# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S190 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 190 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. mächtigt sind und im Namen und für die loyalen Mitglieder jährlichen Conferenzen der südlichen bischöfl. Methodistenkirche ihr Recht hiermit wahren und den Besitz und die Verwaltung des besagten Eigenthums gemäß der ursprünglichen Gründung dieser wohlthätigen Anstalt beanspruchen; so sei es deshalb Beschlossen, daß P. M. Pinckard, C. B. Parsons und S. D. Baldwin hiermit als ein Board von Commissären ernannt sind mit aller Vollmacht und Autorität, um die Rechte der Kirche in dieser Angelegenheit zu wahren und alle zur Bewerkstelligung Dessen nothwendigen und erforderlichen Schritte zu thun und in der Ausübung dieser Macht zu beharren, bis eine Versammlung der Generalconferenz anderweitig verfügen mag.“ Die Convention schien, wie der Apologet sich ausdrückt, große Bekümmerniß über die Besetzung südlicher Methodistenkirchen durch nördliche Prediger unter der Autorität des Kriegssekretärs an den Tag zu legen. Die folgenden Beschlüsse passirten: „Da unter einer vom Kriegssekretär erlassenen Order die Behörden eines andern kirchlichen Körpers, welcher ein von der bischöfl. Methodistenkirche des Südens verschiedener, wo nicht ein der letztern feindseliger ist, bevollmächtigt worden sind, die der besagten Kirche zugehörenden Gotteshäuser in Besitz zu nehmen; und Da wir in Kenntniß gesetzt sind und glauben, daß besagte Order die Zustimmung des Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht erhält, und da wir ebenso glauben, daß diese Order nach dem Urtheil und aufgeklärten christlichen Gefühl besonnener Offiziere der Land- und Seemacht als eine ungerechte, überflüssige und die Rechte eines zahlreichen christlichen Körpers untergrabende betrachtet wird, so sei es deshalb beschlossen, daß wir achtungsvoll gegen die Ausführung der besagten Order protestiren und den Präsidenten ersuchen, ihre Vollstreckung zu hemmen und zu verhindern.“ Charleston, S. C. In einem Wechselblatte lesen wir, daß in Charleston alle Kirchthürme abgetragen worden sind, damit die Unionskanoniere keinen Anhaltspunct haben möchten, die Distanzen zu berechnen. Die Vereinigten Brüder in Christo (die s. g. Otterbeinleute), welche schon einige Missions-Stationen unter den befreiten Farbigen im Süden haben, sendeten einige Abgeordnete nach Washington, um bei der Uebertragung confiscirten Kircheneigenthums sich etwas Antheil zu sichern. So berichtet der „Evangelist“ vom 7. Mai. Warum sollten diese auch nicht einen Theil der Beute ebensogut ansprechen dürfen, wie die Methodisten, die bekanntlich ihre Blutsverwandten sind! Gott gebe nur, daß das Eigenthum möglichst schnell vertheilt wird, sonst wird es endlich eine Hetzjagd der verschiedenen hiesigen Secten nach Kircheneigenthum geben, die schwerlich zum Aufbau des Reiches Gottes beitragen dürfte. Es ist übrigens immerhin ein merkwürdiges Zeichen, daß die hiesigen Secten, welche bisher in der rabiatesten Weise gegen alles Staatskirchenthum getobt haben, schon bei der ersten Versuchung, vom Staate einige Brocken zu erhalten, so kläglich erlegen sind. Es bringt dies nur zu deutlich an den Tag, daß die Secten bei den Aeußerungen moralischer Entrüstung über die Privilegien einer Staatskirche dem Fuchse in der Fabel gleichen, der die saftigen süßen Weintrauben, die er nicht erreichen konnte, für sauer und der Gesundheit schädlich erklärte. II. Ausland. Patriotismus. Im Hermansburger Missionsblatt vom Februar d. J. befindet sich ein Gespräch über die Angelegenheiten Schleswig-Holsteins, in welchem schließlich der eine von den Colloquenten spricht: So sehe ich, du wirst wohl nicht viel für Schleswig-Holstein thun? — worauf der andere antwortet: „Mehr als ihr alle, ich gehe alle Tage zu meinem Gott und bete für Schleswig-Holstein und für das deutsche Vaterland und für die theure lutherische Kirche, und daß Gott alles recht machen wolle, damit Recht Recht bleibe und dem alle fromme Herzen zufallen mögen, und daß Gott die Fürsten stärken möge mit Kraft von oben, und sie erleuchten mit Weisheit von oben, und daß Gott die verblendeten Menschen bekehren wolle. Ich bete, daß Gott den Krieg beendigen und den Frieden erhalten wolle, auf daß Gottes Reich sich in Frieden bauen könne. Die Verwirrung ist jetzt schon groß genug, und die Verwilderung geht damit gleichen Schritt. Schon jetzt wird allenthalben aus dem Schleswigschen geschrieben, daß die Kirchen fast ganz leer stehen. Ziemlich leer sind sie in den meisten Theilen von Deutschland auch schon ohne Krieg. Wenn es aber gar gelingt, die Mittelstaaten an die Großstaaten zu hetzen, und der französische