# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1864_S275 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Christlicher Katechismus; ein Leitfaden zum Religionsunterricht. 275 zu gelten, sintemal σαρξ in der Schrift bekanntlich keineswegs immer diese grob materielle Bedeutung hat, ja gerade das ihm entsprechende hebräische Wort in Verbindung mit der Auferstehung gebraucht wird. Hiob 19, 25. Daß die Engel „zum Heil der Menschen mitwirken,“ ist im besten Falle sehr mißverständlich. Die Schrift bezeugt, daß das Heil der Menschen schon bereitet, daß außer dem Herrn kein Heiland sei. Bei Gelegenheit der Lehre von den bösen Engeln erwähnt der Katechismus das physische Chaos, welches aus dem Fall jener entstanden sein soll. Zwar ist es nicht der Zweck vorliegender Arbeit, auf eine Widerlegung dieser Annahme einzugehen, unwillkürlich aber drängt sich wohl jedem die Frage auf: wozu das in einem Katechismus? Der Katechismus sagt ferner: die Verführung des Satans erleichtert zwar die Erlösung des Menschen, hebt aber seine Schuld nicht auf. Nach den unmittelbar folgenden Worten: „Wir können nicht tief genug fühlen, daß die Sünde unsre eigne persönliche Schuld ist,“ kann diese Erleichterung nicht auf einen geringen Grad der Schuld von Seiten des Menschen zu beziehen sein; von Seiten Gottes aber eine Erleichterung anzunehmen, entbehrt jeglichen Grundes, da die Schrift davon schweigt und der Apostel Paulus sagt: Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Wer hat des Herrn Sinn erkannt? Wir unterdrücken, um kurz zu sein, verschiedene andere Ausstellungen, die sich uns beim Lesen des zweiten Theils des Katechismus aufgedrängt haben, und machen nur auf die höchst bedenkliche und ihrer Consequenzen wegen äußerst gefährliche Lehre desselben von der Erniedrigung und Erhöhung Christi aufmerksam. Zuerst heißt es: Hier muß übrigens bemerkt werden, daß Christus während des Standes der Erniedrigung sich des Besitzes oder doch jedenfalls des vollen Gebrauchs seiner göttlichen Eigenschaften, der Macht und des Wissens, entäußerte und erst mit seiner Erhöhung wieder in den vollen Besitz derselben eintrat. Wenn der Katechismus es hier unentschieden läßt, ob die Erniedrigung Christi in Entäußerung des Besitzes oder des vollen Gebrauchs seiner göttlichen Eigenschaften bestand, so erklärt er sich später auf die Frage: Worin besteht die Erhöhung Christi? bestimmter: Darin, daß er nach vollbrachtem Erlösungswerk zum vollen Besitz seiner ewigen Herrlichkeit zurückkehrte. Wenn das wahr ist, daß sich Christus des Besitzes und nicht bloß des vollen Gebrauchs seiner göttlichen Eigenschaften entäußert habe, so wäre die unausbleibliche Folge, daß er im Stande seiner Erniedrigung nicht wahrer Gott war; denn die göttlichen Eigenschaften sind mit dem göttlichen Wesen unzertrennlich verbunden, so daß, wo erstere fehlen, auch letzteres nicht vorhanden sein kann. Wenn nun das die bestimmte Lehre des Katechismus ist, die er seinen Schülern einflößt, wiewohl er an einem andern Orte derselben widerspricht, wenn er sagt: Jesus Christus ist der Gottmensch, d. h. wahrer Gott und wahrer Mensch in einer unzertrennten Person und bleibt es in Ewigkeit, wo bleibt dann der Trost, daß wir wirklich erlöset sind? Hätte uns auch Christus erlösen können, wenn er nicht wahrer, allmächtiger Gott, während er das Erlösungswerk vollbrachte, gewesen wäre? Höchst auffällig