# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S153 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 153 unserer Synode gerade von denen, welche an unserer Synode vor allem den Mangel an Liebe, Mäßigung und Bescheidenheit strafen. Dies kann uns jedoch nicht abhalten, die Wahrheit zu bekennen; diese muß und wird doch endlich den Sieg behalten. Veränderung der Constitution. Daß man damit umgehe, die Constitution der Ver. Staaten dahin zu ändern, daß eine Anerkennung Gottes und der christlichen Reli⸗ gion darin aufgenommen werde, haben wir schon mitgetheilt. Hierbei wird es nur leider allzu oft offenbar, daß dies nicht im rechten christlich demüthigen Sinne geschehe. In einem vom „Apologeten“ vom 28. März aufgenommenen Aufsatz des N. Y. „Independent“ heißt es z. B.: „Im Besitze einer Constitution, welche die christliche Religion anerkennt und Allen, die unter ihren segnenden Bestimmungen stehen, Freiheit zusichert, würden wir mit Ehren vor der Welt erscheinen können — als die erste christliche Nation, als das wahre Immanuels⸗ Land, als das Asyl der Unterdrückten aller Himmelsstriche, als die Erste auf der glorreichen Laufbahn christlicher Civilisation. Unsere Nation würde, so lange als Sonne und Mond währen, fortbestehen.“ Gott bewahre uns vor einem solchen hoffärtigen Bekenntniß zu der Religion der Demuth! Es würde in Gottes Augen doch nur ein Greuel sein. Mißverstand? In der Chambersburger Reformirten Kz. vom 25. Febr. lesen wir Folgendes: „Luther stellte seine Abendmahlslehre, wie er dieselbe, in Summa‘ Melanch⸗ thon mittheilte, in folgender schroffer Weise hin: „Daß wahrhaftig in und mit Brod der Leib Christi gessen wird, also daß alles, was das Brod wirket und leidet, der Leib Christi wirke und leide, daß er ausgetheilt, gessen und mit den Zähnen zerbissen werde.‘ Gegenüber solchen crassen Aussprüchen, die gewiß noch ein gut Theil von Ueberbleibsel von der Verwandlungs⸗ lehre des Mittelalters an den Tag legen, kann es nicht befremden, wenn Zwingli mehr gegen das andere Extrem getrieben wurde.“ — Wenn die Ref. Kz. in etwas anderem die „Craß⸗ heit“ jenes Ausspruchs findet, als darin, daß damit die wahre Gegenwart des Leibes Christi im h. A. und die sacramentliche Vereinigung desselben mit dem gesegneten Brode angezeigt werden soll, so beruht das Urtheil auf einem argen Mißverstand. Luthers sonstige Erklärungen setzen es in das hellste Licht, daß er nicht glaubte, der Leib Christi werde natürlicher Weise gegessen, gekaut, verschlungen ꝛc., oder gar, daß eine Verwand⸗ lung stattfinde. Um nur Eine betreffende Aeußerung hierüber anzuführen, so schreibt Luther in seinem (s. g. großen) „Bekenntniß vom Abendmahl Christi“ vom Jahre 1528: „Darum ists allerdings recht geredt, daß, so man aufs Brod zeiget, und spricht: Das ist Christus Leib, und wer das Brod siehet, der siehet den Leib Christi; gleichwie Jo⸗ hannes spricht, daß er den heil. Geist sahe, wie gehöret ist: also fortan ists recht geredt, wer dies Brod angreifet, der greifet Christus Leib an, und wer dies Brod isset, der ißt Christus Leib, wer dies Brod mit Zähnen oder Zungen zerdrückt, der zerdrückt mit Zähnen oder Zungen den Leib Christi; und bleibt doch allwege wahr, daß niemand Christus Leib siehet, greift, isset oder zerbeißet, wie man sichtlich ander Fleisch siehet und zerbeißet; denn was man dem Brod thut, wird recht und wohl dem Leibe Christi zugeeignet, um der sacramentlichen Einigkeit willen.“ (Erlanger Ausg. Bd. 30, 297.) Hätten wir es hier nicht mit einem Reformirten zu thun, so würden wir den Herrn Kritiker an die Reden erinnern, die in Absicht auf Christi Person ganz richtig sind, z. B. Gott ist am Creuze gestorben, Gott hat sein Blut vergossen u. dgl.; obgleich die Gottheit nicht sterben und Blut vergießen kann. Weil aber die Reformirten ebensowenig eine wahre persönliche Vereinigung der Gottheit und Menschheit in Christo annehmen, als sie die sacramentliche Vereinigung des Leibes Christi und des gesegneten Brodes anerkennen, so müssen ihnen freilich, d. h. ihrer ungläubigen Vernunft, jene Ausdrücke Luthers ebenso „craß“ vorkommen, wie diese auf die gegenseitige Mittheilung der Naturen und der Eigenschaften gegründeten Redeweisen von Christi Person. Unterstützung einer Kirche durch die weltliche Gewalt. Aus dem Presbyterian Banner theilt der Lutheran Observer folgendes Item mit: „Eine Ordre des Adjutant-Generals an die Commandeure unserer Armeen befiehlt, daß der Gebrauch pres⸗ byterianischer Kirchen in dem wiedereroberten Gebiet den Domestic Missionary Boards der Presbyterianer alter und neuer Schule übergeben werden soll. Das ist ein Schritt nach der rechten Richtung hin (so?), der den Weg bereiten helfen wird zur Wiederherstellung der