# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1864_S99 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Theologische Axiome. 99 etsi vel mille actui sponsalitio adfuerint testes, etiamsi etiam liberi jure- jurando sibi invicem obstrinxerint fidem. (Deyling.) Eine Verlobung, die mit Einwilligung der Eltern eingegangen worden ist, gilt, wenn dieselben auch abwesend waren, für eine öffentliche; für eine heim⸗ liche aber, wenn die Einwilligung der Eltern fehlt, selbst wenn auch tausend bei dem Verlobungsact zugegen gewesen wären und wenn auch die Kinder sich gegenseitig mit einem Eide zur Treue verbunden hätten. 17. Sine parentum consensu contrahentium consensus non est legitimus, plenus ac justus. (Gerh.) Ohne die Einwilligung von Seiten der Eltern ist die Einwilligung der den Ehevertrag Schließenden nicht rechtmäßig, vollständig und gerecht. 18. Matrimonia, quae insciis vel invitis parentibus contrahuntur, non sunt legitima ac rata. (Gerh.) Ehen, welche ohne Wissen oder wider Willen der Eltern geschlossen wer⸗ den, sind nicht rechtmäßig und gültig. 19. Juramentum non est vinculum iniquitatis. Der Eid macht nicht verbindlich zu Unrecht. 20. Si parentes jus suum stricte urgere velint, sponsalia liberorum ipsis insciis et invitis contracta, etiam jurata, ad ipsorum instantiam dissolvi possunt. (Gerh.) Wenn Eltern streng auf ihrem Rechte bestehen wollen, so können die Verlöbnisse ihrer Kinder, welche ohne ihr Wissen und wider ihren Willen ge⸗ schlossen wurden, auch wenn sie beschworen sind, auf ihr Erfordern aufgelöst werden. 21. Clandestina sponsalia, etsi concubitu confirmata, ipso jure sunt nulla. (Deyling.) Eine heimliche Verlobung, obgleich sie durch Concubitus bestätigt worden, ist dem Rechte selbst nach null und nichtig. 22. Quando post clandestinas desponsationes parentum consensus ac- cedit, tunc non confirmatur per quandam ratihabitionem retro se extenden- tem id, quod contra Dei mandatum a liberis factum, sed patria potestate de integro novus contractus inducitur, ut juxta formam divinitus praescriptam legitima fiat conjunctio. (Gerh.) Wenn nach einer heimlichen Verlobung die Einwilligung der Eltern hinzukommt, dann wird das nicht durch eine sich rückwirkend erstreckende Gültigmachung bestätigt, was wider Gottes Gebot von den Kindern geschah, sondern durch die elterliche Gewalt ein ganz neuer Contract geschlossen, damit eine nach der von Gott vorgeschriebenen Form rechtmäßige Verbindung vollzogen werde: 23. Sponsalia, quae non pure, sed sub conditione honesta et possibili contrahuntur, ante conditionis impletionem non pariunt efficacem obligatio- nem. (Chemnitius.) Eine Verlobung, welche nicht schlechthin, sondern unter einer ehrbaren