# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S150 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 150. Kirchlich-Zeitgeschichtliches. Jugend bedacht, wiederholt in Auslegung desselben immer hellere Farben auf⸗ getragen und endlich, als es in diesem Jahre auf dringendes Bitten Anderer an das Licht gegeben werden sollte, vollständiger zum Druck befördert. So hat er denn in allen Artikeln nicht nur die Meinung unserer Kirche bündig in be⸗ sondere Abschnitte gebracht, sondern auch mittelst Noten erklärt und in den⸗ selben aus der Schrift und mit auf derselben ruhenden theologischen Gründen bewiesen und durch Zeugnisse orthodoxer Lehrer bestätigt. Da aber diese Methode überaus gut ist, so ist auch die ganze Einrichtung des Buches nicht anders, nehmlich überaus gut.“ (Mensis Decembr. p. 601.) Daß aber dieses Lob in einer Zeitschrift von so hoher Autorität, wie sie damals die Acta Eruditorum in der lutherisch-theologischen Welt genossen, ein wohlbe⸗ gründetes war, dafür ist die beispiellos schnelle und weite Verbreitung, welche unser Compendium innerhalb der lutherischen Kirche Deutschlands von 1686 an bis gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts erfahren hat, der unwider⸗ sprechlichste Thatbeweis. Kirchlich-Zeitgeschichtliches. I. America. Abolitionisten-Fanatismus. In keiner der hiesigen Secten hat sich dieser Fanatismus so gesteigert, als in der methodistischen. Im „Apologeten“ vom 28. März lesen wir u. A.: „Was Josua 11, 20. gesagt ist von den Cananitern und ihrer Vertilgung, ist gewissermaßen anwendbar auf die südlichen Rebellen-Staaten; diesem zufolge könnte man die Worte auf folgende Weise setzen: „„Und das geschah also vom Herrn, daß ihr Herz verstockt würde (nehmlich der Rebellen), mit Streit zu begegnen (der Regierung zu Washington), auf daß sie verbannet würden und ihnen keine Gnade widerführe, sondern vertilget würden.““ .... Deshalb habt Geduld, ihr Freunde der Union, mit der gött⸗ lichen Vorsehung.“ Jetzige Ansprüche an einen methodistischen Prediger. Daß in Absicht auf diese Ansprüche jetzt eine große Veränderung in Vergleich mit früheren Zeiten vor sich gegangen ist, klagt der „Apologet“ vom 28. März, und zwar eine solche, daß die methodistischen Herren Kirchenregenten keinen Rath wissen. Dort heißt es nehmlich: „Heut zu Tage ist es in vielen Gemeinden anders, aber leider nicht besser geworden! Da würde man gewaltig rumoren, wenn's dem Bischof einfiele, einen jungen Anfänger dieser oder jener Gemeinde als Prediger zuzusenden. Da würde es gleich heißen: was der uns sagen kann, das wissen wir längst; denn es gibt genug hochfahrende Geister, die zwar selber entsetzlich unwissend sind und keinen Satz ohne ein halbes Dutzend Sprachfehler reden können, die aber Meister im Kritisiren Anderer sind und durch solches Treiben junge Brüder vom Predigtamte verscheuchen. Da soll der junge Anfänger eine blühende Sprache besitzen, seine Mimik soll tadellos sein, seine Auslegungen sollen tiefes Bibel⸗ studium verrathen — kurz, der Schüler soll gleich ein Meister sein, oder am Ende sollen gar die Gelehrten vom Himmel herab schneien! Ja — heißt es — wir leben in anderen Zeiten, wir müssen Männer auf den Kanzeln haben, deren man sich nicht zu schämen braucht, die sich vielmehr vor Jedermann hören lassen können. Wenn dem so ist, dann öffnet eure Taschen, heraus mit dem Gelde! unterstützet kräftig die Lehranstalten in Quincy und Berea, macht es möglich, daß eine genügende Anzahl Professoren angestellt werde, und arme, aber talentvolle Studenten Unterricht, Wohnung und Essen unentgeltlich empfangen können, und dann werden wir bald über Mangel an Predigern nicht zu klagen haben, dann werden