# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S188 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 188 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. Synoden frei stehen sollte, neue Bekenntnisse zu stellen; daß das lutherische Bekenntniß fest stehe, und die Generalsynode selbst keine Macht habe, es zu ändern.“ C. Aufnahme der Franckean Synode; Protest und Austritt der Delegaten der Pennsylvania Synode. Unter dieser Aufschrift enthält das bereits genannte Blatt in seiner Nummer vom 19. Mai einen weiteren Bericht über den Verlauf der oben berührten Sache, der gewiß für alle treuen Lutheraner von großem Interesse ist. Derselbe lautet, wie folgt: „Der Gegenstand, der fast die ganze Zeit der Synode von Donnerstag bis Montag Mittag in Anspruch nahm, war das Gesuch der Franckean Synode um Aufnahme in die Generalsynode. Diesem Gesuch wurde von denen heftig opponirt, welche glaubten, daß die Franckean Synode keine lutherische sei, weder in der Praxis, noch in der Gesinnung, und daß sie keine Rücksicht noch Achtung für das Bekenntniß der Kirche habe. Die Gründe, die gegen die Zulassung dieser Synode geltend gemacht wurden, waren so stark und zahlreich, daß durch einmüthige Stimme am Freitag dies Gesuch bis auf die Zeit zurückgewiesen wurde, da die Franckean Synode ihre Uebereinstimmung mit der Augsb. Conf. und ihre Hochachtung derselben bekennen würde. Doch — die Sache wurde später in Wiedererwägung gezogen, und die Franckean Synode wurde als ein integrirender Theil der Generalsynode aufgenommen. Durch diesen Act hat die Generalsynode ihre eigene Constitution verletzt, wenigstens nach dem Urtheil einer großen Anzahl ihrer Glieder sowohl aus dem Prediger- als Laienstande, welche, nachdem der Beschluß über die Aufnahme passirt war, ihren förmlichen Protest dagegen einlegten. Die Scene war eine sehr feierliche und ergreifende, als am Dienstag Morgen der ehrw. Dr. C. W. Schäffer im Namen der Protestirenden, unter dem tiefen Schweigen des ernsten Augenblicks, mit klarer, deutlicher Stimme, die man durch das ganze Gebäude hören konnte, das Schreiben verlas, welches sie aufgesetzt hatten, und das die drei Gründe enthielt, die sie zu diesem Schritt getrieben und die der Substanz nach also lauten: 1) daß die Generalsynode ihre Constitution verletzt hat, indem sie in ihren Verband die Franckean Synode aufnahm, die aus den im Lauf der Debatte klar dargelegten Gründen keine ordentlich organisirte lutherische Synode war; 2) daß die Generalsynode durch diesen Act die Gewissen derer beschwert hat, die die synodale Genossenschaft nicht auf solche Brüder ausdehnen können, die sich weigerten, ihre Uebereinstimmung mit dem Bekenntniß der Kirche zu erklären, und daß sie also auch damit ihre Constitution verletzt hat, welche den Gewissen eine solche Last aufzulegen verbietet; 3) die Constitution der Generalsynode mache die Annahme der Augsb. Conf. zu einer Vorausbedingung der Zulassung zu dieser Körperschaft, während durch den oben angenommenen Beschluß die Franckean Synode unter dem Versprechen aufgenommen worden sei, in der Folgezeit die Augsb. Conf. anzuerkennen. — Zu derselben Zeit überreichte Dr. Schäffer ein anderes Schreiben, unterzeichnet von allen Delegaten der Pennsylvania-Synode, die nun förmlich von der Generalsynode austraten, wozu sie durch einen stehenden Beschluß ihrer Synode verbunden waren, da nämlich die Generalsynode nach ihrem Urtheil die Grundsätze verletzt habe, auf welche hin die Synode von Pennsylvanien eingewilligt, sich mit ihr zu vereinigen. — Das Verlesen dieser Schreiben und der gemeinsame Aufbruch der großen Delegation der Synode von Pennsylvanien verursachte eine tiefe Bewegung, und es war sehr augenscheinlich, daß die Sache von allen nachdenkenden Freunden der Einigkeit der Kirche mit ernster Besorgniß angeschaut wurde. — So sehr ich auch geneigt wäre, jeden Versuch der Zerbröckelung und Zerreißung der Kirche zu tadeln, so kann ich doch die entschiedene und gewissenhafte Weise nur bewundern, in welcher sich diese Brüder und diejenigen, die mit ihnen den Protest unterzeichneten, auf das Bekenntniß der Kirche als auf die Erklärung ihres Glaubens gestellt haben. Ich bin geneigt zu glauben, daß diese Handlung der Delegaten der Pennsylvania-Synode einen gewichtigen Einfluß auf die künftige Geschichte der luther. Kirche dieses Landes haben wird. Wenn in Folge dieses Schrittes der Generalsynode die Synode von Pennsylvanien schließlich ihre Verbindung mit derselben auflösen wird, so dürften ihr andere Synoden und Prediger folgen, die den Geist des Glaubens und der Liebe, der die alte Mutter-Synode charakterisirt, bewundern. Nun, wir müssen hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, eingedenk, daß, wie mir wiederholt gesagt worden ist, die Pennsylvania-Synode nicht die Generalsynode verlassen hat, sondern daß für jetzt die Generalsynode eher scheint, sie verlassen