# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S208 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 208 Christlicher Katechismus; ein Leitfaden zum Religionsunterricht. Berge die Gebote erklärt, im Gespräch mit Nicodemus sobald von der Taufe anfängt; wenn der Apostel Paulus spricht: „Ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein Jesum Christum, den Gekreuzigten;“ wenn die Beroenser gelobt werden, daß sie täglich in der Schrift forschten, wie will es einem Christen geziemen, nur von Zeit zu Zeit auf diese Hauptstücke zurückzugehen? Der gegenwärtige Katechismus ist „für Sonntagsschulen bestimmt, welche zu den unentbehrlichen amerikanischen Institutionen gehören.“ Durch Belehrung in den Gemeinden über die große Wichtigkeit und den unbestrittnen Segen des Katechismusunterrichts in den christlichen Wochenschulen dürfte wohl die Unentbehrlichkeit der Sonntagsschulen ein wenig in den Hintergrund treten. Für die „verschiedenen Stufen des Unterrichts,“ wozu der Verfasser auch die Sonntagsschulen rechnet, sind „verschiedene Lehrmethoden“ nöthig. Vielleicht ist es eine solche Lehrmethode, daß er die Reihenfolge der Hauptstücke verändert hat. Er entschuldigt sich damit, daß er sagt: „Die Abweichung von der katechetischen Tradition in der Anordnung des Stoffes wird sich durch ihren Anschluß an den Gang der religiösen Erziehung rechtfertigen; denn Kinder lernen gewöhnlich zuerst das Gebet des Herrn, dann das Glaubensbekenntniß und zuletzt die zehn Gebote.“ Soll sich der Katechismus an den Gang der Erziehung anschließen, so kann ein aus dem Wort Gottes unterrichteter Christ mit viel größerem Rechte sagen, Eltern und Lehrer sollen sich in ihrem Religionsunterricht an die Anordnung der Bibel und des aus derselben gezogenen Katechismus (Laienbibel) anschließen; denn Gott macht schon im Paradies den Anfang mit dem Gesetz, und läßt das Evangelium folgen. Seine Boten, die Propheten, thun ein Gleiches, und mit Einem Munde predigen Christus und die Apostel: „Thut Buße (Gesetz), das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Evangelium). Da nun der gelehrte Herr Doctor einmal in das Verbessern gekommen ist, wer wollte sich wundern, daß noch manche Seitenstücke dazu kommen! Er selbst kann nicht umhin, mit einigen Worten die große Bibelverbesserung zu berühren, welche er zum Besten der Kinderwelt veranstaltet hat. Er bekennt zwar selbst, daß meist in „unwesentlichen Puncten“ die deutsche Bibel von der englischen abweiche, d. h. daß die Uebersetzung Luthers zum Verständniß einer jeden Stelle doch eigentlich hinreichend sei; trotzdem aber sei diese Umwandlung nöthig zur Ausgleichung der englischen Ausgabe dieses Katechismus. Denken wir also einen Augenblick über die Consequenzen nach, welche daraus folgen, daß wir um eines englischen Katechismus willen eine andere Uebersetzung der Bibel (?) bedürfen. Kinder, welche einigermaßen zum Gehorsam angehalten werden, lernen zwar die neuübersetzten Bibelsprüche auswendig, ohne zu fragen warum; will aber der Lehrer sie recht unterrichten, so muß auch er diese neue Bibel lernen; dasselbe werden die Eltern nöthig haben, ja, was nützen endlich alle jetzigen Bibeln, wozu noch Bibelgesellschaften, wenn sie uns nicht eine neue Auflage, nehmlich eine