# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1864_S137 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Bund der Schwesterkirchen. 137 auf hinauslaufen, für einen Thaler anderthalb Gulden oder dreißig Silbergroschen einzutauschen.“ Heißt das nicht, Gottes Wort und Menschensatzung, Wahrheit und Lüge, Christus und Belial gleich machen? Behalte du nur den Titel eines Evangelischen. Im Herzen bist du doch „katholisch;“ ich meine, des Pabstes Unterthan und Vasall. Solche Leute braucht er eben. Denn die päbstliche Regierkunst geht heut zu Tage nicht mehr mit Feuer und Schwert (dazu fehlt das Geld im Staatsschatz, dazu fehlen die Kaiser und Könige und Herzöge als Adjutanten, Kerkermeister und Henker), sondern mit sympathisirenden evangelischen Brüdern und Freunden, die dann auch mit sympathischen Tinten sympathische Schriften in die Welt schreiben. Vor solchen falschen Brüdern hüte du dich, lieber lutherischer Christ, als vor dem Teufel selbst. Denn hier offenbart er seine feinste, höchste und letzte Kunst. Verliert er da, so bekommt sein Minister zu Rom nochmals eine tödtliche Wunde. Folgst du aber seinen sympathischen Schreibern, so versetzt er dir die tödtliche Wunde. Uebrigens ist der Sieg des Herrn und seiner Kirche, die nicht antichristisch, sondern christlich ist, und darum in Christi Wort lebt, und mit diesem Wort als der rechten Wehr und Waffe streitet. Du aber, wie stehst du zu dieser Kirche und in dieser Kirche? — Doch weiter. Der Verfasser des Schlusses fährt fort: „oder man kann auch umgekehrt sagen: zur evangel. Kirche gehört auch die katholische.“ — Das kann man freilich auch sagen, je nachdem mans nimmt. Nennst du die da und dort befindlichen Hausen von Roggen und Weizen Getreide, so magst du wohl sagen: dieser Hausen Roggen gehört auch zum Getreide. Machst du aber einen Unterschied zwischen einem Hausen Roggenkörnern und einem Hausen Distelkörnern, und sonderst du darum diese von jenen, so kannst du nimmer sagen: zum Getreide gehören auch die Distelkörner. Anwendung: Was evangelisch glaubt, leibt und lebt in der kathol. Kirche, das gehört freilich zur evangel. Kirche, nicht dem Namen, wohl aber der That nach. Aber die kathol. Kirche, wie sie sich als gesonderte Kirche gibt mit ihrem besonderen Bekenntniß und mit ihren besonderen Lehren, und dabei kann ich sie nur fassen, ist gegen das Evangelium, so gewiß als Schwarz gegen Weiß ist. Sie speist ihre Kinder mit Dornen und Disteln. Darunter stecken zwar etliche Getreidekörner. Aber nur dazu sind sie beigemengt, damit die Dornen und Disteln desto leichter in den Leib gehen. Die mit etlichen Wahrheitskörnern gemengte Lüge ist eben das gefährlichste Gift. Die Schlußkette geht weiter. Die Liebschaft stellt sich noch inniger dar. Es heißt: „Die römisch⸗kathol. Kirche ist eine Schwester der wittenbergisch-kathol. Kirche.“ — Schwestern haben denselben Vater. Wer ist der Vater der römisch⸗kathol. Kirche? Das lassen wir Luthern sagen in seiner Schrift: „Das Pabstthum vom Teufel gestift.“ Wir meinen natürlich auch hier nur die Kirche, wie sie sich im Bekenntniß gibt. Denn anders als auf Grund der Bekenntnisse von unterschiedlichen Kirchen zu handeln ist Fabelei, und führt zur Fabelei. Beim Bekenntniß haben wir die Kirchen zu fassen. Und da reden wir rund heraus über die Vaterschaft der einen Kirche, die nimmer