# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S167 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die moderne Theorie von den verschiedenen Lehrtypen des neuen Testaments. 167 aller Apostel, soweit sie uns im N. T. bezeugt ist, zu ihrem gemeinsamen Hauptgegenstand hat das göttliche Heil und Leben in Jesu Christo, und da⸗ her handelt 1. von der Person Jesu Christi, als des Herrn; 2. von dem Heil und Leben, das er gestiftet hat, im Gegensatz gegen das Verderben der Sünde in der Welt, und zwar a. von der in diesem Heil und Leben enthal⸗ tenen Erfüllung des alten Bundes; b. von der Theilnahme an demselben im Glauben an Jesum Christum, mittelst einer neuen Geburt aus Gott; c. von der Gemeinschaft der Gläubigen in der Liebe, und d. von der Vollen⸗ dung des Heils durch die vollendete Offenbarung Jesu Christi.“ — Merke! Das ist die ganze Einheit in der Lehre der verschiedenen Apostel, daß ihr Hauptgegenstand das göttliche Leben in Christo ist und sie von den oben ge⸗ nannten Stücken handelt! Was sie aber darüber lehren, der eigentliche Inhalt ihrer Lehre ist nicht einer; die Einheit besteht nur darin, daß sie von jenen Gegenständen etwas (wer weiß, was?) lehren. Anders lassen sich jene als Exempel angeführten Worte nicht verstehen; denn es wird im ganzen Buche nirgends ein gemeinsamer Lehrbegriff des N. T. aufgestellt. Die dort gegebene Einheit ist die einzige, die sich vorfindet; dagegen wird jeder der vier neutestamentlichen Lehrtypen sehr ausführlich in seiner Beson⸗ derheit, als ein besonderes, ohne Zusammenhang mit den andern für sich dastehendes System entwickelt. O wir armen Christen! Nichts Gewisses haben wir also im N. T., worauf unser Glaube sich gründen könnte; wir wissen nur, daß es von Christo und seiner Erlösung handelt, wovon ja die Lehrsysteme der Arianer, Socinianer, Rationalisten, Quäker und aller der heillosen Sekten auch handeln, und welchem von den vier apostolischen Sy⸗ stemen er nun folgen und beipflichten will, das mag jeder Christenmensch mit sich selbst ausmachen! Unsere gläubigen Theologen sind sich wohl oft dieser schrecklichen Consequenzen nicht klar bewußt, wollen sie darum auch nicht zu⸗ geben; aber sie ergeben sich doch mit logischer Nothwendigkeit. Denn wenn die in den Schriften eines Apostels enthaltene Lehre als ein besonderes, von der Lehre der andern App. völlig losgetrenntes und wesentlich verschiedenes, eigenes System dargestellt und die Einheit unter ihnen nur in dem Gegen⸗ stande, von dem sie handeln, gesucht wird: so ist eben alle wesentliche Ein⸗ heit verschwunden; wir haben dem Lehrinhalte nach nur Verschiedenes, blos im Lehrobjekt sind sie einig. Es ist daraus klar, daß, so sehr man auch von dieser Seite die erdichteten Widersprüche der Rationalisten von sich gewiesen und widerlegt hat, doch das Princip dasselbe ist, wie dort, und in der Hauptsache auch zu denselben Resultaten führt. Und in welchem Verhältnisse steht denn diese Theorie zu dem Glauben an die göttliche Eingebung der heil. Schrift? Es ist nicht schwer, dasselbe auf⸗ zufinden. Denn wenn da nur verschiedene Lehrsysteme verschiedener Men⸗ schen sind, — man mag nun die Widersprüche noch so sehr abstumpfen und die Gegensätze verhüllen —, so kann das N. T. nicht das Werk des heiligen Geistes sein, weil dieser als der Geist der Wahrheit nur eine Wahrheit, nur eine Lehre von dem Heile in Chr. offenbaren und den Schreibern ein⸗