# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S195 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 195 Christus ist ein Stifter derselbigen geistlichen Freiheit, die man nicht siehet. (Luther.) 99. Sicut evangelium approbat alias res politicas, ita libertatem, dominia et servitutes approbat. (Cruciger.) Wie das Evangelium andere politische Dinge bestätigt, so auch die Freiheit, die Herrengewalten und Knechtschaften. 100. Illa vox: Honora patrem et matrem, subjicit omnes homines servituti; cum autem et illa sententia sit in natura scripta, sentiendum est vere, causas servitutis in natura positas esse. (Melanchthon.) Jene Stimme: Ehre Vater und Mutter, unterwirft alle Menschen der Knechtschaft; da aber auch diese Wahrheit in der Natur (des Menschen) geschrieben steht, so ist unzweifelhaft dafür zu halten, daß die Ursachen der Knechtschaft schon in der Natur liegen. 101. Sicut ev. non abolet hoc praeceptum: Honora patrem et matrem, ita nec imperia, nec servitutem improbat, sed suo testimonio confirmat, ac docet oportere ad cohercendos impios et carnales in mundo existere regna et servitutem; et iis rebus utuntur sancti, sicut aliis bonis Dei creaturis. (Melanchthon.) Wie das Ev. dieses Gebot nicht aufhebt: Ehre Vater und Mutter, so mißbilligt es auch weder die Herrschaften, noch die Knechtschaft, sondern bestätigt sie durch sein Zeugniß, und lehrt, daß es zur Zähmung der Gottlosen und Fleischlichen in der Welt Herrschaft und Knechtschaft geben müsse; und dieser Dinge bedienen sich die Heiligen, wie anderer guter Creaturen Gottes. 102. In Christi quidem regno et quoad communicationem spiritualium bonorum domini et servi pares sunt, interim tamen evangelium non abolet politias, nec tollit discrimen statuum in vita civili. (Gerhard.) Zwar sind in Christi Reich und in Betreff der Gemeinschaft der geistlichen Güter Herren und Knechte gleich, indessen jedoch schafft das Evangelium die politischen Ordnungen nicht ab, noch hebt es den Unterschied der Stände im bürgerlichen Leben auf. 103. Cum dicit Paulus: Praestate aequalitatem, non vult servos fieri aequales et pares domino, sed vult servari aequalitatem geometrica proportione. (Melanchthon.) Wenn Paulus sagt: Beweiset (den Knechten), was gleich ist, so will er nicht, daß die Knechte dem Herrn gleich gemacht werden, sondern er will, daß Gleichheit in geometrischem Verhältniß beobachtet werde. 104. Unser HErr Christus begehrt nicht, daß ich mit meinem Gut mich zum Bettler und den Bettler zum Herrn mache, sondern seiner Nothdurft soll ich mich annehmen und, was ich vermag, ihm helfen, daß der Arme mit mir esse und ich nicht mit dem Armen esse. (Luther.) 105. Vincula divina et naturalia ligant servos et liberos. (Melanch.) Die göttlichen und natürlichen Banden verbinden Knechte und Freie.