# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S210 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 210 Christlicher Katechismus; ein Leitfaden zum Religionsunterricht. Marc. 2, 1.; obwohl wir gern zugestehen, daß bei dergleichen Stellen allerdings immer der Begriff der Bewegung mit eingeschlossen ist. Der Herr Verfasser hat wohl in seinem großen Eifer, Alles zu verbessern, den eigentlichen Zweck übersehen, nemlich den englischen und deutschen Katechismus auszugleichen; die englische Bibel hat nemlich auch in him. Wenn der Herr Doctor Ebr. 11, 3. übersetzt „daß die Welt ....... zubereitet ist,“ so ist nicht abzusehen, welch neues Licht einem deutschen Bibelleser dadurch aufgesteckt wurde. Schon das einfache verbum ἀρτίζω hat die Bedeutung des Vollendens. Die Luthersche Uebersetzung wird in der Stelle Psalm 76, 11. der Dunkelheit beschuldigt. Jeder vernünftige gemeine Mann deutscher Zunge aber wird vielleicht ebenso fähig sein, über die Dunkelheit oder Nicht-Dunkelheit dieser Stelle zu urtheilen, als ein mit vielen Sprachwissenschaften und sonstiger Gelehrsamkeit erfüllter Doctor und Professor. Die neue Uebersetzung lautet: „Durch der Menschen Wüthen legest du Ehre ein, und gürtest dich mit dem Ueberrest ihrer Wuth.“ Was die wörtliche Uebersetzung betrifft, so ist zwar kein Zweifel, daß chagar sich gürten heißt; indeß wird es z. B. 2 Kön. 3, 21. vom Schwert umgürten gebraucht, das heißt gerüstet sein, so daß Luther gewiß den rechten Sinn der Stelle getroffen hat. Auch hier fühlt der Verfasser, daß nicht Luthers Uebersetzung, sondern eigentlich seine eigene an Dunkelheit leidet, weshalb er noch in Parenthese hinzusetzt: „Der Sinn ist: Auch die Gottlosen müssen, obwohl unfreiwillig, Gott dienen, und seine Ehre fördern.“ Ja sogar die englische Bibel dürfte nicht so dunkel sein: Surely the wrath of man shall praise thee, the remainder of wrath shalt thou restrain. Den Anfang der Stelle Röm. 8, 38. macht der neue Uebersetzer also: „Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthümer, noch Gewalt“ ꝛc. Wunderbar ist hierbei nur das Eine, daß der Herr Doctor in seinem Streben, wörtlich zu übersetzen, nicht auch Gewalt δυνάμεις im plural gegeben hat. Ebenso wörtlich übersetzt er Joh. 1, 1. Θεὸς ἦν ὁ λόγος, das Wort war Gott. Worin bei dieser Stelle die Berichtigung liegt, ist schwer abzusehen; zwar hat die englische Bibel auch so, aber auch mit demselben Recht. Indeß wenn auch zugegeben wird, daß die neue Uebersetzung meist wörtlich ist, wie z. B. Röm. 8, 3.: „Gott sandte seinen Sohn in der Aehnlichkeit des Fleisches der Sünde,“ so ist es doch etwas ganz Andres, ob dieselbe auch für einen Deutschen leicht verständlich ist. So wichtig es ist, daß eine Uebersetzung nicht allzu frei sich bewege, so erfordert es doch die Verschiedenheit der Sprachen, daß unsre deutsche Bibel, was Construction betrifft, nicht sowohl nach damalig griechischer Denk- und Redeweise, als nach deutschem Sprachgebrauch sich richte. Wie weit beide Uebersetzungen dem deutschen Ohre nahe gekommen sind, wird der Leser selbst beurtheilen können. So verhält sich's mit Luc. 2, 49.: „Wußtet ihr nicht“ ꝛc. Daß übrigens Luther das praesens „wisset“ nicht aus der Luft gegriffen habe, erweist sich daher, daß die Profanscribenten das griechische plusquamperfectum in der Bedeutung des praesens gebrauchen. Durch die neue Version wird aber auch bisweilen der Sinn einer Stelle geschwächt, z. B. Joh. 18, 37.: „Daß