# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1864_S283 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 283 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. America. Die Franckean Synode. Noch einmal kommt der „Lutheran and Missionary“ auf diesen edlen Körper und namentlich auf sein und der Generalsynode Spielen mit dem lutherischen Bekenntniß und Namen zu sprechen und letzteres gebührend zu strafen. Er äußert sich darüber unter obiger Ausschrift, wie folgt: „Wir denken, daß die Kirche die Frage wegen der Franckean Synode durch deren letzte Handlung als geschlossen zu betrachten hat. Sie „„erklären ihre formelle Anhänglichkeit an die Confession (die Augsburgische), wie dies von der genannten Synode (der Generalsynode) vorgeschlagen worden.““ Das ist der letzte Act des Dramas, welches dieser wandelbare Körper gespielt hat. Als wir sie in ihrer Vertheidigung vor der Generalsynode das erste Mal hörten, nahmen sie den Standpunkt ein, daß die in ihrer Constitution gedruckten Glaubensartikel ihr Glaube seien, auf welchen Grund hin ihr Gesuch einstimmig zurückgeschoben wurde. Am folgenden Tage schien es, als nähmen sie den Standpunkt ein, daß die Augsb. Conf. in der Weise der Unterschrift, wie sie in der Formel der Generalsynode empfohlen ist, ihr Glaube sei, und auf diesen Grund hin wurde die Frage wieder auf das Tapet gebracht. Gegen das Ende der Discussion schien Herr Van Alstine, der so ungeschickt offenherzig war, daß die Freunde der Franckean Synode ihm den Mund schließen mußten, den Standpunkt einzunehmen, daß sie gar kein Glaubensbekenntniß hätten, und die Generalsynode, nachdem sie mehrere Tage größtentheils mit rhetorischen Versuchen zugebracht hatte, eine sehr klare Sache zu verdunkeln, entschied: die Franckean Synode mit der Voraussetzung zuzulassen, daß sie „„förmlich die Lehrbasis der luth. Kirche, nämlich die Augsb. Conf., als die Fundamentallehren des Wortes Gottes enthaltend, annehme, oder ihre Zugehörigkeit zu diesem Körper verwirke.““ Darauf that die Franckean Synode, wie oben bemerkt. Derweilen besteht ihre Constitution mit ihren Glaubensartikeln unangetastet in voller Kraft; die Augsb. Conf. als Lehrnorm ist ein todter Brief; aus ihrem eignen Document ist es ganz augenscheinlich, daß sie viele Dinge, die die Kirche und das Bekenntniß für fundamental hält, nicht dafür ansehen. Im ganzen Lande gibt es keine Methodisten-, Presbyterianer- oder Episcopal-Gemeinschaft, die nicht ebenso wahr und rückhaltslos wie die Franckean Synode die Augsburger Confession annehmen könnte. Der einzige Unterschied ist der, daß sie sich Lutheraner nennen. Ist denn der Name „„Lutheraner““ so viel und die damit wirklich bezeichnete Sache so wenig? Zur Franckean Synode sagen: „„Komm herein!““ und doch eine Körperschaft einer anderen Denomination abweisen, die die allgemeinen Fundamente des Protestantismus fester hält, denn sie, heißt zu den Abgewiesenen sagen: „„Bleibt draußen; wir können keine Christen dulden, die ehrlich genug sind, sich zu nennen, was sie sind. Nicht eure Principien verwerfen wir, ihr habt nur den rechten Namen nicht. Bleibt, was ihr seid, nur nennt euch Lutheraner, so wollen wir euch aufnehmen.““ Das halten manche für Liberalität; wir nennen es Bigotterie und Sectirerei der niedrigsten Art. Ein ächter Lutheraner läßt sich nicht so fesseln. Wo er Einigkeit des Glaubens findet, da erkennt er die Einheit der Kirche an, der Name sei, welcher er wolle; und wo diese Einigkeit fehlt, da hat der Name keinen Werth, es sei nun der Name „„Lutheraner““ oder sonst welcher. Er wird einer methodistischen Gemeinschaft, die sich methodistisch nennt, sowohl im Persönlichen als Kirchlichen dasselbe zugestehen, was er einer methodistischen Körperschaft zugesteht, der es beliebt, sich lutherisch zu nennen, nur mit dem Unterschied, daß er vor der Ehrlichkeit und Beständigkeit der ersteren eine Achtung haben wird, die er für die letztere nicht fühlen kann.“ C. Universalismus in America. Der „Evangelist“ schreibt: „Der „Ambassador,“ das Organ der Universalisten, welche an keine Hölle glauben, sagt, daß jetzt fast alle Unitarier, d. i. diejenigen, welche die Lehre von der Dreieinigkeit verwerfen und Christum nicht für wahren Gott halten, die universalistischen Grundsätze von einer allgemeinen Seligkeit angenommen haben.“