# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S171 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Martin Chemnitz über den Wucher. 171 (systema locc. theoll. I, 574): „Der h. Geist, als der oberste Verfasser der h. Schrift, war an keines Schriftstellers Stil gebunden, sondern konnte sich als der unumschränkteste Meister der Sprachen durch einen jeden derjenigen Eigenthümlichkeit, desjenigen Stils und derjenigen Redeweise bedienen, die ihm gerade beliebte, und daher seine göttlichen Weissagungen ebensowohl durch Jeremias mit besonderem Schmuck der Rede, als durch Jesaias in einfachem Stile verkündigen. Sein Absehen war aber nicht sowohl auf die Redekunst der Schriftsteller, als auf die Beschaffenheit der zu besprechenden Gegenstände gerichtet, und er bediente sich deshalb seiner ihm in allen Stücken zu Gebote stehenden freien Gewalt auf eine seiner unendlichen Weisheit angemessene Weise. Deshalb ist es nicht zu verwundern, daß sich der nämliche h. Geist einer verschiedenen Redeweise bedient hat. Die Ursache davon ist die, daß der h. Geist einem jeden zu reden gestattet, wie er will.“*) Auf diese Weise genügten unsere Alten allen Forderungen wahrer Wissenschaft, indem sie die thatsächlichen Verschiedenheiten des Stils nicht in Abrede stellten, sondern auf eine befriedigende Weise erklärten; sie genügten aber auch ihrem Glauben und der Kirche und bewährten sich eben durch diese beiden Momente und ihre harmonische Verbindung (im Verhältniß der Dienstbarkeit der Wissenschaft) als wahre, als Mustertheologen. Es liefert aber eine solche Untersuchung moderner, mit zuversichtlichem Triumphgeschrei gepredigter Theorien jedesmal einen neuen Beleg dafür, was von der sog. Fortschrittstheologie zu halten ist, und einen neuen Beweis, daß diejenigen, welche der alten Theologie vor der modernen entschieden den Vorzug geben, dafür guten Grund und gutes Recht haben, nicht nur vom Gesichtspunkte der Theologie insonderheit, sondern auch von dem der Wissenschaft und des gesunden Menschenverstandes. Martin Chemnitz über den Wucher. (Auf Beschluß der St. Louis⸗Districts⸗Pastoral⸗Conferenz übersetzt und mitgetheilt aus Loci theologici Dr. M. Chemnitii, ed. op. et studio Polycarpi Leyseri, D. Francof. et Witteberg. Ed. nov. 1653 fol. Tom. P. II, fol. 158—170.) Vieles und Verschiedenes ist über den Wucher disputirt worden. Denn einige haben behauptet, die bürgerliche Gesellschaft, wie jetzt die menschlichen quae ex eo esse videtur, quia sp. s. accommodavit se ordinario dicendi modo, unicuique suum sermonis genus relinquens; propterea tamen non negandum, sp. s. ipsa verba in individuo ipsis inspirasse. *) Spir. s., scripturae s. suminus autor, non adstrictus fuit ad ullius stylum, sed ceu liberrimus linguarum doctor, charactere, stylo ac sermonis genere uti potuit per unumquemque, quo libuerit, ac tam facile per Jeremiam ornatu sermonis singulari, quam per Esaiam stylo simplici oracula divina proponere. Qui vero non tam autorum dicendi facultatem, quam materiarum, de quibus dicere voluit, indolem spectavit suaque per omnia αὐτεξουσία usus est pro immensa sapientia sua. Ideoque non mirum, eundem spiritum varium sermonis characterem adhibuisse. Causa diversi sermonis est, quia dat sp. s. unicuique eloqui, prout vult.