# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S141 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Bund der Schwesterkirchen. 141 Hände der Welt wird überantwortet sein, die wird die Kirche einigen.“ Vom Hausvater, vom Papa, wer er sei, wie er heiße, ob sein Name sei Pius IX, X, XI oder XII, ist auch hier geschwiegen. Aber ein wenig angedeutet ist der Papa doch in unserem Schluß und in dem, was dem Schluß vorhergeht. Im Schluß heißt es nämlich, wie wir wissen, „die luther. Kirche kann der päbstlichen nicht entbehren.“ Und vor dem Schluß: „Sie, (die Verfassung) ist der schwächste Punkt der evangel. Kirche, der stärkste der katholischen. Hier Zerrissenheit, dort Einheit, — so stellt sich gerade der Unterschied vor katholischen, und auch vor so viel traurigen, sehnsuchtsvollen evangelischen Augen hin.“ — Läßt sich hieraus nicht genugsam darauf schließen, von welcher hausväterlichen Spitze die neue katholisch-lutherische, und katholisch-reformirte Unionspyramide regiert werden soll? Es ist ein Jammer, sehen zu müssen, wie mit derartigen falschen Liebäugeleien und faulen Friedensmachereien das Zeug, die Waffenrüstung Israels gehöhnt, und der Anker der Wahrheit an das Gespinnst der Lüge verrathen und ausgeliefert wird. Das Wort schlägt durch, und nichts andres; und was sich zum Wort hält, schlägt mit durch. Hie ist Immanuel. Wo stehn wir Lutheraner? Und wo stehst du Evangelischer? Wir wissen, daß wir auf dem Wort stehen. Darum geben wir auch keinen Finger breit nach. Nicht wir haben uns zu untergeben, sondern sie haben sich zu untergeben, die sich bisher nicht dem Wort untergeben haben. Denn im Wort ist des Herrn Stimme. Diese hören seine Schafe und nicht eines Fremden Stimme. Sie sollen sich uns untergeben. Um das bitten wir, dahin arbeiten wir, dafür kämpfen wir, dafür leiden wir. Das ist Liebe. So steht die Welt, und sieht das Licht auf dem Berge, und mag daran licht werden. Anders nicht. Wehe uns, wenn wir die Fackel des Lichts senken, die uns der Herr zum treuen, männlichen Emporhalten in die Hand gegeben hat. Wehe uns, wenn wir der kathol. Kirche so nahe treten, wie der Verfasser des Schlusses es thut. Er sagt freilich im Vorhergehenden: „Wer der kathol. Kirche und ihren Angehörigen mit freundlichem Sinn näher tritt, der kann da merkwürdige Erfahrungen machen.“ Aber wir fürchten, solche Merkwürdigkeiten verdecken und vertuschen das Merkwürdigste, was doch nimmer verdeckt und vertuscht werden darf, dieß nämlich, daß der Pabst der Widerchrist, und die Pabstkirche die widerchristliche ist, weil sie des einigen Herrn und Heilandes Verdienst, Schmuck, Ehre, Zier und Ruhm, seine so blutsauer erworbene vollkommene, vollgültige Gerechtigkeit, die sein allein ist nach der Schrift, und die auch allein nach der Schrift selig macht die, welche im Glauben sie besitzen, gotteslästerlich ihm geraubt, und dafür wider die Schrift die stinkende, unfläthige, wurmstichige Menschengerechtigkeit eingesetzt, und zum Verwalter derselben den Pabst auf den Thron erhoben hat, der eben darum der Widerchrist ist, und sein muß.