# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1864_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 50 Kirchendienst und Kriegsdienst. So schreibt z. B. Luther im Jahre 1528: „Wie viel, meinest du, sind wohl der Kriege gewest wider den Türken, darinnen wir nicht großen Schaden empfangen haben, wenn die Bischöfe und Geistlichen dabei gewest? Wie jämmerlich ward der feine König Laßla zu Varna mit seinen Bischöfen vom Türken geschlagen, daß solch Unglück auch die Hungern selbst dem Cardinal Juliano Schuld gaben und darum erstachen. Und jetzt neulich der König Ludwig sollt vielleicht glückseliger gestritten haben, wo er nicht ein Pfaffenheer oder, wie sie rühmen, ein Christenheer geführt hätte wider den Türken. Und wenn ich Kaiser, König oder Fürst wäre im Zug wider den Türken, wollt ich meine Bischöfe und Pfaffen vermahnen, daß sie daheime blieben, ihres Amts mit Fasten, Lesen, Predigen und armer Leute warten, wie sie nicht allein die h. Schrift, sondern auch ihr eigen geistlich Recht lehret und fordert. Wo sie aber darüber, als die Ungehorsamen wider Gott und ihr eigen Recht, wollten ja mit im Kriege sein, wollt ich sie mit der Gewalt lehren ihres Amts warten und mich sammt meinem Heer nicht also durch ihren Ungehorsam in Gottes Zorn und alle Fahr setzen lassen; denn es sollt mir unschädlicher sein, drei Teufel im Heer haben, denn Einen ungehorsamen, abtrünnigen Bischof, der seines Amts vergesse und eines unbefohlenen sich unterwinde; denn es kann kein Glück sein bei solchen Leuten, die Gott und ihren eignen Rechten widerfechten. Ich habe von feinen Kriegsleuten gehört, die da meinten, der König von Frankreich, da er vor Pavia geschlagen ward vom Kaiser, habe alle sein Unglück daher gehabt, daß er des Pabsts oder, wie sie rühmen, der Kirchen Volk bei sich hatte. Denn nachdem dasselbige in sein Lager kam mit großem Geschrei: Ecclesia! Ecclesia! Hie Kirche! Hie Kirche! sei hinfort kein Glück mehr da gewesen. Solches sagen die Kriegsleute und wissen vielleicht die Ursachen nicht, daß dem Pabst (als der ein Christ, ja der öberst und beste Christen⸗Prediger sein will,) nicht gebührt, ein Kirchenheer oder Christenheer zu führen; denn die Kirche soll nicht streiten, noch mit dem Schwert fechten; sie hat andere Feinde, denn Fleisch und Blut, welche heißen die bösen Teufel in der Luft, Ephes. 6, 12. Darum hat sie auch andere Waffen und Schwert und andere Kriege, damit sie zu schaffen genug hat, darf sich in des Kaisers oder Fürsten Kriege nicht mengen; denn die Schrift sagt, es soll kein Glück da sein, wo man Gott ungehorsam ist. Wiederum, wenn ich ein Kriegsmann wäre und sähe zu Felde ein Pfaffen⸗ oder Creuzpanier, wenn's gleich ein Crucifix selbst wäre, so wollt ich davon laufen, als jagte mich der Teufel; und ob sie gleich einen Sieg gewönnen durch Gottes Verhängniß, wollte ich doch der Ausbeute und Freuden nicht theilhaftig sein. Wollte es doch dem bösen Eisenfresser Pabst Julius nicht gelingen, welcher schier ein halber Teufel war, er mußte zuletzt Kaiser Maximilian anrufen und denselbigen lassen des Spiels warten, ungeacht ob Julius mehr Geld, Waffen und Volk hatte. So meine ich ja, es habe diesem nächsten Pabst Clemens sein Kriegen fast wohl gelungen! welchen man doch schier für einen Kriegesgott hielt, so lang, bis er Rom mit allem Gut