# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1848 05 24_S177 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) eu Jahrgang (Eingeſandt.) Die biſchöfliche Kirche und das Lutherthum. fachen Widerſtreit, Haß und Mißkennung erfah⸗ ren. bringen, was im Finſtern verborgen war, und den dem treuen Arbeiter von Gott Lob widerfahren. ſchwere Frage: Iſt die ſogenannte evaͤngeliſch⸗ in der es, wie bei andern, oder vielmehr Sekten, vorwärts drängt zum Unionswerk mit der römi⸗ katholiſche Kirche, wie ſie bereits in den erſten Jahrhunderten der chriſtlichen Zeitrechnung da⸗ fand als eine Stadt Gottes auf dem Berge, ſelig⸗ machend Alle, die ihre lebendigen Glieder waren, von welcher abzutreten ein Verrath des Ewigen Aufgabe eines jeden Wächters auf den Luthers⸗ immer wieder neuer Geburt des Geiſtes durch⸗ Sowohl der Standpunkt, von wo, als das Ziel, nach welchem das Lutherthum (daß ich mich die⸗ ſes Ausdrucks der Kürze wegen bediene) ausgeht, hat, gleichwie bereitwillige Aufnahme, ſo mannig⸗ Es darf ihm ein Geringes ſein, ſelbſt von proteſtantiſchen Brüdern oder ſonſt einem menſch⸗ lichen Tage gerichtet zu werden; der HErr iſt's, der das Urtheil ſpricht, welcher auch wird an das Licht Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird nur Es gilt ihm nichts weniger als die Eine centner⸗ lutheriſche Kirche nichts als eine Partikularkirche, ſchen, oder iſt ſie die alte, Eine, heilige, wahrhaft iſt an das, was durch's Feuer des Gerichtes als Heu und Stoppeln nur verzehrt wird. Das kirch⸗ liche Bewußtſein wahrer Proteſtanten, mögen ſie auch noch ſo zerſtreut ſein unter den verſchiedenen Häreſien, zu beleben und zu bekräftigen und ſie zu der Kirche zu ſammeln, die man nicht mit Sinnen begreifen, wohl aber im Glauben als das Licht der Welt, als die Braut und Gemeinde IEſu Chriſti, wider aller Höllen Pforten beſtehend, er⸗ fennen kann, heiße man ſie, wie man will, iſt die zinnen, bei Verluſt der eignen Seligkeit von Gott ihm anvertraut — und nicht etwa ſoll er hierbei in den Formen ſich abſchließen und erſtarren gegen den lebensvollen Hauch, der die Todrengebeine zu weht, ſondern auch mit dankbarer Freude rühmen, was Gott in unſerer Zeit bei allem unſäglichen Jammer, der ſie drückt, gegeben, Alles aber prü⸗ fen an dem in Ewigkeit bleibenden Worte und das Gute behalten. Spaltung in Partheien und ihre Umtriebe ſollen ihm im tiefſten Grunde ſeines Herzens verhaßt ſein, mit liebender Sorgfalt ſoll er ſuchen, wo ſich zum Verwandten das Verwandte ſindet, es ſoll der Menſch nicht löſen, was der Geiſt aus Gott zuſammengefüget, der Wind bläſet, wo er will, und man höret ſein Sauſen wohl — nur über Allem ſoll ihm der Pfeiler und die Grund— veſte der Wahrheit ſtehen, und dabei ſoll er ſich beweiſen als in der Kraft ſeines HErrn, durch ö Theologiſches Beiblatt 22. les 4, Aro. * Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, wenn auch durch Ehre und Schande, durch böſe Gerüchte und gute Gerüchte, als der Jünger, der nicht über ſeinen Meiſter iſt. Wenn wir auf dieſen Fels eingeſenkt, als in dem Bewußtſein recht zu thun vor Gott, uns gegen die Beſtrebungen der ſogenannten biſchöflichen oder anglikaniſchen Kirche wenden, die in neuerer Zeit auch den von Kirchenamt und Seelenpflege ver⸗ laſſenen Deutſchen und Norwegern namentlich in dem Staate Wisconſin und im nördlichen Illinois gelten, und welche durch Ueberſetzung des com- mon prayer-book in unſere Landesſprache und durch Anſtellung eines deutſchen Predigers zu Louisville ihren Fortſchritt bekunden: ſo geſchieht dieß daher nicht nit ungewiſſen Tritten, noch we⸗ niger aus liebloſer Tendenz und bigotter, eng⸗ herziger Geſinnung; wir ſind feſt überzeugt, wie von dem weit verzweigten Nutzen des engliſchen Miſſionsweſens überhaupt, ſo von dem Edelmuth und Reinheit der Abſichten Vieler unter ſeinen Beförderern — uns iſt ja gar nicht die Kirche in einen bloßen, leeren Erſcheinungsbegriff gebannt, vielmehr der unſichtbare Tempel desjenigen, der die Fülle alles Lebens iſt und in Gnadengegen⸗ wart, vorzugsweiſe, Seinen Gläubigen bei⸗ wohnt —); ſondern einmal zum offenen Bekennt⸗ niß wider den Glanz und Schein der anglikani⸗ ſchen Kirche die noch