machen. Die englische Jowa-Synode (zur Generalsynode gehörig) versammelte sich am 1. Juli in Tipton, Cedar Co., Ja. Ein Laien-Deputirter, Namens Jac. Geiger, aus der Gemeinde Tipton, legte bei dieser Gelegenheit folgende Beschlüsse vor: „Beschlossen, daß es die Pflicht unserer Prediger ist, das Volk ebensowohl vor politischen, als vor allen anderen Sünden zu warnen; daß von einer gehörigen Erfüllung ihrer Pflichten in dieser besondern Beziehung die Fortdauer der bürgerlichen und religiösen Freiheiten abhängt, welche durch unsere nationale Constitution garantirt sind. Beschlossen, daß das beinahe völlige Aufgeben des Studiums des Katechismus Luthers von Seiten der Kinder unserer Kirche kläglicher Weise dahin führt, die Grundsätze gemeiner Ehrbarkeit und die Fortdauer unserer Kirche zu untergraben, und daß wir daher unseren Predigern und unserem Volke empfehlen, daß sie allenthalben auf das ernstlichste auf das gebetsvolle Studium dieses guten Buches dringen.“ Vortrefflich! Ob die Beschlüsse von der Synode angenommen worden seien, sagt der „Observer,“ dem wir dies entnehmen, nicht. — Dieselbe Synode entsetzte den Rev. J. G. Schäffer wegen erwiesener Defraudation bei völligem Mangel an Buße seines Amtes. Urtheil über die Verderblichkeit unserer Seminarien. In der „Zeitschrift“ des Hrn. Past. Brobst vom 6. August schreibt ein G. F. von St. Paul, Minn., u. A. Folgendes: „Wir sehen allenthalben aus den Seminarien zu Buffalo, St. Louis, Fort Wayne, Jowa, Gettysburg die jungen Geister mit ihrer Waffenrüstung ins practische Gebiet der Kirche eintreten, ihrer Bildungsanstalten Ideen fortpflanzend halten sie sich für zu bekämpfende Feinde, ruhen nicht, bis sie die deutsche protestantische Bevölkerung in ihre Sonderinteressen und ihre Synodalkämpfe hineingeredet haben. Wie kann solchem Unfuge und solchem Uebel anders gewehrt werden, als durch Concentrirung unserer Predigerseminare? Die wissenschaftliche Ausbildung unserer jungen Theologen ist nicht tief noch umfangreich genug, um zur Demuth die Einzelnen zu führen. Von den Zänkereien der einzelnen Synoden fühlt sich der junge Theologe mehr angezogen, als von der gründlichen Umkehr seines sündigen Herzens zu Gott.“ In derselben Nummer wird der Committee-Bericht für das projectirte theol. Seminar aus den Verhandlungen der letzten Synode von Pennsylvanien mitgetheilt, worin u. a. folgende Beschlüsse vorgelegt werden: „1. Beschlossen, daß der Name dieser Anstalt sein soll: Das Theologische Seminar der