# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S220 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 220 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. kein Krieg, es wäre auch keine menschliche Obrigkeit, noch Wehrstand nöthig geworden. Mit dem Fall aber des Menschen ist Todtschlag, Krieg und volle Unordnung in die Welt gekommen. Allein in Christo soll in uns das Ebenbild Gottes wiedergebracht und her⸗ gestellt werden und somit das Kriegführen aufhören. „Siehe Jes. 2, 4. Mich. 4, 3.“ Der liebe Mann, der sich hierbei auf den Stand der Unschuld beruft, bedenkt freilich nicht, daß in diesem Stande der Mensch auch keine Kleider trug, so wenig wie Waffen, und daß es da zwar keine strafende Obrigkeit, aber auch keine Spitzbuben gab. — Rührende Aufforderung zur Mildthätigkeit. Die nördliche Con⸗ ferenz der Iowa Synode (zur General-Synode gehörig) veröffentlicht ihren Conferenzbe⸗ richt im „Lutheran Observer.“ Darin lautet der erste Beschluß folgendermaßen: „Da unsere Prediger im Westen im besten Falle nur ein bloßes Auskommen und in den meisten Fällen nicht einmal das erhalten; und da es bei den meisten christlichen Denomina⸗ tionen gebräuchlich ist, der Würde ihres Pastors (to the worth of their Pastors) in der Form von Geschenks-Besuchen (donation visits) jährlich einen Tribut zu entrichten, so sei es deßhalb beschlossen: Daß wir dies Wohlwollen unserer Brüder, wenn es sich auf diese Weise äußert, hochschätzen, und daß sich dieselben unserer Dankbarkeit vergewißert halten können für alle solche Zeichen ihrer Fürsorge für uns, und daß wir diese Gelegenheit benutzen wollen, die Weisheit und Vortrefflichkeit dieses Gebrauchs anzuempfehlen, und unser Volk zur Ausübung desselben aufzumuntern.“ Andere Prediger danken und rühmen öffentlich ihre Gemeinden, doch erst nach der donation, diese Conferenz thut es schon vorher. Aergerlich ist es auch, wenn einige Prediger solche Ueberraschungs- und Geschenks-Besuche bekommen und andere nicht, und wenn nun gar eine ganze Conferenz so lange vergeblich wartet und hofft, daß ihr „Werth“ doch auch anerkannt werde. Hof⸗ fentlich werden die Gemeinden diesen leisen Wink verstehen. Wie können nur englische gentlemen so handeln? — B. General-Synode. Auf der letzten Sitzung derselben sprach der Delegat der Presbyterianer Kirche L. B. Hotchkin auch über die Einigkeit in Christo und äußerte die Hoffnung, „daß der Tag bald kommen möchte, wo sich alle Christen von Angesicht zu An⸗ gesicht sehen und gemeinsam und einmüthiglich im Dienst ihres großen Erlösers arbeiten werden.“ Dr. Sprecher antwortete, wie der „Observer“ berichtet, „auf eine angemessene und eindringliche Weise: er sei glücklich zu sehen, daß die Zeit der Abgeschlossenheit der ver⸗ schiedenen Denominationen sichtlich vorbeigehe, (war die luth. General-Synode je abge⸗ schlossen? will auch sie noch exclusiveness ablegen?!) und daß die Kirche in ihren Ansich⸗ ten liberaler werde, indem sie größere Freiheit in Nichtfundamentalartikeln zugestehe.“ — Hoffentlich wird die Zeit bald vorbeigehen, wo die ernsteren Glieder der Generalsynode ihrem Präsidenten erlauben, sich in ihrem Namen in ganz unlutherischer, unionistischer, unmänn⸗ licher, ungeziemender, complimentarischer Phrasendreherei zu ergehen. B. Methodismus. In der Adresse, welche die methodistische General-Conferenz an Präsident Lincoln überreicht hat, findet sich folgendes: „Wir sind der Zuversicht, daß die Gelegenheit, welche sich zur Einmischung in bestehende Institutionen und zur Beseitigung des gesetzlich sanctionirten Unrechts darbieten wird, nicht unbenützt gelassen wird, nicht allein um unseren Feinden Schaden zuzufügen und unsere nationalen Hülfsquellen zu vermehren, sondern auch um unsere Verbindlichkeit gegen Gott anzuerkennen und sein Gesetz zu eh⸗ ren. Unter dem Antriebe eines erhabenen und reinen Patriotismus soll unser Gebet stets für die ungetheilte Erhaltung unseres Landes, für den Triumph unserer Sache und für einen dauernden Frieden aufgeopfert werden, welcher nicht mit dem Opfer moralischer Principien erkauft, sondern auf Gottes Wort gegründet ist und Allen (? Auch den Weißen?) gleiche Freiheit und Rechte in Gerechtigkeit sichert.“ — In dem Bericht des „Committee's“ über Sclaverei heißt es unter andern: „Mit dem Fortschritt, welchen das Volk in moralischer und religiöser Erkenntniß gemacht hat, wurde auch der Abscheu vor der Sclaverei immer stärker, und dies beweist, daß jenes System mit Moralität und Religion im Widerspruche steht. Die Stimme der gesammten Menschheit protestirt gegen den Fortbestand der Sclaverei — ein Urtheil, welches Gott selbst gefällt hat, in so fern die