# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1864_S85 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.-luth. Kirche in Preußen ꝛc. 85 versammelt sind“ ꝛc. — welche Verheißungen nun alle doch nur den Gläubigen gelten können, also daß nur diejenigen auf Erden Sünden erlassen und behalten, welche den heil. Geist empfangen, nicht die Welt, Joh. 20, 22 fg. 14, 17., und von wem kann ich deß nur gewiß sein, als von der Kirche, welche im Geist verborgen ist und allein geglaubt wird, d. i. der unsichtbaren? Darum schreibt Luther an den Rath und Gemeinde der Stadt Prag: „Derhalben ihr nicht zweifeln sollt, ob bei euch die Kirche sei, so schon nur zehn oder sechs wären, die also das Wort hätten; denn alles, was dieselben thäten in dieser Sache, auch durch Mitverwilligung der Anderen, so noch nicht haben das Wort, noch sollte man gewißlich dafür halten, Christus hätte es gethan, wo sie nur die Sache in Demüthigkeit und mit Gebet, wie wir gesagt haben, handeln würden.“ Und es ist unrecht, zu sagen: „Ist die Kirche eine Mutter in einem bloß mystischen Sinne, als unsichtbare, dann kann sie nicht so sprechen, daß ich zu erkennen vermöchte, sie habe gesprochen.“ (Vhdlungen S. 70.) Wenn nun mehrere Gemeinden, durch die Vorsehung Gottes geleitet, der sie innerhalb gewisser Grenzen des Landes, der Sprache, der Nationalität ꝛc. gesetzt, durch die Vertheilung der zur Erbauung des Leibes Christi verliehenen Gaben weithin unter sie auf das Wohlthätige und dem Willen des einigen Hauptes Entsprechende einer auch äußeren Verbindung unter einander hingewiesen, durch eine einheitliche Leitung die insgesammt vorhandenen Kräfte einer jeden von ihnen nach ihrem Bedürfniß dienstbar machen, und zu einer reicheren und kräftigeren Ausführung der höchsten Zwecke des Reiches Gottes auch auf diese Weise fleißig sind zu halten die Einigkeit des Geistes: so geht ja dieser Bau eines Gesammtkreises, weit entfernt göttlichen Rechts und Moment zur Kirchenbildung zu sein, aus der unsichtbaren Gemeinschaft im Glauben und heiligen Geiste hervor. Dieses Bewußtsein in den gläubigen Herzen einer Ortsgemeinde von dem Zusammenhang mit der Gemeinde der Heiligen — ja nicht bloß innerhalb ihrer gegenwärtigen Verfassungsgemeinschaft, sondern auch zu jeder Zeit und an jedem Orte der Erde von Jahrhundert zu Jahrhundert — ist es, was uns Missourier vom Independentismus wesentlich scheidet, mit dessen eigenmächtigem isolirenden Beschränken, Losreißen und Abbrechen von der heiligen Mutter vermöge eines Gemisches von reformirtem Rationalismus und Fanatismus wir nichts zu thun haben, wiewohl wir in demselben manches Gottes geoffenbartem Wort Gemäße unter seinen menschlichen Irrthümern nicht leugnen. Aber auch für solchen Verband einer Gesammtkirche hat man nicht zu vergessen, daß die Kirche nach Luthers Worten „wohl stehen bleiben würde, wenn schon ein Dorfpfarrer zugleich Bischof, Erzbischof und Papst wäre, und die einzelnen bloß durch Eintracht, wie Cyprianus sagt, und der Brauch der ersten Kirche gewesen ist, an einander hingen;“ gleichwie er die Art für am besten erklärt, „die Sünden zu züchtigen, wenn ein jeder Pfarrer in seiner Pfarre den Büßenden bände und löste.“ (Lpz. Disp. 1519. Vgl. Schmalk. Artt. Anh. von der Bischöfe Gewalt ꝛc.) Der heil. Apostel Paulus nennt zufolge der Rede Christi Matth. 18, 19 fg.