# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1864_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Wie und warum Herr Dr. Seyffarth so zornig ist? 55 punkt, ja selbst einige Grade unter Null, da man endlich sogar seine gründlichen College⸗Reform-Vorschläge, nach denen die Studenten z. B. sogar statt des nervenzerrüttenden Kaffees des Morgens sanfte Mehlsuppe haben sollten, gerade nicht sonderlich beachtete. Verstimmt, verletzt verließ der Doctor der ägyptischen Alterthümer das undankbare, blinde St. Louis und ging wieder dahin, wo man seinen Werth besser zu schätzen verstand, nach dem feurigen New York. Zwar war der Abschied äußerlich im Frieden; allein, allein es sollte sich doch bald zeigen, was es auf sich hat, des Leuen Zorn zu wecken — was es sagen will, einen ägyptischen Doctor gereizt und gegen sich zu haben. — Wenn es je Noth that, dem humanistischen Freiheits⸗Schwindel⸗Geiste, der die ganze Welt und zumal auch Amerika wie ein Pesthauch aus der Hölle durchzieht, mit aller Entschiedenheit und Kraft entgegenzutreten; so verlangte es gerade unsere unglückselige Zeit, in welcher der Teufel, je mehr Knechtschaft und Mord er im Sinne hat, desto lauter und allgemeiner Freiheit, Liebe, Humanismus und Glückseligkeit auf dieser Welt brüllt, — eine Zeit, in welcher der Teufel auf einmal fromm wird und auch eine Sünde aus der Welt haben will. Der Gedanke: es ist unter allen Umständen Sünde und Greuel, wenn ein Mensch eines andern Menschen leibeigener Knecht, sein Sklav ist, und dieser Sünden⸗Greuel muß getilgt, aus dem Lande geschafft werden, — dieser Gedanke, dieser heilige Abolitionismus ist das höchste Dogma der herrschenden Zeit⸗Religion, der Herzschlag des amerikanischen, frommen Geistes. Gott will aber haben, daß man diesem frommen, liebevollen Geiste in die Zähne speie, denn es ist des Teufels Geist. Gott will haben, daß man das Gegentheil „lehrt und ermahnt,“ 1 Tim. 6, 1 f.: „Die Knechte, so unter dem Joch sind, sollen ihre Herrn aller Ehren werth halten, auf daß nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werde. Welche aber gläubige Herren haben, sollen dieselben nicht verachten (mit dem Schein) daß sie Brüder sind; sondern sollen vielmehr dienstbar sein, dieweil sie gläubig und geliebt und der Wohlthat theilhaftig sind. Solches lehre und ermahne. So Jemand anders lehrt, und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres HErrn Jesu Christi, und bei der Lehre von der Gottseligkeit: der ist verdüstert und weiß nichts.“ Daß die Missouri⸗Synode, vielleicht außer der Norwegischen die einzige in Amerika, sich klar und scharf gegen diese amerikanische Teufels⸗Frömmigkeit ausgesprochen hat, daß sie Haß, Verfolgung, Schmach, Lästerung nichts achtet, wenn es die Wahrheit der heil. Schrift gilt; das ist ihr Ruhm am jüngsten Tage vor dem Throne Gottes. Gott sei gelobt und gepriesen, daß wir Männer unter uns haben, die dem Zeitgeiste nicht weichen, keine Politiker, die den Mantel nach dem Winde hängen, keine stummen Hunde, die sich durch gefährliche Zeiten glücklich hindurch zu schweigen verstehen. Beide unsere Zeitschriften, der „Lutheraner,“ wie „Lehre und Wehre,“ haben unumwundenes Zeugniß abgelegt gegen den abolitionistischen Geist. Die eigenthümlichen politischen Verhältnisse gehören nicht in den Bereich religiöser und theolo⸗