# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1864_S89 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 89 eine Zeitlang widerstanden haben. Die Entscheidung über die Loyalität dieser Personen im Süden wird für den Prediger eine schwierige Aufgabe und es dürfte vielleicht am angemessensten sein, wenn er hierin das Verfahren der Ver. Staaten-Behörden befolgen und alle von denselben als loyal Anerkannten ebenso betrachten würde. Vielleicht dürfte es auch am Platze sein, ein besonderes Gelübde der Loyalität als Bedingung der Gliederschaft der Kirche zu fordern. Aber die kitzlichsten Fragen dürften sich in Betreff des Besitzes von Kirchen⸗eigenthum entspinnen. Dem Vernehmen gemäß hat der Kriegssecretair unsere Bischöfe beauftragt, das Eigenthum aufgelöster oder disloyaler Kirchen der südlichen Staaten in temporären Besitz zu nehmen. Loyale Mitglieder der südlichen Methodistengemeinden bleiben die gesetzlichen Eigenthümer der Kirchen und müssen für sich selbst entscheiden, unter welche (kirchliche) Gerichtsbarkeit sie treten wollen. Wo keine loyale Personen das Eigenthumsrecht verlassener südlicher Kirchen beanspruchen, da fallen dieselben der Ver. Staaten-Regierung zu.“ Der „Apologet“, Organ der deutschen Methodisten, klagt über seine Aussichten im J. 1864 und bemerkt dabei: „Politische Gesinnungen haben ohne Zweifel da und dort uns manche alten Unterschreiber entfremdet — besonders in Ohio und in Illinois. Wie sich frühere Freunde des Apologeten aus politischen Beweggründen von demselben lossagen können, ist uns unerklärlich, da derselbe in dieser Beziehung nicht gemäßigter auftreten könnte, ohne sich der Verletzung der heiligsten Pflichten gegen die Regierung des Landes und das allgemeine Wohl schuldig zu machen und als einen Feind von Wahrheit, Recht und Freiheit zu erweisen.“ Eine neue Kirche. Wie in Amerika neue Kirchen gemacht werden, davon theilt der „Fröhliche Botschafter“ von Dayton, Ohio, (ein Organ der „Verein. Br. in Christo“) vom 21. Jan. mit. Er schreibt: Unweit der Stadt Lebanon, Pa., so ungefähr 4 Meilen südöstlich von derselben, erbaute vor etwas länger als einem Jahre eine Gemeinde eine Kirche daselbst, im Namen und zum Gebrauch der „Vereinigten Brüder in Christo.“ Um dieselbe Zeit, und vielleicht noch etwas früher, kam es vielen Gliedern besagter Gemeinde in den Sinn, die Vereinigten Brüder, und besonders ihre Prediger, seien nicht gerade, was und wie sie sein sollten. Als daher die Ost-Pa.-Conferenz bei ihrer letzten Sitzung den Prediger, der den Bezirk, welcher besagte Gemeinde einschloß, bereisen sollte, bestimmte, da ließen diese Glieder es merken, daß sie besagten Prediger nicht hören wollten. Der Prediger sagte: „Wollen sie mich nicht hören, so will ich ihnen auch nicht predigen“, und ließ somit die Bestellung in der neuen Kirche fahren. Welche Prediger unter den verschiedenen Gemeinschaften diesen Leuten gefielen, diese luden sie ein, ihnen in der neuen Kirche zu predigen. So verging das Jahr unter abwechselndem Schelten von Seiten dieser Leute über die Kirchenzucht der Vereinigten Brüder und die Obrigkeit der Ver. Staaten. Gegen Ende des Jahres fiel es besagten Leuten ein, eine eigene Gemeinschaft zu bilden. Sie veranstalteten daher Application bei den gehörigen Autoritäten für einen Schutzbrief und eine Veränderung des Kaufbriefs der neuen Kirche. Und das sollen die Eigenthümlichkeiten der nachgesuchten Corporations-Akte sein: daß ihr Kirchspiel sich auf einen Umkreis von einer und einer halben Meile beschränken soll; daß, wer innerhalb dieses Umkreises wohnt, achtzehn Jahre alt ist und eine gewisse Summe Geldes bezahlt, der kann ein Glied der Kirche werden, unter andern Bedingungen soll aber Niemand in die Gemeinde aufgenommen werden; daß Niemand der Gemeinde predigen soll, ohne daß ihm zuvor bei einer öffentlichen Versammlung eine Bestallung von der Gemeinde bekannt gemacht wurde. Was sonst noch für Bedingungen in besagter nachgesuchten Akte sein sollen, ist mir bisher nicht gesagt worden. Da der Kaufbrief der neuen Kirche aber auf die Namen der Trustees und deren Nachfolger im Amte als anvertrautes Eigenthum der Kirche der Vereinigten Brüder in Christo ausgestellt ist, so suchen besagte Leute wohl vergebens, die Kirche an sich zu ziehen. Die nördlich gesinnten Katholiken der Vereinigten Staaten kommen jetzt mit ihrem offenbar mehr südlich gesinnten heiligen Vater in einen unangenehmen Conflict. Am deutlichsten läßt sich dies der „Wahrheitsfreund“ merken. In der Nummer desselben vom 27. Januar findet sich u. A. ein an seine „Gläubigen“ gerichtetes Schreiben des Erz⸗