# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S140 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 140 Der Bund der Schwesterkirchen. Trotz solcher Arbeit nach außen und innen, fährt unser Verfasser fort, habt ihr bis jetzt noch keine Ursach, eure Kirche zu wechseln. Das wäre zu früh. Das wäre unklug. Bleibt, wo ihr seid, und helft durch euer Exempel euren Kindern, Knechten und Mägden, daß sie auch köstliche Arbeit thun nach innen und außen. So wird vor der Hand mehr Frucht geschafft. Nehmts an mir ab. Ich bleibe auch, und bin doch gut römisch. Jetzt würde noch kein rechter Gewinn aus dem Wechsel hervorgehen. Ihr würdet statt eines Thalers nur dreißig Silbergroschen empfangen. Seht, massenweis müßt ihr kommen; das freut die älteste Schwester; das hebt sie; da wird sie euch freudestrahlend anblicken und umarmen. Das ist dann Gewinn. Einzelne Seelchen zu einem großen Hausen noch hinzuzubekommen, macht eine große Herrscherin nicht größer. Denkt an das, was sie und euch größer macht. „Zwar möchten dreißig Silbergroschen in der Form bequemer und individuellen Bedürfnissen entsprechender sein, als ein Thaler; in der Sache selbst aber ist nichts gewonnen oder verloren. Also ein Jeglicher bleibe vor der Hand in dem Beruf, darin er berufen ist.“ Und ihr Lutheraner bleibt also auch vor der Hand Lutheraner unter euren luth. Consistorien, Dekanen, Superintendenten, und ihr luth. Missourier bei eurer luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten. Jedoch vergeßt indessen nicht die köstliche Arbeit, die noch vor euch liegt. Besonders nicht die nach innen. Legt endlich euren Dünkel ab über Luthers Lehre! Wer war Luther? Luther war ein Mensch. Und wer war seine Mutter? Die katholische Kirche war seine Mutter. Und er hat ihr ins Angesicht gespieen. Wollt ihr das nachthun? Es ist Zeit, daß das aufhöre. Reverenz, Reverenz, Reverenz vor der älteren Schwester, die zugleich die Mutter ist, — das ist die durchaus vorher nöthige Vertiefung nach innen, ehe — — Nun was denn, lieber Herre? — Er wagt es nicht recht, es heraus zu sagen, ist noch ein wenig scheu und blöde, weil er weiß, daß die Arbeit nach außen und innen noch nicht recht geschehen ist. Er sagts aber doch. Zu süße ists, vom schönen, großen Ziel zu schwärmen. Und weß das Herz voll ist, deß gehet der Mund über auch bei den klugen Schwärmern. Er kann nicht anders. Er sagts doch. „Die Zeit wird schon kommen,“ prophezeit er, „wo der Herr seine Knechte alle wieder zu einem Hauswesen vereinigt.“ Dann, dann, ihr Schwestern rechts, ihr Schwestern links, ihr Schwestern vorne, ihr Schwestern hinten, dann ist Zeit, aber auch hohe Zeit, daß ihr einander nicht mehr blos in Briefen freundlich thut, grüßt und küßt; sondern dann zieht ihr zusammen in Ein Haus zu Einem Hausherrn; dann kocht ihr an Einem Ofen, eßt an Einem Tische, eßt aus Einer Schüssel, betet dieselben Ave Marias Morgens und Abends. Und wenn eine Schwester den heil. Nepomuck anruft, so sieht darum die andere nicht scheel. Im Gegentheil, je mehr die Heiligen im Himmel angebetet werden, desto mehr wachsen die Heiligen auf Erden. Aber wer ist denn dann der Hausvater für alle die vielen Schwestern? — Das sagt er nicht. Er sagt nur noch (höchst räthselhaft): „Die Zeit der Noth, wo die gesammte Kirche in Lehre (!), Verfassung und Gottesdienst in die