# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S139 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Bund der Schwesterkirchen. 139 anbieten. Was thuts? Mußt du das gleich in die Welt hineinschreien, und einen Hader anfangen, und einen Riß machen? Wohl hat der Vater die Giftschwämme verboten. Aber wer weiß, ob sie diesen Schwestern nicht Arznei sind? Wer weiß, ob sie nicht auch dir Arznei sein könnten wider deine Schäden? Darum sei nicht so steinhart, so abgesperrt, so zornig gegen deine andern Schwestern. Du bist auf sie angewiesen. Thue deine Hand auf gegen sie. Laß dir geben. So gleicht ihr euch nach und nach aus. So wird endlich noch ein allgemeiner Friede. Indessen wir müssen hier doch unseren Verfasser des Schlusses, weil wir meinen, so den Sinn seiner schwesterlichen Liebe als einer allumfassenden begriffen zu haben, eben deshalb einer gewissen Partheilichkeit und Einseitigkeit anklagen. Denn wo bleiben die anderen, noch übrigen Schwestern, die Quäker, die Wiedertäufer, die Albrechtsleute, die Methodisten, die Neuisraeliten, die Mormonen, die Schwedenborgianer, die Plymouthbrüder, die 144 Sekten und Schwarmkirchen? Gibts für sie kein Schwärmen seiner Liebe, oder werden diese Eintagsfliegen, diese Nachtfalter von selbst ohne Lockstimme in das schwesterbündliche große Unionsfeuer, wenn es nur bei den Hauptschwestern gehörig angezündet ist, hineinfliegen und sich da verzehren? Es muß ja wohl also sein, und es muß so kommen, wenn die Mission der vier großen, alten Schwestern erfüllt ist, d. h. wenn sie genug Brennholz zum großen Unions-Freuden- und Friedensfeuer zusammengetragen haben. „Jetzt aber,“ heißt es, „hat noch keine von diesen vieren ihre Mission erfüllt, zu der sie der Herr verordnet hat; jede hat noch eine köstliche Arbeit vor sich nach außen und innen.“ Also nur Geduld! Du, lutherische Schwester, hast z. B. immer noch auf die Weise mehr Holz zum Unionsfeuer zu tragen, daß du endlich einmal die buchstäbliche Auffassung deiner Sacramente aufgibst. Dadurch kriegst du zugleich Sinn für's Geistliche, und für eine rechte geistliche Verfassung der Kirche, da du dann mit deiner ältesten Schwester in allerlei Sacramenten, die der Geist der Kirche schafft (denn einen Buchstaben braucht man dann nicht mehr), von der Wiege bis zum Grabe, dich schützen, decken, nähren, aufrichten, und immer aufs Neue dich schmücken kannst. Auch die letzte Oelung wird dir dann schmecken. Und so wird dir endlich auch das Meßopfer sammt dem Pabst, der es eingesetzt hat, wohlbehagen. Wohlan, ihr Lutheraner, merket, was euch noch fehlt! Traget Holz zum Feuer! Arbeitet so nach außen! Und ihr habt auch noch eine köstliche Arbeit vor euch nach innen! — Nach innen? — Ja, ich will es euch sagen. Ihr steckt noch in dem tiefgewurzelten Wahne, als müßtet ihr die älteste Schwester nach eurem Willen richten und bekehren. Diese Einbildung muß endlich auch fallen. Sie ist wider Zeit und Ort, wider Sitte und Brauch. Geht lieber dahin, wo ihr sie seht in dem Glanz ihrer Herrlichkeit, in ihren Altären, Meßgewändern, Chorhemden, Lichtern, Bildern, Weihrauch, Weihwasser, und gewinnt einen Eindruck von ihrer ehrwürdigen, anbetungswürdigen Schöne. So geschieht eine Arbeit nach innen. Und das heißt auch Holz zum großen Freudenfeuer zusammen tragen.