# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1864_S87 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.-luth. Kirche in Preußen ꝛc. 87 Glieder eines äußeren Organismus von der verborgenen Gläubigen als einer göttlichen Werkstätte Macht soweit beherrscht werden, daß sie dem Zwecke dienen müssen, und keine Lüge mit der Wahrheit sich vermenge, so wird der in die Gemeinden Gottes eingedrungene Weltgeist die christliche Gemeinschaft nur in verzerrten Carricaturen wiedergeben. Lautere Vereinigung geht nur von der unsichtbaren Kirche, diesem festen Pfeiler und Grundsäule der Wahrheit, aus. Der Gläubigen in aller Welt sind aber viele, welche noch schwach sind in mancherlei menschlichen Gedanken und Opinionen, nur daß sie den Eckstein, den Fels des Heils nicht umstoßen noch verwerfen und eben darum Christen bleiben, welchen die Sünden und Fehler vergeben, die auch selbst, wenn Gott Frist schenket, etwa besser erleuchtet und unterrichtet werden. Nun, ihr allgemeines Bekenntniß zu Christo führt sich aus in einer besonderen Form und Gestaltung durch die lutherische Partikularkirche, wiewohl sie zu derselben nicht sich rechnen; gleichsam als ihre Vertreterin darf diese ja gar keine andere Lehre führen, als daß Gott um des Heils willen eine Gemeinde Seines Sohnes in das Dasein gerufen habe, welches der Maßstab für alles Andere sein müsse. Mit Recht erklären darum wir Lutheraner es für ein Uebel von weit geringerem Grade, wenn Mangel an wohl eingerichtetem Kirchenwesen, auch, im Fall es nicht abgewehrt werden könnte, in Bezug auf Disciplin sich zeige, auf das Höchste hingegen seelengefährlich, wenn der Vorwurf von Gesetzlichkeit an diesem hafte, so daß auch die stattlichste Kirchenverfassung, wenn sie nicht auf dem von Gott gelegten Grunde des Evangeliums ruhe, einem schön aussehenden, gleißenden Obste zu vergleichen sei, das von innen wurmstichig nur und faul ist. Scheiden wir das Gold der reinen Lehre recht, und nehmen wir sie immer klarer in den Verstand und lebendiger in das Herz auf; verdunkeln wir nicht die untadeligen Bestimmungen unserer Symbole durch eigenes Auslegen und künstliches Erfinden eines ihnen fremden Sinnes, geben wir ihren gesammten köstlichen und in heißen Kämpfen errungenen Inhalt als den von den Vätern angeeigneten und bejahten der göttlichen Offenbarungen nimmer auf. Was sie als Artikel unseres christlichen Glaubens, dem prophetischen und apostolischen Grunde gemäß in ihrer da gegebenen Gliederung organisch sich verbindend, uns überliefern, diese Summa, Inbegriff, Regel der Wahrheit zur Gottseligkeit ist es, wodurch die Bedeutung auch nur, welche der heil. Geist mit Seinem göttlichen Worte verknüpft hat, sich kund gibt, und der Zusammenhang der Kirche aller Zeiten hervorleuchtet. Wo der Analogie derselben widersprochen wird, da muß ein unreines Ferment das Ganze durchsäuert haben. Solches öffentliche Zeugniß der Symbole von dem der Kirche anvertrauten Lehrgehalt spricht das verdammende Urtheil darüber aus. Aus dem inneren Leben der Gemeinden heraus, vom Glauben der allgemeinen Kirche getragen und durchdrungen, muß die Ordnung frei sich gestalten, wenn nicht alles Wachsthum, Uebung der geistlichen Lebenskraft und ernstliche Theilnahme am Kirchenorganismus erstarren soll. Wo dieses