# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1864_S240 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 240 Das Leben Jesu von Ernst Renan. laufende Wege verfolgte, hat doch die Geschichte der einen ohne die der an⸗ dern kein Verständniß. Ja, es finden unzählige wesentliche Umstände in den Evangelien ihren Commentar im Talmud“ S. 17. Der Talmud, diese stinkende Schlammpfütze pharisäischen rabbinischen Blödsinns, dieser Gräuel aller Gräuel, den nach Luthers Rath eine christliche Obrigkeit überall ver⸗ brennen sollte, ist für Renan eine Quelle der Geschichte des Lebens Jesu. Renan fährt fort: „Die Unterstützung, welche mir bei diesem Werke meiner Arbeit ein gelehrter Israelit, Herr Neubauer, welcher in der talmudischen Litteratur äußerst bewandert ist, angedeihen ließ, setzte mich in den Stand, noch weiter zu gehen, und durch manche neue Vergleichungen über die wich⸗ tigsten Theile meiner Aufgabe Licht zu verbreiten.“ S. 17. Dies gibt allerdings über Renans Buch einen nicht unbedeutenden Aufschluß. Die Entstehung desselben ist danach diese. Ein toller Franzose und ein verrückter Jude schreiben in Compagnie eine Lästerschrift gegen Jesum, und vertheilen die Arbeit unter einander in der Weise, daß Renan alles zusammenträgt, was jemals von den Heiden gegen Christum gelästert ist, während Neubauer alle Schandlügen der Juden über Jesum gesam⸗ melt hat. Doch noch eine Fundgrube müssen wir erwähnen, womit Renan öfters prahlt, und die er sein „fünftes“ Evangelium nennt. Hören wir ihn dar⸗ über selbst: „Für das Lesen der Texte wurde ich in den Stand gesetzt, eine neue Lichtquelle zu eröffnen, nämlich eine Untersuchung der Orte, an welchen sich die Begebenheiten zugetragen. Die wissenschaftliche Commis⸗ sion zur Erforschung des alten Phöniziens, von der ich in den Jahren 1860 und 1861 der Director war, gab eine Veranlassung, an den Grenzen Gali⸗ läas meinen Wohnsitz zu nehmen und dasselbe häufig zu durchwandern. Ich durchreiste die evangelische Provinz nach allen Richtungen hin; ich besuchte Jerusalem, Hebron und Samaria; es entging mir kaum eine für die Geschichte Jesu wichtige Localität. Diese ganze Geschichte, welche mir aus der Ferne wie in den Wolken einer wesenlosen Welt zu schwebe⸗ schien, nahm auf diese Weise eine Gestalt, eine Gewißheit an, welche mich staunen machte. Die auffallende Uebereinstimmung der Texte und der Orte, die wundervolle Harmonie zwischen dem evan⸗ gelischen Ideale und der Landschaft, welche ihm als Rahmen diente, erschien mir wie eine Offenbarung. Ich hatte vor meinen Augen ein fünf⸗ tes Evangelium, zerrissen zwar, aber noch leserlich, und von da an sah ich in den Erzählungen des Matthäus und Marcus statt eines abstracten Wesens, das schwerlich existirt haben konnte, eine wundervolle menschliche Gestalt leben und sich bewegen“ S. 55. Der Lügenmeister Renan hat hierbei vergessen, daß er kurz vorher die Jünger Christi verstandesschwache, unwissende, schlaue Betrüger nannte. Denn hier rühmt er „die auffallende Uebereinstimmung der Texte und der Orte,“ bekennt also selbst, daß die Jünger die Wahrheit geschrieben haben. Doch wir geben nichts darauf, wenn Renans Lästermaul auch einmal für