# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1848 05 24_S175 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 175 Nſch wurden, Ver Dortot Wache en NINNINNNNN Kiirn Wört — VWosdse Id Pichte & — ihtes Stammes, indem er ihnen Gift ſtatt Ar⸗ zenei reiche. So lohnten ſie denn ſeine Liebe mit dem ſchwärzeſten Undanke. Ein Engländer, Peter Skene Ogden, Haupt⸗ geſchäftsführer der Hudſons⸗Bay⸗Compagnie zu Fort Vancouver, erwarb ſich das Verdienſt, bald nachher die Befreiung der Gefangenen auf fried⸗ lichem Wege zu bewirken. Darauf kam es zum Kriege. Bei der Abreiſe des Herrn Meek waren die Amerikaner im offenen Kampfe mit vier In⸗ dianerſtämmen, den Cayuse, den Walla Walla, den Chaſter und den Day Indianern. Es waren bereits vier Schlachten geliefert. Uns nun mögen dieſe Nachrichten reizen, in ernſtlichem Gebet den HErrn zu ſuchen, den Kö⸗ nig über die Heiden, Pſ. 47, 9. der den Kriegen ſteuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerſchlägt und Wagen mit Feuer verbrennet, Pſ. 46, 10., daß er den Frieden wiederherſtellen und unſerer Miſſion den Zugang bahnen wolle. Hermann Fick. Worauf der heilige Bernhardus die Gewißheit ſeiner Seligkeit gegründet hat. Derſelbe ſchreibt (Serm. III. de septem fragm.): „Drei Dinge betrachte ich, in denen meine ganze Hoffnnng beſtehet: — 1. die Liebe Gottes in meiner Annehmung zu ſeinem Kinde; — 2. die Treue und Wahrheit Gottes in ſeiner gnadenvollen Verſprechung; — 3. die All⸗ macht Gottes in der Erfüllung ſeiner Ver⸗ heißhungen. Es murre denn meine thörichte Ver⸗ nunft, wie ſie will, ſo werde ich ihr zuverſichtlich entgegen ſetzen: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiß, daß er in höchſter Liebe zu ſeinem Kinde mich angenommen, daß er in der Ver⸗ heißung treu und wahrhaftig und in der Erfül⸗ lung vollkommen mächtig ſei. — Dieß iſt die dreifältige Schnur, die mir nicht wird reißen.“ * „Als die Verführer und doch wahrhaftig.“ (2 Cor. 6, 8.) Chriſtus mußte es alles beides haben, daß er geiſtlich und leiblich der allergrößte Böswicht ge⸗ halten ward, geiſtlich ein Verführer und ein Ketzer, leiblich ein Aufrühreriſcher, der beide, Leib und Seele, verderbete. Den Titel müſſen alle Chriſten und Frommen haben, und wenn wir den Titel nicht haben, gehören wir nicht zu Chriſto. Es ſtehet nicht wohl um einen Prediger, wenn er Friede hat, und von niemand angefochten wird; es iſt ein Zeichen, daß er nicht die rechte Lehre hat. Denn dieſer Lehre Art iſt, daß ſie muß an⸗ gefochten werden. (Luther über Pſ. 112, 7.) * Beiſpiel göttlicher Langmuth gegen eine in hohen Anfechtungen ſtehende Seele. Es ſollen wohl Berge weichen und Hügel hin⸗ fallen; aber meine Gnade ſoll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens ſoll nicht hinfallen, ſpricht der HErr, dein Er⸗ barmer. (Jeſ. 54, 10.) Maria Hongwood (geb. 1527), die Ge⸗ mahlin des Ritters Hongwood in Kent, war eine ſehr fromme und chriſtliche Frau. Sie verfiel in ihrem Alter — ſie wurde 93 Jahre alt — in hohe geiſtliche Anfechtungen. In dieſem Zu⸗ ſtande zweifelte ſie an ihrer Seligkeit, und wollte ſich dieſelbe von Niemand zuſprechen laſſen. Da nun einſt einige Geiſtliche