# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S162 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 162 Die moderne Theorie von den verschiedenen Lehrtypen des neuen Testaments. gegen in der Festsetzung des Inspirationsbegriffes von den Zeugnissen der, durch das testimonium spiritus sancti d. h. das inwendige Zeugniß des heiligen Geistes im Herzen des heilsbegierigen Lesers zuvor als Gottes leben⸗ diges Wort durch Erfahrung erkannten, Schrift bestimmen läßt: der findet nach Stellen, wie Joh. 10, 35.; Gal. 3, 16. (wo St. Paulus aus einer gramma⸗ tischen Form einen wichtigen Beweis herleitet), 2 Petr. 1, 21. (ἐλάλησαν), 1 Cor. 2, 13. (ἐν λόγοις διδακτοῖς πνεύματος), und der ganzen, theils ex pro- fesso, theils gelegenheitlich vorgetragenen Inspirationslehre der heiligen Schrift, die von der allgemeinen Regel: „Alle Schrift ist von Gott eingege⸗ ben,“ keinerlei Ausnahme macht, auch keinen Anstoß an dem der heutigen Theologie anstößigen Satze (Baier, comp. 65.): „Die göttliche Eingebung der h. Schrift ist eine solche Handlung, durch welche Gott nicht allein die Be⸗ griffe von allen aufzuschreibenden Gegenständen, und zwar so, daß dieselben diesen Gegenständen gleichförmig waren, sondern auch die Begriffe der Worte selbst und zwar aller, durch welche jene Gegenstände ausgedrückt werden sollen, auf eine übernatürliche Weise dem Verstande der Schreibenden mittheilte,“*) oder an dem Joh. Gerhards (Loci II., 26.): „Die Mittelursachen der heiligen Schrift waren die heiligen Männer Gottes (Ebr. 11, 1.; Röm. 1, 2.), welche wir deßhalb mit Recht Gottes Handlanger, Christi Hände und des heiligen Geistes Schreiber nennen,“**) oder an dem von Calov (Systema locorum theologicorum I, 551.): „Kein Irrthum auch in ganz geringfügigen Dingen kein Gedächtnißfehler, geschweige denn eine Lüge kann in der ganzen heiligen Schrift statt haben,“†) sondern diese Worte sind ihm aus dem Herzen gespro⸗ chen und ein herrlicher Ausdruck seines eigenen Glaubens, und wo er darum bei seiner Exegese besonders historische, chronologische, astronomische und natur⸗ wissenschaftliche, oft unauflöslich scheinende Schwierigkeiten findet, da zieht er sich in die Burg des Glaubens zurück und zweifelt lieber an seinem eigenen Ver⸗ stande und an allem Andern, als an der Wahrheit der als die Wahrheit erfah⸗ renen Schrift, welche die Inspiration auch aller Worte von sich selber behaup⸗ tet, darf auch immer mehr erfahren, wie sich die zuvor unlöslich geschienenen Schwierigkeiten wunderbar lösen, und wie vernagelt der von der verderbten Vernunft irre geleitete Verstand des Menschen ist, welcher Schwierigkeiten fin⸗ det, wo im Grunde keine sind, und deren einzige Ursache die Blindheit und Oberflächlichkeit unsers Verstandes ist. — Wie sehr und wie allgemein dagegen die heutige Theologie von der alten Inspirationslehre abweicht, das zeigt sich unter Anderm recht deutlich an der *) Divina inspiratio est actio ejusmodi, qua Deus non solum conceptus rerum scribendarum omnium, objectis conformes, sed et conceptus verborum ipsorum atque omnium, quibus illi exprimendi essent, supernaturaliter communicavit intellectui scribentium. **) Causae instrumentales scr. s. fuerunt sancti Dei homines ... quos prop- terea merito Dei amanuenses, Christi manus et spiritus sancti tabelliones et notarios vocamus. †) Nullus error, vel in leviculis, nullus memoriae lapsus, nedum mendacium ullum locum habere potest in universa scriptura sacra.