# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S209 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Christlicher Katechismus; ein Leitfaden zum Religionsunterricht. 209 von Dr. Schaff übersetzte Bibel drucken können? Und gesetzt auch, ein großer Theil Eltern verstünde sich nicht dazu, so verlangt es doch der Verfasser von allen Christen, denn nicht umsonst steht obenan „christlicher Katechismus.“ Beruhigen wir uns aber noch ein wenig. Der Schluß der Vorrede, welcher den Katechismus zu einem Beitrag zur damals (im Januar 1863) gehaltenen dreihundertjährigen Jubelfeier des Heidelberger Katechismus bestimmt, und zugleich diesem Symbol der reformirten Kirche ein gewaltiges Lob zollt, tröstet uns, daß der obige Katechismus, trotz seines christlichen Stirnblattes, doch eigentlich reformirt, daher nicht für alle Christen bindend ist. Was Gelehrsamkeit betrifft, möchte sich Schreiber dieses nicht mit dem berühmten Doctor von Mercersburg messen, und mit ihm über seine verbesserte Bibelübersetzung disputiren, aber er kann es nicht unterlassen, einige Beispiele solcher Verbesserung folgen zu lassen, und das Urtheil darüber Gelehrteren anheimzustellen. — Röm. 2, 14. 15. lautet die neue Uebersetzung: „So die Heiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur thun des Gesetzes Werk; so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, ihnen selbst ein Gesetz, als die da beweisen, des Gesetzes Werk sei geschrieben in ihren Herzen, sintemal ihr Gewissen ihnen Zeugniß giebt, und ihre Gedanken sich unter einander anklagen und entschuldigen.“ Daß die Worte „und doch“ (vergl. Luthersche Bibel) nach Art der deutschen Redeweise mit hinein gehören, fühlt ein jeder. Ebenso wenig Grund haben die Worte „so sind sie,“ da Luther gewiß ganz richtig übersetzt: οὗτοι, dieselbigen. Daß aber der Uebersetzer am Ende von V. 16. sagt: „und entschuldigen“ ist ganz falsch, denn es heißt: ἢ καί; ja auch die englische Bibel hat: or else. In der Stelle Ebr. 1, 1. wird übersetzt: „hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet in seinem Sohn.“ Abgesehen nun davon, daß das Wort „seinem“ nicht im Griechischen steht, so hat selbst die „genaue“ englische Uebersetzung by für ἐν. Röm. 8, 15. übersetzt der Verfasser zwar auf pag. 33: „Einen knechtischen Geist“ und „einen kindlichen Geist;“ pag. 106 aber heißt es: „Geist der Knechtschaft, Geist der Kindschaft.“ Welche Unordnung und Mißverstand aus zwei Lesarten eines Buches, vor allem eines Katechismus, entstehen, wenn der eine Schüler diese, der andere jene Form auswendig lernt, ist wohl einzusehen. Ps. 115, 1. heißt es: „Nicht uns, Herr, ꝛc. — um deiner Gnade und Treue willen.“ Daß Luther ebenso richtig „Wahrheit“ übersetzt hat, eine Verbesserung also wenigstens überflüssig war, vergleiche die Stellen: Gen. 48, 16., Jes. 42, 3. „Gott ist Liebe“ übersetzt Dr. Schaff 1 Joh. 4, 8. gewiß ganz wörtlich, fühlt aber, daß dies doch eigentlich nicht recht genug ist, und setzt darum in Klammern hinzu „die Liebe selber im höchsten und vollkommnen Sinn;“ denn in der deutschen Sprache liegt offenbar mehr Nachdruck beim Gebrauch des Artikels, als ohne denselben. Ohne Noth schreibt der Autor 1 Cor. 8, 6. „von welchem alle Dinge sind und wir zu ihm,“ denn daß die particula εἰς mit dem accusativus auch zur Andeutung der Ruhe gebraucht wird, vergl.