mit ihr redeten, und ihr die Gnade und das Heil in Chriſto zeigten, ſo ward ſie gleichſam in ihrem Unglauben entrü⸗ ſtet, und griff nach einem venetianiſchen Glaſe, und indem ſie ſprach, ſie wäre ſo gewiß verdammt, als dieſes Glas in Stücken breche, warf ſie das⸗ ſelbe wider die Erde. Allein das Glas blieb ganz. * Der Bann ſoll mit großer Furcht vollzogen werden. „Es iſt der Bann niemand ſchädlicher und ge⸗ fährlicher, als denen, die ihn fällen, ob er auch gleich recht und allein um Miſſethat willen gefället iſt, darum, daß ſie ſelten oder nimmer ſolche Mei⸗ nung haben“ (die Seelen der Verbannten zu retten), „dazu ohne Furcht handeln, nicht bedenken, wie vielleicht ſie vor Gott viel würdiger wären hun⸗ dert Bannen.“ (Luther. Opp. Hal. XIX, 1104.) Bekanntmachung. Diejenigen Prediger der Deutſchen Evang.⸗ Lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten, welche ihren ſtatiſtiſchen Bericht vom 1. Januar 1847 bis dahin 1848 nicht bereits eingeliefert haben, werden erſucht, dies binnen vier Wochen zu thun. Diejenigen, welche einen ſol⸗ chen ſtatiſtiſchen Bericht nicht liefern können, weil ſie vielleicht ſeit kurzer Zeit erſt fungiren, werden erſucht, wenigſtens a. den Namen und Wohnort (Stadt oder County nebſt Staat) ihrer Gemeinde oder Gemeinden, und b. den Namen ihres Poſt⸗ amts möglichſt deutlich anzugeben. Dieſe Ein⸗ ſendungen werden frankirt erbeten unter der Adreſſe: Rev. F. W. Husmann, Fort Wayne, Ind. St. Louis, Mo., den 1. Juli 1848. F. W. Husmann, d. z. Secretär der Synode. Beiſpiel eines chriſtlichen Gläubigers. Ein Knopfmacher zu Stadthagen in Weſt⸗ phalen, Wiebe war ſein Name, pflegte ſich im⸗ mer einen Vorrath von Kameelgarn und andern Arten von Garn kommen zu laſſen, um Manchem ſeiner Mitmeiſter für einen kleinen Gewinn damit aushelfen zu können. Auf ſolche Weiſe hatte er einem Knopfmacher in Lübecke einige Jahre her Garn geliefert, aber von demſelben keine Be⸗ zahlung erhalten. In der Folge blieb dieſer Mann ganz von ihm weg, ohne die Schuld zu berichtigen, die ſich auf Etwas über fünfzig Tha⸗ ler belief. Wiebe, der zwar nicht arm, aber doch auch kein reicher Mann war, machte ſich endlich ſelbſt auf den Weg nach Lübecke, um das Geld einzufordern. Er tritt in die Stube ſeines Schuldners, und findet überall Spuren des höch⸗ ſten Elendes; beſonders aber fällt ihm ein Knabe auf, der in der äußerſten Rohheit aufgewachſen war. Wiebe, der ſich vorgenommen hatte, im äußerſten Falle obrigkeitliche Hülfe in Anſpruch zu nehmen, wurde durch die drückend kümmerliche Lage ſeines Schuldners erweicht, und ſprach zu ihm: „Lieber Meiſter, ich ſehe wohl, Geld wird Er mir nicht geben können, ich will alſo Sei⸗ nen Sohn hier an Zahlungsſtatt an⸗ nehmen.“ Der arme Mann wußte zuerſt gar nicht, was er aus dieſem Antrage machen ſollte, und war dann ganz freudig erſtaunt, als ſein Gläubiger ihm die Schuld erließ und ſein ver⸗ wahrlostes Kind in Pflege und Erziehung nahm. VD NNNN WIINNNNN. „Müßte ich doch Hungers ſterben, wenn ich ſollte ein Lutheraner werden“, ſagte Dr. Eck zu Melanchthon. (Luc. 8, 14.) „Wer hält es mit den Lutheriſchen?