# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1864_S193 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang X. Juli 1864. No. 7. Theologische Axiome. (Fortsetzung.) XXIV. Vom Hausstand. (Schluß.) 86. Relatio mutua, per quam parentes, ut tales, liberos ut liberos et hi vicissim illos ut suos parentes respiciunt et ad mutua officia obligantur, manet, quamdiu parentes et liberi vivunt. (Baier.) Das gegenseitige Verhältniß, vermöge dessen die Eltern, als solche, die Kinder als Kinder und diese hinwiederum jene als ihre Eltern ansehen und zu gegenseitigen Pflichten verbindlich sind, bleibt, so lange die Eltern und Kinder leben. 87. Weltlich Reich kann nicht stehen, wo nicht Ungleichheit ist in Personen, daß etliche frei sein, etliche gefangen, etliche Herren, etliche Unterthanen. (Luther.)*) *) Mit Absicht haben wir im Folgenden über den an sich untergeordneten Punct von dem Herren⸗ und Knechtstand etwas zahlreichere theologische Aphorismen gegeben. Denn obwohl die Zeit mit schnellen Schritten herannaht, in welcher die Sclaverei völlig abgeschafft sein wird (worüber wir gewiß am wenigsten Leid tragen, ja wofür wir selbst aus politischen Gründen unter Umständen stimmen dürften), so bleibt doch die biblische Lehre von der Knecht⸗ oder Leibeigenschaft ebenso fest stehen nach, wie vor Abschaffung der letzteren; wie die Lehre vom Königthum ebenso fest stehen bleibt und von allen Christen festgehalten werden muß in einer freien Republik, wie in einer absoluten Monarchie. Ja, da der Geist dieser letzten Zeit für Abschaffung der Sclaverei arbeitet nicht aus rein politischen Gründen, sondern im antichristischen Geiste der Verwerfung aller göttlichen Ueber⸗ und Unterordnung in der Welt, so ist es nach der Durchführung der Sclavenemancipation doppelt Pflicht des lutherischen Theologen, zu wachen, daß, damit nicht falsche, Gottes Ordnungen umstürzende Principien in die Kirche, wie in die Gottes Wort nichts achtenden Secten, sich einschleichen. Die Kirche soll keine Wetterfahne des Zeitgeistes und der christliche Theolog kein um den Applaus der gottlosen Welt buhlender und mit ihr hurender Herold eines liebeheuchelnden, aber in der That auf pure Selbstsucht und Feindschaft wider Gottes Weltregierung gegründeten, Humanismus sein, sondern sich der Sündfluth einer falschen Aufklärung und der Lügenfratze einer angeblichen Philanthropie entgegenstellen, im Namen des HErrn mit der Waffe des klaren Schriftwortes, zu Trotz allen scheinheiligen Schriftverdrehern und frechen Schriftverlästerern, zu Trotz der frommen Welt, dieser geschmückten Teufelsbraut, zu Trotz dem Teufel selbst und allen Höllenpforten. D. R.