# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1864_S253 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 253 Prof. Sternberg erklären, daß strenges Lutherthum die Kirche ins Verderben stürzen würde und daß nichts sie retten könne, als seine eigenen rationalistischen Ansichten und die seiner Partei. Welcher Nummer dieses Blattes sollen wir glauben?“ C. Specifisch americanische Bibelauslegung. Im Verlage von Poe und Hitchcock in Cincinnati (dieselben, bei denen auch der methodistische „Apologete“ erscheint) ist eine 236 Seiten in 12mo umfassende Schrift erschienen: The American Republic and human liberty foreshadowed in scripture. By Rev. Geo. S. Phillips, A. M., welche zeigt, bis zu welchem Wahnsinn americanischer Freiheits- und Emancipations⸗ Schwindel führt. Selbst „Bruder“ Nast gibt dem Buche zwar das Lob, daß es „viele interessante Wahrheiten enthalte“, muß aber doch hinzusetzen: „Aber von der Richtigkeit seiner Auslegung der alttestamentlichen Weissagungen“ (die wahrscheinlich doch hie und da von der des Nast'schen Bibelwerkes abgeht) „hat uns der Verfasser keineswegs überzeugt.“ Folgendes ist Dr. Nast's Darstellung des Inhalts jener Schrift: „Ein Versuch, den gött⸗ lichen Ursprung bürgerlicher Freiheit und den Vorsatz Gottes in Betreff der Vereinigten Staaten nachzuweisen. Der Verfasser betrachtet die hebräische Republik als Topus der americanischen — thatsächlich als die „„Vereinigten Staaten von Israel.““ Nachdem die erste Stätte republikanischer Freiheit durch die Zerstreuung des israelitischen Volkes verstört und vernichtet ist, so meint der Verfasser, könne ihre buchstäbliche Wieder⸗ herstellung nicht mehr erwartet werden, und wendet daher die Weissagungen einer Restau⸗ ration auf unsere eigene Republik an, welche er für die Nation hält, die laut Jesaias Kap. 66. in einem Tage geboren werden soll. Auch beansprucht er, daß dieselbe das fünfte im 2. Kap. Daniel angeführte Reich ist, welches nimmer zerstört werden, sondern, nachdem es alle andern Reiche zermalmt hat, ewig bleiben soll. Unser Verfasser erblickt in dem Weibe der Offenbarung, welcher Flügel gegeben wurden, daß sie vor dem großen rothen Drachen in die Wüste flöge, die Flucht der Pilgrime aus der alten in die neue Welt. Er behauptet, daß Gott niemals Monarchien, sondern nur Republiken gründete, und daß unsre eigne durch seine directe Vermittlung gegründet wurde zu dem in unserer Unabhängigkeits-Erklärung angeführten Endzweck, nämlich auf die Basis der Gleichheit aller Menschen, ohne Rücksicht auf Geburt, Vermögen, Bildung oder Gesichtsfarbe; daß wir durch die Duldung und Unter⸗ stützung der Sklaverei von Gott abgewichen seien und daß unser gegenwärtiger Krieg von Gott zugelassen sei zur Wiederbringung eines irrenden Volkes, dessen Geist und Verfassung auf der Seite der Freiheit und Gleichheit stehen.“ Vermischung von Kirche und Staat. Die letzte methodistische General⸗ conferenz hat u. a. auch folgende Resolution zu Tage gefördert: „Beschlossen, daß wir unseren Einfluß gebrauchen wollen, um eine solche Veränderung der Landesverfassung zu bewirken, wodurch das Dasein Gottes, unsere Abhängigkeit von ihm zur Förderung unserer Wohlfahrt, sowie auch sein Wort als Grundlage der bürgerlichen Gesetze aner⸗ kannt wird.“ Diese blinden Blindenleiter wissen schwerlich, was sie damit beschlossen haben. Gnade Gott rechtgläubigen Christen, wenn dieser Beschluß ausgeführt würde und dieselben daher von unseren Juristen sich vor Gericht eine exegetische Vorlesung halten lassen und sich natürlich derselben unterwerfen, oder als „illoyal“ verurtheilen lassen müßten! Herold'sche Theologie. Im Luth. Herold vom 16. Juli findet sich ein Artikel über die Frage: „Wie stehen wir zum Gesetz?“ Die Pointe desselben, der bedeutungsvoll als „eine Selbstprüfung“ dargeboten wird, scheint darin zu bestehen, den Gemeinden das Gewissen darüber zu schärfen, daß es nicht nur im Alten, sondern auch im Neuen Testament Gottes Gebot sei, daß dem Diener Gottes der Zehnte gegeben werde. Der Artikel schließt nehmlich folgendermaßen: „Die Speise-, Reinigungs- und andere Gesetze waren zum Theil durch Klima (!) und Localverhältnisse bedingt, die für uns nicht mehr vorhanden sind; Beschneidung und Osterlamm haben Taufe und Abendmahl gebildet. Die Vorschriften über die Sabbathsfeier müssen übertragen werden auf die Feier unseres Sonntags, den Gott als den Tag, der uns wichtig sein soll und den wir als Seinen Tag heiligen sollen, uns bezeichnet hat durch die großen Thaten, die an ihm geschehen sind. Einige Schwierigkeit macht das levitische Zehntgesetz 4 Mos. 18, 21—24. Sehen wir die geistlichen Aemter in der christ⸗