“ — „Niemand, als der liebe Gott“, ſagte jener Jeſuit. (Eingeſandt.) Unterricht, wie ſich die Chriſten in Moſen ſchicken ſollen. (Durch Dr. M. Luther. [Im Auszuge.]) Wiewohl Gott ſonſt oft durch und mit den Menſchen auf Erden geredet hat, ſo iſt doch nie keine öffentliche Predigt vom Himmel herab ge⸗ ſchehen, denn nur zwei Mal. Die erſte Predigt ſtehet im andern Buch Moſis, da ſich Gott hat ſelbſt hören laſſen vom Himmel herab mit großer Pracht und herrlicher Gewalt zu der Zeit, da er dem Volke Israel Geſetz gab mit Donner und Blitzen, mit Rauch, Dampf und ſehr ſtarken Po⸗ ſaunen, welches das Volk alles hörte und darüber zitterte und erſchrack. Zum andern hat Gott noch eine andre öffentliche Predigt laſſen ausgehen durch den Heiligen Geiſt am Pfingſttage. Denn daſelbſt kam der Heilige Geiſt auch mit großer Pracht und äußerlichem Anſehen Actor. 2, 2—4. Die erſte Predigt und Lehre iſt das Geſetz Gottes; das andere das Evangelium. Dieſe zwo Predigten kommen nicht überein, darum muß man guten Verſtand darüber haben, daß man ſie wiſſe zu unterſcheiden und wiſſe, was Geſetz ſei und was das Evangelium. Das Geſetz gebeut und fordert von uns, was wir thun ſollen, iſt allein auf unſer Thun gericht und ſtehet im Fordern. Das Evan⸗ gelium aber predigt nicht, was wir thun und laſſen ſollen, ſondern wendet es um und thut das Widerſpiel und ſagt nicht: thue dieß, thue das, ſondern heißt uns nur den Schooß herhalten und nehmen und ſpricht: Siehe, lieber Menſch, das hat dir Gott gethan, er hat ſeinen Sohn für dich ins Fleiſch geſteckt, hat ihn um deinet willen er⸗ würgen laſſen und dich von Sünde, Tod, Teufel und Hölle errettet; das glaube und nimm es an, ſo wirſt du ſelig. Das Evangelium lehrt allein, was uns von Gott geſchenkt it, nicht was wir Gott geben und thun ſollen, wie das Geſetz pflegt zu thun. Das Geſetz Moſis geht die Juden an, welches uns forthin nicht mehr bindet. Denn das Geſetz iſt allein dem Volke Iſrael gegeben und die Heiden ſind hie ausgeſchloſſen. Wiewohl die Heiden auch etliche Geſetze gemein haben mit den Juden, als daß ein Gott ſei, daß man niemand beleidige, nicht die Ehe breche, noch ſtehle und dergleichen mehr, welches alles iſt ihnen natürlich in das Herz ge⸗ ſchrieben und habens nicht vam Himmel herab gehört, wie die Juden. Darum dieſer ganze Tert gebt die Heiden nicht an. Dieſes ſage ich um der Schwärmergeiſter willen. Denn ihr ſehet und höret, wie ſie den Moſen leſen und ziehen ihn hoch an, wollen etwas weiteres wiſſen, denn in dem Evangelio begriffen iſt, achten für flein den Glauben, geben für, es ſtehe im alten Teſtament, wollen nach dem Buchſtaben des Geſetzes Moſis das Volk regieren. Das wollen aber wir nicht geſtehen. Wir wollen Moſen nicht mehr für einen Geſetzgeber haben. Moſes iſt ein Mittler und Geſetzgeber geweſen des jüdiſchen Volkes allein. Wenn ich Moſen annehme in einem Gebot, ſo muß ich den ganzen Moſes annehmen; alſo würde folgen, wenn ich Moſen zum Geſetzgeber und Meiſter annehme, ſo müßte ich mich laſſen be⸗ ſchneiden, die Kleider waſchen nach jüdiſcher Weiſe, auch alſo eſſen und trinken und mich kleiden wie den Jüden im Geſetz geboten war. Moſes iſt todt, ſein Regiment iſt aus geweſen, da Chriſtus