# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S166 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 166 Die moderne Theorie von den verschiedenen Lehrtypen des neuen Testaments. optikern wie Matth. 2, 1—12.; 8, 11.; 28, 19 ff.; Marc. 16, 15 ꝛc. klar das Gegentheil. Das wäre also die Theorie von den verschiedenen Lehrtypen des N. T. vom rationalistischen Standpunkte aus, in ihren wesentlichen Grundzügen —, ein glänzendes Dokument der Geistesarmuth dieser theologischen (vielmehr aftertheologischen) Richtung, deren Charakter so erbärmlich ist, daß jetzt die bittersten Feinde der Wahrheit es nicht wagen, sich offen zu demselben zu bekennen, und doch wird die rationalistische Weisheit immer von Neuem wieder, wenn auch mit andern Namen, aufgetischt, und sind wir darum, so schwach die jetzt behandelten Behauptungen von den verschiedenen Typen des N. T. sind, durchaus nicht sicher, daß dieselben nicht wiederkehren; ja, wir brauchten uns, wenn das geschehen würde, gar nicht darüber zu wundern, sondern müßten darin eine in der ganzen Richtung der heutigen Theologie sehr wohl begründete Consequenz sehen. Wenden wir uns aber nun zu den diese rationalistische Anschauung bekämpfenden gläubigen Theologen, so finden wir in ihnen Ritter, welche in manchen Stücken selbst vor ihren Feinden die Lanzen strecken, ihnen bedeu⸗ tende Concessionen machen, obwohl sie dieselben durch ein unbestimmtes, unklares Gerede von einer „höheren Einheit, von einem Verhältnisse nicht der Gegenwirkung, sondern der Wechselwirkung und gegenseitigen Ergänzung“ abzuschwächen und zu verbergen suchen. Es sind nach ihnen doch auch „Unterschiede anzuerkennen, sowohl im Inhalt, als in der Form der Lehre.“ Während aber die Rationalisten vom Gesichtspunkte verschiedener Völker⸗ schaften mit verschiedener Bildungsform ihre Unterscheidungen trafen, so hat A. Neander einen andern Weg eingeschlagen, der heutzutage, als der richtige, in Lehrbüchern und Vorträgen meistens betreten wird, wornach die verschiedenen Lehrtypen nach den verschiedenen apostolischen Persönlichkeiten bestimmt werden. Nach Gal. 2, 9. gibt man jeder von den drei Säulen der Kirche einen besondern Lehrtypus, eine besondere, von den andern verschie⸗ dene Grundanschauung, ein besonderes religiöses System, und so kommt man denn, indem man zu den drei Säulen noch Paulus als den vierten hinzu⸗ rechnet, zu folgenden vier verschiedenen Lehrtypen des N. T.: „dem Lehr⸗ begriff des Jakobus, dem petrinischen, dem paulinischen und dem johanneischen Lehrbegriff,“ welche verschiedenen Lehrformen einen „Fortschritt von unten nach oben bilden,“ indem Jakobus das Christen⸗ thum auffaßt als das „vollendete, erfüllte Gesetz,“ Petrus als die „Erfüllung der Verheißung,“ Paulus aber und Johannes dasselbe vom alten Bunde lostrennen, indem Paulus den Gegensatz des Christenthums gegen das A. T. statuirt, aber erst „erkämpfen“ muß, Johannes aber im „ruhigen Besitz und Anschauen desselben ist“ (Schmid, bibl. Theologie des N. T. 1859. S. 368 ff.). Zwar wird nun jeder dieser vier Typen als ein besonderes System dargestellt und entwickelt, doch wird auch eine Einheit, etwas Gemeinsames festgestellt. Aber worin besteht dasselbe? Nach Schmid's genanntem Lehrbuche (wohl dem verbreitetsten vom „gläubigen“ Standpunkte aus) darin, „daß die Lehre