# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S160 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 160 Kirchlich-Zeitgeschichtliches. Worten: „„der Herr behüte deinen Eingang und Ausgang von nun an bis zu ewigen Zeiten. Amen.““*) Der Täufer: Lieben Freunde, ihr habt das Kindlein dem Herrn Christo zugetragen und gebeten, daß er's annehmen, es segnen und ihm das Himmelreich und ewiges Leben geben wolle. Und ihr habt auch gehört, daß unser Herr Christus so herz⸗ lich willig dazu ist und ihm solches alles im Evangelio zugesagt hat. Nun sollt ihr aber auch bedenken: wer in Jesum Christum getaufet und der heiligen Gemeinde Gottes hinzu⸗ gethan wird, der muß auch verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, Gott allein zu dienen und auf ihn allein seine Hoffnung zu setzen. Begehrt ihr demnach, daß dieses Kind getauft werde? Antwort der Gevattern: Ja. Der Täufer: So lasset uns anstatt und von wegen dieses Kindes absagen dem Unglauben und Aberglauben und allen Sünden als Werken des Teufels und mit Herz und Mund bekennen unsern christ⸗ lichen Glauben. Ich glaube an Gott ꝛc. (folgt, nachdem der Täufer das apostolische Glaubensbekenntniß gesprochen, die Taufe selbst.) Gegeben Herrenhausen, den 5. Ja⸗ nuar 1864. Georg Rex.“ — Als der gottselige Johann Arndt um des Drängens der Feinde der Wahrheit willen den eigentlichen Exorcismus fahren lassen sollte, ließ er sich lieber des Amtes entsetzen und des Landes verweisen, als daß er hätte weichen sollen — was werden nun die gläubigen Pastoren in Hannover thun? — Pastor Harms in Hermannsburg sagt in seinem Missionsblatt vom Januar d. J. in Form eines Gespräches: „Ich sitze jetzt aller⸗ dings durch das Gesetz auf einem Pulverfaß. Ich soll also z. B., obgleich hier von jeher die Entsagungsfragen üblich gewesen sind, und obgleich ich niemals anders getauft habe als mit den Entsagungsfragen, wie es die Kirchenordnung vorschreibt, ich soll jetzt, so wie es einem beliebigen Vater einfällt, sein Kind ohne die Entsagungsfragen taufen zu lassen, Folge leisten, die Entsagungsfragen fahren lassen und nach der neuen Taufformel die Taufe verrichten. Ich soll also mit zweierlei Maaß messen. Ich soll auf Verlangen das eine Mal mit den Entsagungsfragen und das andere Mal ohne die Entsagungsfragen taufen, je nachdem ein gläubiger oder ungläubiger Vater es haben will. Sagt mir einmal auf⸗ richtig, lieber R., könntet ihr vor eurem Pastoren noch für zwei Pfennige Respekt haben, wenn er so mit der Verwaltung des Sacramente Doppelspiel triebe? R.: Ich mag es kaum gegen Sie aussprechen, aber es ist wahr, ich könnte dann keine Achtung mehr vor Ihnen haben. Aber eins muß ich noch fragen. Es kommt doch in der neuen Taufformel auch etwas vom Teufel vor, daß man dem absagen soll. Würde es denn gegen das Ge⸗ wissen eines Pastoren sein, diese Formel zu gebrauchen? es würde doch ungefähr dasselbe sein. P.: Daß es nicht dasselbe sei, das könnt ihr schon aus der Freude abnehmen, mit welcher allenthalben die Ungläubigen diese neue Taufformel aufgenommen haben. Sie sehen einen förmlichen Sieg darin, den der Unglaube davongetragen hat. R.: Das sehe ich noch nicht recht ein. P.: Ich will es euch zeigen, sage euch aber vorher, daß die Ungläubigen nur für jetzt über die neue Taufformel sich freuen. Es wird sich bald zeigen, daß sie auch das weg haben wollen, was noch vom Teufel darin übrig ist. Die neue Taufformel ist für sie nur eine Abschlagszahlung. Ich will mich bei Zeiten berufen auf das, was bald kommen kann, und stille sein zu Gott, der mir hilft, und mir Kraft geben wird, nichts zu thun, was gegen das Gewissen ist. Sagt doch auch Vater Luther: Es ist nicht gerathen, etwas gegen das Gewissen zu thun.“ — Gott stehe dem theuren Manne bei, daß er vielen Schwachen als ein Licht voranleuchte und er selbst seine Krone festhalte, und nicht verliere, was er erar⸗ beitet hat. Jetzt ist es Zeit, daß die hannoverschen Pastoren den 10. Artikel der Concordien⸗ formel studiren und diesen Theil des Bekenntnisses — mit der That bekennen. Was hilft ihnen sonst alles noch so laute Bekennen zu dem ganzen Concordienbuch mit dem Munde? Eine Bibel mit apologetischen Noten. Dr. Münkel berichtet: In Eng⸗ land hat sich eine Gesellschaft hervorragender Theologen aus der Staatskirche gebildet, welche beabsichtigt, eine Bibelerklärung herauszugeben, um „den Leser in den Stand zu setzen, das Wort Gottes zu verstehen und ihn mit genügenden Antworten auf die vorgebrachten Einwürfe zu versehen.“ Es ist merkwürdig, daß diese Idee den Sprecher (Präsidenten) des Unterhauses zum Vater hat, während der Erzbischof von York den Plan zur Ausführung entworfen hat, der allerdings großartig zu sein scheint. — Gewiß ein herrlicher Gedanke.