# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1864_S93 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 93 und der drei alten Hauptsymbole als Lehrbasis recht berichtet sind. Da uns aber kein offizieller Bericht über ihre Verhandlungen zur Prüfung vorliegt, so achten wir es für passend, und zweckdienlich, mit derselben als Synode nur eine qualificirte Verbindung einzugehen, bis wir durch weitere Nachricht in den Stand gesetzt sind, wohlerwogen hierin zu handeln. 2) Beschlossen: daß wir den Standpunkt vollkommen billigen, den unsere Delegaten bei jener Versammlung eingenommen haben, daß sie ernstlich kämpften für „unsern allerheiligsten Glauben.“ Es wurde in der Synode ein Brief verlesen von dem Präsidenten des Roanoke-College, Rev. Dr. Bittle, der sehr ermuthigenden Bericht gibt über den religiösen Stand und über die Zahl der Schüler dieser Anstalt. Der Doctor legte auch der Synode die Nothwendigkeit dringend ans Herz, Schritte zu thun zur Dotirung einer Professur für Naturwissenschaften am Roanoke-College. Es wurde hierüber folgender Beschluß gefaßt: Beschlossen: daß wir den Vorschlag, eine Professur für Naturwissenschaften am Roanoke-College zu gründen, billigen und uns ernstlich anstrengen wollen, eine Summe von nicht weniger denn zwanzigtausend Dollars zu diesem Zweck aufzubringen. Auch wurden reiche Collecten gehoben für innere Mission und für Erziehungszwecke.“ C. „Kirchliche Mißhelligkeiten, durch die Politik verursacht.“ Unter dieser Aufschrift bringt der „Observer“ vom 8. Januar d. J. einen Aufsatz, der nicht nur warnende Beispiele gibt, wie schädlich der blinde politische Fanatismus unserer Tage auf die kirchlichen Verhältnisse wirkt, sondern auch einige treffende Bemerkungen enthält, die aller Beachtung werth sind. Es heißt da: „Unter den vielen großen Uebeln, die aus der gegenwärtigen traurigen Lage unseres Landes entspringen, ist das Vorhandensein eines Geistes der Streitsucht und Spaltung in vielen Gemeinden nicht das geringste. Dieser unglückselige und tief zu beklagende Stand der Dinge beschränkt sich nicht auf das lutherische Zion, sondern herrscht in fast allen Denominationen der christlichen Kirche. Man kann kaum den Bericht eines Presbyteriums, einer Classe, einer Conferenz oder Synode in die Hand nehmen, ohne eine Nachricht von kirchlichen Mißhelligkeiten zu finden, die aus einer politischen Meinungsverschiedenheit zwischen Pastor und Gemeindegliedern entstanden sind. Bisweilen ist der Pastor ein Republikaner und wird als ein „„Abolitionist““ oder „„Niggerhead““ verschrieen. Bisweilen ist er ein Demokrat, und er muß ein „„Copperhead““, ein „„Secessionist““ oder Einer sein, „„der mit den Rebellen sympathisirt““ ꝛc. Indem ich jüngst den Bericht einer unserer Synoden überschaute, sah ich, daß gegen einen lutherischen Pastor nicht weniger als zwölf Anklagen vorgebracht wurden, die alle von der Politik herrührten. Ich kenne einen Deutsch-Reformirten Pastor, gegen welchen seine Widersacher zwanzig Anklagen vorgebracht haben und der über ein Jahr lang hart bedrängt worden ist. Dasselbe gilt von einem würdigen Presbyterianer-Pastor, dessen Gemeinde durch Leute gespalten wurde, die entschlossen waren, zu „„herrschen oder zu zerstören.““ Manche dieser kirchlichen Mißhelligkeiten haben ihren Ursprung innerhalb der Gemeinde und werden durch den ungezügelten Eifer verführter Gemeindeglieder verursacht, die ihre politische Parthei mehr lieben, als ihren Pastor oder die Kirche selbst, und die es gern sehen, daß ihr Pastor auf dem Altar der Partheisucht geopfert und der Friede und die Wohlfahrt der Gemeinde der Erreichung irgend eines politischen Zweckes wegen gestört werde. Bisweilen werden diese Streitigkeiten auch hervorgerufen durch Leute außerhalb der Gemeinde. Es sind dies meist schädliche Menschen — Schenkwirthe oder Wirthshaus-Politiker, die sich an dem Pastor rächen möchten, weil er die Schenkstube mit ihren rohen Scherzen, ihrer Gemeinheit, ihren andern seelengefährlichen Dingen als einen unpassenden Aufenthaltsort für Kirchenglieder bezeichnet hat, oder weil er seinen Einfluß, sei es persönlich oder auf der Kanzel, nicht geltend machen wollte, die Ansprüche einer politischen Parthei zu fördern, durch deren Erfolg ein „„loyaler Patriot““ seine eigenen Privatzwecke zu erreichen hofft. So ist durch die vereinten Anstrengungen verführter Leute innerhalb der Gemeinde und solcher Ränkeschmiede außerhalb derselben mancher fromme Pastor von seiner Stelle ver⸗