# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1864_S103 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Grundlegende Sätze über die Kirchenordnungs⸗ und Kirchenregimentsfrage. 103 und einerlei Recht, Macht, Gut und Ehre haben; dazu keiner begehrt, des Andern Oberster zu sein, sondern ein jeglicher will des Andern unterster sein. Könnte man doch, wo solche Leute sind, keine Obrigkeit aufrichten, ob man's gern thun wollte, weil es die Art und Natur nicht leidet, Obersten haben, da keiner Oberster sein will, noch kann. Wo aber nicht solche Leute sind, da sind auch nicht rechte Christen.“ Schrift von weltlicher Obrigkeit. Walch X, 465. V. Die Kirche und ihre Diener haben von Christo keine andere Gewalt empfangen, als die Gewalt des Wortes, oder zu lehren halten Alles, was Chri⸗ stus ihnen befohlen hat. Hierüber schreibt Luther: „Wohl gehorchen wir den Aposteln und der Kirche auch, sofern sie jenes Mannes Wahrzeichen mitbringen, da er zu ihnen spricht Marc. 16, 15.: ego mitto vos, ite e praedicate evangelium (gehet hin und predigt das Evangelium); und abermal: docete eos, quae mandavi vobis (lehret sie halten, was ich euch befohlen habe). Wo sie das Zeichen nicht bringen, so hören wir sie nicht weiter, denn St. Paulus Gal. 2, 11. ff. Petrum hörete; da hilft kein Schreien vor, wir thun dem nicht anders.“ Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe. Walch XIX, 1504. Derselbe: „Wir haben Einen Herrn, der ist Christus, der unsere Seelen regieret. Die Bischöfe sollen nichts thun, denn daß sie weiden. Da hat nun St. Peter (1 Petr. 5, 3.) mit einem Worte umgestoßen und verdammt alles Regiment, das jetzt der Pabst führet, und schleußt klar: daß sie nicht Macht haben, ein Wort zu gebieten, sondern daß sie allein Knechte sollen sein, und sagen: Das sagt dein HErr Christus, darum sollst du das thun. Wie auch Christus sagt: Luc. 22, 25—26.“ Auslegung der 1. Epistel Petri. Walch IX, 821. Derselbe: „Was sind denn die Priester und Bischöfe? Antwort: Ihr Regiment ist nicht eine Obrig⸗ keit, oder Gewalt, sondern ein Dienst und Amt; denn sie nicht höher und besser vor andern Christen sind. Darum sollen sie auch kein Gesetz noch Gebot über andere legen, ohne derselben Willen und Urlaub; sondern ihr Regieren ist nichts anders, denn Gottes Wort treiben, damit sie Christen führen und Ketzerei überwinden. Denn, wie gesagt ist, die Christen kann man mit nichten, ohne allein mit Gottes Wort regieren. Denn Christen müssen im Glauben regiert werden, nicht mit äußerlichen Werken. Glaube kann aber durch kein Menschenwort, sondern nur durch Gottes Wort kommen, wie St. Paulus sagt, Röm. 10, 17. Welche nun nicht glauben, die sind nicht Christen, die gehören auch nicht unter Christi Reich, sondern unter das weltliche Reich, daß man sie mit dem Schwert und äußerlichen Regiment zwinge und regiere. Die Christen thun von ihnen selbst unge⸗ zwungen alles Gutes und haben genug für sich allein an Gottes Wort.“ Schrift von weltlicher Obrigkeit. Walch X, 465 ff. Vgl. die Apologie Art. XXVIII über die Stellen: Luc. 10, 10. und Hebr. 13, 17. —