# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1864_S53 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Wie und warum Herr Dr. Seyffarth so zornig ist? 53 durchaus dem gemeinschaftlichen Tode sich preisgeben. Zur Strafe (in polemicis) ist dies (zu wissen) nütze 1. wider die Papisten. Denn bei diesen ist es selbst den Bischöfen erlaubt, vom Altare zu den Waffen überzugehen. . . 2. Gegen die Calvinisten, welche den Kirchendienern dieselbe Freiheit gestatten. Von Zwingli habe ich schon gesagt.*) In ebenderselben Schlacht wurden zugleich mit ihm andere sechszehn Kirchendiener getödtet. In unserem Säculum, im Jahre 21, wurde in der Belagerung von Montauban Chamier (ein Mann von großem Rufe bei den Huguenotten, welcher als Pastor in Montauban fungirte), obgleich er durch eine Schutzmauer gedeckt war, durch eine Kanonenkugel in Stücke zerrissen; kampfgerüstet war der kühne Mensch in eisernem Brustharnisch und einen Wurfspieß in der Hand an diesen Ort gekommen, um den Soldaten Muth einzuflößen, wie Grammond L. 10. p. 501. berichtet. Anders wagt auch Voetius solche Thaten nicht zu vertheidigen (Polit. Eccles. Part. I. lib. 4. p. 370), als daß sie dies nicht gethan hätten als Usurpatoren politischer Gewalt, sondern als religiöse Männer, welche dieselbe respectirten, nehmlich als private Unterthanen und Diener ihrer Fürsten oder Obrigkeiten, deren Anführung und Auctorität sie Gehorsam geleistet, ja, auch auf Geheiß an ihrem Theile als gute Bürger Dienst gethan, so weit nach ihrer Meinung dieser Gehorsam nicht mit Gott und einem guten Gewissen gestritten hätte. Aber dieses ist von ihnen außer dem Nothfall, aus freien Stücken, wie die Geschichte bezeugt, geschehen und daher vermöge einer Sorge um fremde Dinge der oben angegebenen Regel zuwider.“ (Theol. positivo-polem. P. II. Loc. 19. aphorism. 19. p. 554 sq.) (Eingesandt.) Wie und warum Herr Dr. Seyffarth so zornig ist? Herr Prof. Seyffarth hatte bekanntlich in Deutschland kein besonderes Glück, er war zwar fruchtbar genug im Büchermachen, aber die undankbaren Deutschländer wollten nicht begreifen, welches Licht sie da anleuchtete. Der Professor mußte klagen, daß seine herrlichen Schätze als Makulatur ein Fraß der Motten und Mäuse, und von gefühllosen Ladendienern als hindernder Ballast in die fernsten Ecken der Waarenhäuser transportirt würden. Europamüde verließ er daher ein undankbares Vaterland, und suchte als der große Unbekannte sein Glück an der neuen Welt jugendlichen Gestaden. Und siehe, Fortuna war ihm hold! Wunderbar, hier, hier im Lande der materiellen Interessen, wo man nur Verstand und Beurtheilung von Welschkorn und Pork erwarten sollte, hier kam der so lange grausam Verkannte zur Anerkennung, zur glorreichen Anerkennung! — Wie in einer Nacht, mit einem Blick hatte besonders Hr. Dr. Stohlmann alle Werke Seyffarth's durchblickt, die Tiefen erkannt, die Höhen ermessen, die Breiten und Längen *) Selbst auf dem Marburger Colloquium erschien er in schwarzem Wappenrock und das Gewehr am Gürtel. Unschuld. Nachr. 1709. S. 808.