# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1864_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 56 Wie und warum Herr Dr. Seyffarth so zornig ist? gischer Zeitschriften, aber der Geist, der in ihnen treibt, sei es nun des Teufels Geist, oder sei es Gottes Geist, ist recht eigentlich der Gegenstand, von kirchlichen Blättern erfaßt und aufgedeckt werden soll. Professor Walther hat dies nun gethan in seinem Vorwort von 1863, er hat auch diesen Unterschied klar aufgezeigt und durchweg festgehalten. Er sagt: „Wenn wir uns nun über die jetzt agitirte Sclavereifrage aussprechen, so erklären wir nochmals von vornherein, daß wir es hier nicht mit einer Emancipation der Sclaven zu thun haben, die aus politischen Gründen und auf gesetzlichem Wege von der Obrigkeit selbst angestrebt wird; denn dies ist nicht nur ein Gegenstand, der nicht in das Gebiet der Theologie gehört, sondern hier gilt uns auch als Christen einfach das Wort Gottes: „„Seid unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über euch hat.““ Was uns hier beschäftigt, ist die Frage, ob Sclaverei, ob namentlich das Verhältniß des Herrn zu seinem Sclaven an sich, das ist, schon seinem Wesen nach Sünde, oder ob diesem Verhältniß nur in concreto die Sünde als ein Accidens anhänge, wie allen Verhältnissen unter den von Natur grundverderbten Menschen, wie z. B. zwischen Arm und Reich, zwischen Käufer und Verkäufer, ob also die Sclaverei als eine Sünde unter allen Umständen zu bekämpfen und abzuschaffen, oder ob von den Christen als Christen in jedem Falle nur darauf hinzuwirken sei, daß das damit verknüpfte Sündliche abgethan werde und daß der Herr sich gegen seinen Sclaven, der Sclav sich gegen seinen Herrn nach Gottes Willen und Vorschrift, nach den Gesetzen der Gerechtigkeit, Billigkeit und Liebe verhalte. Diesen status controversiæ vorausgesetzt, halten wir denn dafür, daß der Abolitionismus, welcher die Sclaverei für ein an sich sündhaftes Verhältniß und jeden Herrn eines Sclaven somit für einen Verbrecher hält und erklärt, und daher erstere unter allen Umständen abgeschafft wissen will, ein Kind des Unglaubens und seiner Entfaltungen, des Rationalismus, des deistischen Philanthropismus, des Pantheismus, Materialismus, Atheismus, und ein Bruder des modernen Socialismus, Jacobinismus, Communismus, sowie der Emancipation des Weibes und Rehabilitation des Fleisches sei.“ Ferner: „Aber, wird man uns hier zurufen, wie? verlangt denn das Evangelium kein Herz für das so oft furchtbare Loos der armen Sclaven? Verlangt denn das Evangelium, daß man gefühllos bleibe bei den Thränen und Seufzern, welche jenen Unglücklichen durch entmenschte Herrn ausgepreßt werden? Verlangt das Evangelium nicht, daß man möglichst thätig sei, daß die Greuel, welche offenbar so vielfach mit der Sclaverei verbunden sind, abgeschafft werden? Oder überzieht das Evangelium alle diese zum Himmel schreienden Scheußlichkeiten völliger geistlicher Verwahrlosung, völliger Rechtlosigkeit, der Ehezerreißung, der Grausamkeit u. s. w. mit einem Heiligenschein? — Wir antworten: das sei ferne! Wir haben schon oben auf jene Stellen, Gen. 18, 19., 17, 12. Exod. 20, 10. Deut. 5, 14. Exod. 12, 44., 21, 26. 27. Hiob 31, 13. Ephes.