# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1864_S48 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 48 Kirchendienst und Kriegsdienst. auch den Feinden unsers Glaubens, die von uns begehren, daß wir die Waffen des gemeinen Besten halben ergreifen und Menschen tödten sollen, so antworten: Eure eigenen Priester, die der Götzenbilder warten und den Dienst in den Tempeln der Götter verrichten, halten ihre Hände der Opfer halben rein und unbefleckt, und sehen sich vor, daß sie die Opfer, die euren sogenannten Göttern gewidmet sind, ja nicht mit Händen, die durch Blut und Mord besudelt sind, darbringen mögen. Daher pflegt man auch nie die Priester, wenn ein Krieg entsteht, zu Soldaten zu machen. Ist dieses vernünftig, wie weit mehr vernünftig wird es dann sein, daß diejenigen, die Celsus zum Streit ermahnt, als Priester und Diener des allerhöchsten Gottes die Waffen nicht ergreifen, wenn sie von andern ergriffen werden und, indem sie ihre Hände rein und vom Blute un⸗ befleckt erhalten, mit ihrem Gebete für diejenigen, die rechtmäßige Kriege führen, streiten und demjenigen, der rechtmäßig herrscht, von Gott erbitten, daß er alle Feinde und was sich denen, die Gerechtigkeit lieben, widersetzt, vertilgen und überwinden möge. Wir leisten auch den Kaisern und Königen größere Dienste, als ihre Heere und Soldaten, wenn wir mit unserm Gebete die bösen Geister in die Flucht schlagen, die sich bemühen, Kriege zu erregen und die Menschen zu reizen, daß sie die Verträge brechen und dadurch den Frieden stören. Wir nehmen einen Theil der Arbeiten, die das gemeine Beste erfordert, auf uns, wenn wir zu unserm Gebete, das wir Gott schuldig sind, allerhand Andachten und Uebungen setzen, die uns lehren, die Wollüste zu verachten und unsere Seele denselben nicht zu ergeben. Niemand streitet endlich mehr für den Kaiser, als wir. Wir ziehen zwar unter ihm nicht zu Felde, und würden es nicht thun, wenn er uns dazu zwingen wollte; allein wir führen dennoch die Waffen für ihn, wenn wir durch unser Gebet zu Gott ein besonderes Lager der Gottseligkeit schlagen.“ (Origenes acht Bb. von der Wahrheit der christlichen Religion wider den Weltweisen Celsus. Uebers. von J. Lorenz Mosheim. Hamburg, 1745. 4. S. 892 f.) Zwar geht Ori⸗ genes hier offenbar zu weit, wenn er, wie es scheint, es allen Christen zur Sünde macht, Kriegsdienste zu thun, und sogar erklärt, daß dieselben auch dem Rufe des Kaisers in das Feld nicht Folge leisten sollten und würden; er steht hiermit auch mit sich selbst im Widerspruch, da er es nicht leugnet, daß es rechtmäßige Kriege geben könne, die der Christ mit seinem Gebet unterstützen müsse; allein nichts desto weniger bleibt dieses Zeugniß ein Beleg dafür, daß die Christen der ersten Jahrhunderte jedenfalls den Kirchen⸗ dienst und den Kriegsdienst als mit einander unvereinbar angesehen haben. Vom vierten Jahrhundert an haben denn die meisten Concilien Be⸗ schlüsse gefaßt, daß kein Kleriker freiwillig Kriegsdienste thun dürfe, theils bei Verlust seines klerikalen Charakters, theils auch bei Strafe des Bannes. Um hiervon nur einige wenige anzuführen, so heißt es in dem 8. Kanon des Concils von Toledo vom Jahre 400: „Wer nach der Taufe Soldaten⸗ dienste genommen hat und nachgehends unter den Klerus aufgenommen worden ist, soll nie die Diakonatswürde erlangen, wenn er auch schon ni⸗