# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1864_S245 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das Leben Jesu von Ernst Renan. 245 gegen eine solche ruchlose Verlästerung des Heiligsten auszudrücken. Es ist eine Sündfluth der frivolsten Lügen, welche der Teufel durch Renan gegen Christum ausschäumt. Diese Lügen sind ebenso dumm, als lächerlich. Sie sind alle schon tausendmal widerlegt; jeder, der noch einen Funken von Ver⸗ nunft und Gewissen, und etwas Kenntniß der Welt- und Kirchengeschichte besitzt, und nur einmal die Bibel gelesen hat, weiß, daß Renan lügt. Den⸗ noch wird sein Buch zu Hunderttausenden von Exemplaren verkauft. Selbst solche Buchhändler, die sich für Christen ausgeben, verbreiten dies Buch um des schmutzigen Gewinnes willen, und helfen somit Renan und dem Teufel, Christum zu verspotten und zu kreuzigen. Wehe ihnen! der Judaslohn, für welchen sie Christum verrathen und verkaufen, wird ihnen keinen Segen bringen. Es gibt einige ehrenwerthe Ausnahmen, allein leider nur wenige. Diese Erscheinung, daß Renans Buch von Hunderttausenden verschlun⸗ gen und gelobt wird, ist jedenfalls ein schreckliches Zeichen der Zeit. Die Welt will den Christus nicht, den die Bibel uns vormalt, den heiligen Gott⸗ menschen, den Erlöser von Sünde und Tod. Wie damals die Juden dem Herrn Jesu den Mörder Barabbas vorzogen, so zieht jetzt die Welt dem wahren Christus den falschen Christus vor, den ihr Renan vorgaukelt. Und wer ist dieser falsche Christus? Nun Renan selbst sagt, der gefällige Sit⸗ tenlehrer einer Welt, die gelebt hat und leben will, ein lustiger Lebemann, ein Communist und Revolutionär, der das heilige Gesetz Gottes abschafft, die Menschheit von der Lehre erlöst, daß es einen heiligen Gott gebe, und statt dessen die zügellose Freiheit des Fleisches einführt. Daß die Welt einen solchen falschen Christus, der sie zu Fleischeslust ermuntert, mit Freuden an⸗ betet, ist selbstverständlich. Die Leser aber, welche Renans Buch mit Freuden lesen und loben, stellen sich damit selbst das Zeugniß aus, daß sie in einem ganz ungewöhn⸗ lichen Grade verdummt sind. Sie wissen, daß Renan lügt, — wie Renan weiß, daß er lügt, — sie wissen, daß seine Lügen eben so grob als seine Wider⸗ sprüche handgreiflich sind, sie wissen, daß sein Buch ekelhaft fade, abgeschmackt und geistlos ist. Indem sie trotz alledem dieses elende Machwerk des Teufels loben, so erklären sie damit, daß sie wissentlich betrogen sein wollen und daß sie somit alles Gefühl für Wahrheit verloren haben. Doch hat diese Erscheinung auch ihre höchst erfreulichen Seiten. Re⸗ nan, dieser hochgelehrte Pariser Professor, bietet alle seine Gelehrsamkeit, Kunst und Klugheit auf, um die Wahrheit der Bibel zu leugnen. Und was erreicht er damit? nur dies, daß die Christen um so deutlicher einsehen, daß die Bibel unwiderlegbar, Renan dagegen ein verrückter Esel ist. Sodann ist das Aufstehen falscher Propheten und Christi und die Ueberhandnahme des Unglaubens ein Zeichen, daß der jüngste Tag, und mit ihm unsere Erlösung nahe ist. F.