# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S184 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 184 Die Briefe St. Pauli an Timotheum und Titum oder das apostolische Pastorale. Sohn zu erziehen, der ein frommer christlicher Pfarrherr oder Schulmeister wird, und damit Gott selbst erzogen hast einen sonderlichen Diener, einen Engel Gottes, einen rechten Bischof vor Gott, einen Heiland vieler Leute, einen König und Fürsten in Christi Reich und in Gottes Volk einen Lehrer, ein Licht der Welt; und wer will und kann alle Ehre und Tugend erzählen eines rechten treuen Pfarrherrn, so er vor Gott hat? Es ist ja kein theurer Schatz noch edler Ding auf Erden und in diesem Leben, denn ein rechter treuer Pfarrherr oder Prediger. Denn rechne du selbst, was Nutzens das liebe Predigtamt und die Seelsorge schaffet, als: daß so viele Seelen dadurch täglich gelehret, bekehret, getauft und zu Christo gebracht und selig gemacht werden und von Sünden Tod, Hölle und Teufel erlöset, zur ewigen Gerechtigkeit, zum ewigen Leben und Himmel dadurch kommen, daß wohl Daniel 12, 3. sagt: daß die, so andere lehren, sollen leuchten wie der Himmel und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen, sollen sein wie die Sterne in Ewigkeit. Denn Gottes Wort und Amt, wo es recht gehet, muß ohne Unterlaß große Dinge thun und eitel Wunderwerk treiben vor Gott, als: Todte auferwecken, Teufel austreiben, Blinde sehend, Taube hörend, Aussätzige rein, Stumme redend, Lahme gehend machen und ob es nicht leiblich geschieht, so geschieht's doch geistlich in der Seele, da es viel größer ist; wie Christus spricht Joh. 14, 12.: Wer an mich glaubet, der wird die Werke thun, die ich thue, und noch größere Werke thun. (Denn fürwahr — damit ich hier eine Bemerkung einschiebe — was half es den von Christo leiblich Geheilten, wenn durch sein Evangelium nicht der Glaube an Ihn in ihren Herzen angezündet und sie nicht durch die Vergebung der Sünden geistlich geheilt wurden?)........ „Das ist nun gesagt von den Werken und Wundern, die ein treuer Pfarrherr thut gegen die Seelen, von Sünden, Tod und Teufel zu helfen. Ueber das thut er auch gegen die Welt eitel große, mächtige Werke, nämlich, daß er alle Stände berichtet und unterweiset, wie sie äußerlich in ihren Aemtern und Ständen sich halten sollen, damit sie vor Gott recht thun, kann die Betrübten trösten, Rath geben, böse Sachen schlichten, irrige Gewissen berichten, Frieden helfen halten, söhnen, vertragen und deren Werke ohne Zahl viel und täglich; denn ein Prediger bestätigt, stärkt und hilft erhalten alle Obrigkeit, allen zeitlichen Frieden, steuert den Aufrührerischen, lehret Gehorsam, Sitten, Zucht und Ehre, unterrichtet Vateramt, Mutteramt, Kinderamt, Knechtamt, und Summa alle weltlichen Aemter und Stände. Dies sind wohl die geringsten guten Werke eines Pfarrherrn; doch sind sie so hoch und edel, daß sie noch nie keine Weisen unter allen Heiden erkannt, noch verstanden, viel weniger zu thun vermocht haben; auch noch kein Jurist, keine hohe Schule, Stift, noch Kloster solche Werke weiß, und weder im geistlichen noch weltlichen Rechte gelehrt werden; denn da ist niemand, der solche weltliche Aemter Gottes Gaben oder gnädige Ordnung heiße, sondern das Wort Gottes und Predigtamt allein preiset und ehret sie so hoch.“ Aus diesen Zeugnissen Luthers vom h. Predigt-, resp. Pfarramt, sollen