# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1864_S278 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 278 Ein kirchliches Ereigniß. handelt, zu beurtheilen übrig. Das bisher Gesagte dürfte indeß zur Genüge nachweisen, wie vielfach in diesem christlichen Katechismus die christliche Lehre abgeschwächt, alterirt und entstellt wird. So möchte denn auch dieser Versuch, einen neuen Katechismus zu schreiben, einem lutherischen Christen den Gewinn gebracht haben, ihm die beiden herrlichen Katechismen, die uns durch den treuen Dienst unsers Vaters Luther geschenkt worden sind, nicht entbehrlich, sondern nur um so theurer zu machen. Ein kirchliches Ereigniß *) von nicht geringer Bedeutung hat seit einiger Zeit die Gemüther in Paris in Bewegung gebracht. An der dortigen reformirten Kirche stand als Vikar (suffragant) ein durch sein Rednertalent bekannter Prediger Athanasius Coquerel, Sohn. Selbiger ist aber ein Feind unseres allerheiligsten christlichen Glaubens, denn er leugnet die Lehre von der heiligen Dreieinigkeit und von der ewigen Gottheit Christi, wie der veröffentlichte Bericht des reformirten Kirchenraths genugsam darthut. Daß ein solcher Mann nicht ferner an einer christlichen Kirche Pfarrer sein konnte, hätte er selbst schon längst einsehen sollen. Denn wie kann ein Prediger es mit seinem Gewissen verantworten, ein Amt in einer Kirche zu begleiten, deren Glauben und Bekenntniß er mit Füßen tritt. Indessen, wenn das Gewissen solcher Prediger nicht aufwacht, so darf doch eine Gemeinde, wenn sie wiederum zum Bewußtsein ihrer Pflicht kommt, an der Lehre des Wortes Gottes fest zu halten, solche Prediger, welche wider Gottes Wort auftreten, in ihrer Mitte nicht ferner dulden. Wie können auch in ein und derselben Kirchengemeinschaft zweierlei Lehren zu Rechte bestehen, davon die eine aufbaut, die andere niederreißt? Ein solcher Zustand würde eine Kirche und somit auch die Seelen der Gläubigen je länger je mehr verwirren und ins Verderben stürzen. Daher hat auch der Kirchenvorstand der reformirten Kirche zu Paris (counseil presbytérial) des Herrn Coquerel Dienstzeit, welche abgelaufen war, nicht wiederum erneuert und hat ihm somit den Abschied gegeben. Darauf folgte ein großes Geschrei in der sog. liberalen Presse. Etliche politische Zeitungen nahmen Hrn. Coquerel in Schutz, so namentlich die Zeitung Le Temps, deren Hauptredaktoren bekanntlich zwei ehemalige Theologen sind. Man hätte denken sollen, daß diese Herren schon längst über die *) Wir entnehmen diese Mittheilung dem „Schifflein Christi“ einem Monatsblatte, das zum Besten der deutschen Kleinkinderschule auf dem kleinen Berge in Paris erscheint und hiermit herzlichst empfohlen sein möge (Preis 1 fl. 12 kr. in jeder Buchhandlung zu bestellen.) Die Redaction hat zwar einen ausführlichen Bericht des Presbyteriums der reformirten Gemeinde in Paris mit ehrerbietigem Dank empfangen, glaubt aber mit dieser Mittheilung besser zu thun, als mit einer aus jenem Bericht unmittelbar gezogenen, da die Herausgeber des Schiffleins Christi den Verhältnissen, um die es sich handelt, näher stehen und sie besser würdigen können. Anm. d. Red. des Freimund.