# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1864_S161 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang X. Juni 1864. No. 6. (Eingesandt von Pastor Baumstark.) Die moderne Theorie von den verschiedenen Lehrtypen des neuen Testaments. Unter den Fundamentallehren unserer Kirche, welche der heutigen Theo⸗ logie ein Stein des Anstoßens und ein Zeichen sind, dem von ihr widersprochen wird, ist für die Gegenwart und nächste Zukunft von besonderer Bedeutung für das theologische Leben die Inspirationslehre derselben. Derjenigen Theologen, welche heutzutage an dem alten unveränderten Inspirationsbe⸗ griff Luthers und der rechtgläubigen Väter unserer Kirche festhalten, sind jedenfalls sehr wenige. Denn abgesehen von den offenbar ungläubigen und rationalistischen Theologen, denen die Bibel nicht nur ein gewöhnliches Buch, sondern auch ein besonders dummes Buch ist, dessen lächerliche Irrthümer nachzuweisen, ihnen ein außerordentliches Vergnügen und eine erwünschte Gelegenheit ist, ihren Scharfsinn zu beweisen — abgesehen von diesen werden auch in den meisten Commentaren derjenigen Theologen, welche den Rationa⸗ lismus bekämpften und die Vorläufer der heutigen „gläubigen“ Richtung wurden, dem heiligen Geiste zahlreiche Irrthümer nachgewiesen, wird auch von solchen Lehrstühlen, die mit „gläubigen“ Theologen besetzt sind, von dem alten Inspirationsbegriffe gesprochen, als von einer Lehre, von deren Unhalt⸗ barkeit man sich schon längst überzeugt habe, als von einem überwundenen Standpunkte, und hat man gerade in neuester Zeit bei mehreren für Heroen der lutherischen Kirche und der orthodoxen Theologie geltenden Gelehrten die Erfahrung gemacht, daß sie im Verlaufe ihrer wissenschaftlichen Forschungen auf dem Gebiete der biblischen Einleitung und Exegese zu Resultaten gelang⸗ ten, deren auffallendes Zusammentreffen mit rationalistischen Ideen und Be⸗ hauptungen für die Kirche keine liebliche Ueberraschung war. Und wie kann es auch anders sein? Wie können diejenigen, deren wissenschaftliche Forschung nicht absolut von dem einfältigen kindlichen Glauben an die Schrift, als Gottes Wort, beherrscht und durchdrungen ist, sondern dem menschlichen Wissen eine competente Richterstelle neben und über der Schrift einräumt, und die mit derselben nicht der Kirche, sondern der menschlichen Wissenschaft dienen wollen, — wie können sie da zu andern Resultaten gelangen? Wer sich hin⸗