# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1864_S242 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 242 Das Leben Jesu von Ernst Renan. wurden auch wahrscheinlich viele seiner Fehler verdeckt“ S. 462. Ueber die Wunder Jesu sagt Renan: „Wir wollen ohne Bedenken zugeben, daß im Leben Jesu im ausgedehnten Maße Handlungen vorkommen, in denen wir jetzt Züge von Betrug oder Mißgriffe sehen“ S. 293. Renan verlästert Jesum als stolz S. 297, schwindlich, 338, heftig, gebie⸗ terisch, erbittert, 339; schreibt ihm „anscheinend absurde Hand⸗ lungen, einen überspannten Zustand, 339, Keime von wirklichem Fanatismus, 346, schale Argumentationen, 361, seichte Logik, 362, unkluge Worte, 369, zu. „Sein Bewußtsein hatte, nicht durch seine, sondern durch die Schuld der Menschen, etwas von seiner ursprünglichen Klarheit verloren. Verzweifelnd und zu Ex⸗ tremen hingerissen, verlor er die Selbstbeherrschung“ 374. Die Auf⸗ erweckung Lazari erklärt Renan für Betrug, 375—7. „Zu Zeiten hätte man glauben mögen, sein Verstand habe gelitten,“ 338. Um diese Lästerungen desto wirksamer zu machen, bemüht Renan sich, Jesum zu Zeiten zu loben, wodurch er zur Schmach auch den Hohn hinzu⸗ fügt. Aehnlich als wenn man von Jemandem sagte: Er ist zwar ein Be⸗ trüger, aber doch ein sehr rechtschaffener Mann. So lästert er Jesum: „Er liebte Ehrenbezeigungen, denn sie dienten seinem Zwecke und bestätigten sei⸗ nen Titel als Sohn Davids,“ 387; und zugleich rühmt er ihn als „frei von Selbstsucht,“ 110. Oder um Jesum desto wirksamer zu verlästern, entschul⸗ digt er ihn zum Schein. „Er hielt sich selbst für den Sohn Gottes und nicht für den Sohn Davids. .... Allein die öffentliche Meinung über diesen Punct drängte sich ihm gewissermaßen auf. Er unterzog sich der Annahme eines Titels, ohne welchen er nicht auf Erfolg hoffen konnte. Schließlich scheint er Vergnügen daran gefunden zu haben, denn er verrichtete mit An⸗ muth und Würde die Wunder, welche man ihm in diesem Namen zu⸗ traute“ S. 269. Was Renan von Jesu hält, sagt er S. 273: „Er hält sich für mehr als einen gewöhnlichen Menschen, aber in unendlicher Entfernung von Gott. Er ist der Sohn Gottes; aber alle Menschen sind es oder können es in ver⸗ schiedenem Grade werden.“ Renan lästert Jesum und Johannes den Täufer „junge Schwärmer“ 154, nennt Jesum einen „düstern Weisen,“ 333, einen „schönen jungen Mann“ 413, und schließt sein Buch mit dem zwei⸗ felhaften Lobe, „daß unter den Söhnen der Menschen keiner größer ist als Jesus“ 463. Dies scheinbare Lob hält Renan indeß nicht von der Blas⸗ phemie ab, daß Jesus sehr unwissend gewesen sei: „Seine Kenntnisse gingen nicht über das Judenthum hinaus“ 92. „Die allgemeine Weltlage war ihm unbekannt,“ 95. „Von der römischen Macht hatte er eine sehr undeutliche Vorstellung,“ 95. „Die reizenden Unmöglichkeiten, von de⸗ nen seine Gleichnisse voll sind, wenn er Könige und Machthaber vor⸗ führt, beweisen, daß er von den aristokratischen Kreisen keinen andern Be⸗ griff hatte, als den eines jungen Dorfknaben, welcher die Welt durch das Prisma seiner Einfalt betrachtet,“ 96. „Jesus unterschied sich in keiner Weise von seinen Landsleuten“ 97.