# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S207 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Christlicher Katechismus; ein Leitfaden zum Religioneunterricht. 207 hat, als der hannöverschen Landeskirche, obwohl die missourische Kirchenverfassung jetzt in die hannöversche Kirche einzuführen, höchst gefährlich und verderblich wäre, und mithin für sie jetzt eine unangemessene, gefährliche Verfassung sein würde. — Indeß ist auf eine Verfassung überhaupt nicht zu hohes Gewicht zu legen, es kommt vor allem auf den Geist an; ohne das rechte Leben ist auch die beste Verfassung ein leerer Schatten. Dennoch muß der Grundsatz fest bleiben: wie die Spitze und Krone der römischen Verfassung der Pabst ist, so ist die Spitze und Krone der luth. Kirchenverfassung die Gemeinde. ———— (Einges. von Past. G. Löber.) Christlicher Katechismus; ein Leitfaden zum Religionsunterricht in Schule und Haus, von Philipp Schaff, Doctor und Professor der Theologie. Es ist bekannt, wie eifrig viele kirchlich-gesinnte Deutsch-Amerikaner in ihrem Bestreben sind, die Bekenner aller Confessionen, vornehmlich Reformirte und Lutheraner, zu uniren. Obgleich ihnen eine vieljährige Erfahrung von jeher störend in den Weg getreten ist, so meinen sie doch ihr Vorhaben nicht aufgeben zu dürfen. Ein neuer Versuch auf diesem Wege zeigt sich in dem Buch, dessen Titel oben angegeben ist. Wäre die Absicht des Herrn Verfassers wirklich, allen denen, für welche das Buch bestimmt ist, die reine Lehre des Wortes Gottes „kurz und bündig“ darzustellen, so müßte der Titel eines christlichen Katechismus, welcher somit die Predigt von Christo enthalten will und soll, große Hoffnungen erwecken. Daß aber dem nicht also sei, beweist die Ausführung. Dies nebst einigem andern Mangelhaften kürzlich zu zeigen, ist der Zweck gegenwärtiger Arbeit. Um den Standpunct des Herrn Verfassers kennen zu lernen, wird es nöthig sein, die Vorrede zur zweiten Auflage ein wenig zu übersehen. Er beginnt dieselbe: „Ich schäme mich nicht, einen Kinder-Katechismus herauszugeben.“ Man sieht, es hat den Herrn Doctor Ueberwindung gekostet, sich einem solchen Werke, das nach seiner Meinung, wie es scheint, eigentlich nur eine Aufgabe für Unerfahrene und Neulinge im Christenthum wäre, zu unterziehen; nach reiflicher Ueberlegung spricht er sich zwar damit Muth ein, daß er sagt: „Es ist für jeden, auch den erfahrensten Christen, ein tiefes Bedürfniß, von Zeit zu Zeit auf die einfachsten Elemente der Religion zurückzugehen und mit den Kindern ein Kind zu werden,“ er widerlegt dasselbe aber selbst durch die unmittelbar zuvor angeführte Warnung Christi: „Wenn ihr nicht umkehret, und werdet wie die Kinder“ ꝛc. (sollen wir nur von Zeit zu Zeit umkehren?); theils durch das darauf Folgende: „Gerade die einfachsten Elemente unsers Glaubens sind zugleich die wesentlichen Fundamente desselben.“ Von Zeit zu Zeit zu ihnen zurückgehen, hieße, von Zeit zu Zeit sie als wesentlich anerkennen, hieße von Zeit zu Zeit ein Haus auf seinem Fundamente ruhen lassen. Wenn Christus in seiner ersten Predigt auf dem