Unbefangenen zu warnen, und dann zum Troſt und Rath zweifelnder Ge⸗ wiſſen gegen die Gefahr, zu verlieren die theuer erkaufte Freiheit des Evangelii und durch menſch⸗ liche Geſetzeslehre und Zuthat den reinen Licht⸗ quell, das lebendige Waſſer bei ſich zu trüben. (Die engliſchen Theologen der Reformation ſtanden in der früheren Periode derſelben Luthers Lehre weit näher, als die ſpäteren. Der Biſchof D. Georg Bull ſagt unbedenklich, daß ſie die Augsburger Confeſſion und nicht Caloin mit Recht ſich zum Muſter genommen haben. Viele der Unſern, z. B. D. Ernſt Sal. Cyprian, von der Vereinigung der proteſtantiſchen Kirchen, achteten eine Union zwiſchen den Lutheranern und der engliſchen Kirche für den wenigſten Schwierigkeiten ausgeſetzt. Unſtreitig vermeiden die erſtern die Klippen wie der Anglokatholiken ſo der Anglo— proteſtanten, und es verlohnte ſich der Mühe, dieß weiter durchzuführen. Die Streitpunkte be⸗ treffen auch hier vor Allem Fragen, welche unſere Zeit und ihre größten Geiſter überhaupt in re⸗ ligiöſer Hinſicht tief bewegen, Kirche, Amt und Gnadenmittel im engen Zuſammenhange mit dem Grundbegriff des Evangeliums von der Gerech⸗ tigkeit des Glaubens.) Wir wollen für's Erſte Einiges im Allgemeinen über die engliſche Episcopalkirche ſagen, hierauf „Tutheraner“. abſonderlich die Unhaltbarkeit der biſchöflichen Amtsfolge als Merkmals der wahren Kirche dar⸗ ſtellen und zuletzt auf den Grundirrthum einer ſichtbaren Kirchenanſtalt hinweiſen. Die Episcopal⸗ oder biſchöfliche Kirche, auch engliſche oder anglikaniſche im engern Sinn ge⸗ nannt, weil ſie die herrſchende geworden iſt im Mutterlande der amerikaniſchen Kolonien, zum Unterſchiede von den ſogenannten Diſſenters (Non⸗ conformiſten), Presbyterianern, auch Puritan er genannt, Independenten oder Kongregationaliſten, Baptiſten, Quäkern ꝛc. ꝛc., iſt zunächſt unter Kö⸗ nig Eduard VI. geſtiftet, inſofern die durch Wi⸗ kliffes Andenken und Heinrichs VIII. Willkühr begonnene Abſonderung vom Pabſtthum damals zu Stande kam. Der langwierigen und ſtrengen Regierung ſeiner zweiten Schweſter, der jungfräu⸗ lichen Eliſabeth, die auf die katholiſche Maria folgte, gelang es, einen geſchloſſenen Staatskirchen⸗ körper unter dem Symbol der 39 Artikel herzu⸗ ſtellen, in dem Jahre 1571 durch eine Parlaments⸗ akte beſtätigt. Die Liturgie ward in ein gemein⸗ ſchaftliches Gebetbuch als Kirchenagende verfaßt, und iſt der ſtärkſte Zankapfel der darauf folgenden Zeiten wegen der Herrſchaft ihrer äußerlichen Formen geworden. (Außerdem noch the book of homilies in 2 Theilen, von keinem unbedeutenden Werth.) Die religiöſe Lebendigkeit blieb mehr bei den Diſſenters, ſo daß ſelbſt die Landesuniverſi⸗ täten mit ihren Erinnerungen alterthümlicher Größe und Kraft vor dem Eindringen der erſtern nicht geſichert ſein ſollten. Die Reichskirche zer⸗ fiel in eine ſogennante high church party und low church party, von welchen dieſe mehr in⸗ differentiſtiſche, jene mehr hierarchiſche Elemente in ſich enthält. Aus derſelben entwickelte ſich vor ungefähr 14 Jahren der Puſeyismus; ihm gegen⸗ über trat die evangelical party. Was den Lehrbegriff der Episcopalen anlangt, ſo erklären ſich die 39 Artikel weſentlich calvi⸗ niſch“), obſchon in Bezug auf die Gnadenwahl *) Bemerkenswerth iſt es, daß ein Stimmführer der deutſch⸗reformirten Theologie, D. Alex. Schweizer, wie ich. aus Literaturblättern der alten Heimath erſehe, unumwun den eingeſteht, daß Kalvins und Zwingli's Lehrtypus i Ganzen durchaus derſelbe, und namentlich die Formen, darin Beide den Artikel dem Sacrament des Abendmahl gefaßt, nur Modifikationen Einer Richtung ſind. Wie ſolches Reſultat dem Herrn Profeſſor Schaff in Mercers burg, welchen Gott vor Andern ausgerüſtet hat, „de Strom der Enwicklung“ innerhalb der amerikaniſcher Chriſtenheit in das rechte Bette mit einlenken zu helfen, für ſich hat entgehen können, iſt unbegreiflich. Möchte es der göttlichen Vorſehung gefallen, einen Mann, von dem Ein⸗ ſender dieſes gern ſo viel lernen möchte, für das ungeſchmä⸗ lerte Bekenntniß der bibliſchen Wahrheit, dem alle Sub jektivität ſich unterordnen muß, in unſerm Abendlande 3 gewinnen, ohne daß er darum „ein bornirt-ſtolzer Al