# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1864_S97 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang X. April 1864. No. 4. Theologische Axiome. (Fortsetzung.) XXIV. Vom Hausstand. 1. Ordo oeconomicus ecclesiastici et politici status est seminarium. (Gerhard.) Der Hausstand ist des kirchlichen und bürgerlichen Standes Pflanzschule. 2. In statu oeconomico tres distinctae societates animadvertuntur: 1. conjugum, quae vocatur γαμική; 2. parentum et liberorum, quae est πατρική; 3. dominorum ac servorum, quae est δεσποτική. (Gerh.) Im Hausstande finden sich drei unterschiedene Gesellschaften: 1. die der Eheleute, welche die eheliche genannt wird; 2. die der Eltern und Kinder, welches die väterliche ist; 3. die der Herren und Knechte, welches die herr⸗ schaftliche ist. 3. Conjugium, quamvis non sit sacramentum proprie dictum, tamen est vitae status divinitus ordinatus ac proinde res conscientiae, ex divina insti- tutione et legibus divinitus promulgatis pendens. (Gerh.) Obgleich die Ehe kein eigentlich sogenanntes Sacrament ist, so ist sie doch ein von Gott gestifteter Stand und daher eine Sache des Gewissens, die von der göttlichen Einsetzung und von Gesetzen abhängt, die von Gott kund⸗ gethan sind. 4. Ministri ecclesiae, utpote quibus animarum ac conscientiarum cura est commissa, a causarum matrimonialium dijudicatione non possunt simpli- citer removeri. (Gerh.) Die Kirchendiener, als welchen die Sorge für die Seelen und Gewissen anvertraut ist, können von der Beurtheilung der Ehesachen nicht schlechter⸗ dings abgewiesen werden. 5. Connubia sunt fatalia, non fortuita. (Gerh.) „Es wird keine Ehe auf Erden vollbracht, sie ist zuvor im Himmel bedacht.“ (Gerhard.)