# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1864_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.⸗luth. Kirche in Preußen ꝛc. 43 verachten. (Vgl. Apol. f. 94. a.: „Der allergrößte, heiligste, nöthigste, höchste Gottesdienst, welchen Gott im ersten und andern Gebot als das Größte hat gefordert, ist Gottes Wort predigen, denn das Predigtamt ist das höchste Amt in der Kirche.“ Galat. 6, 6., von Luther und den alten Theologen immer zum 3. Gebot gerechnet, weist unverkennbar auf göttliche Sanktion des Lehr⸗ amtes hin.) Kann solches nicht geleugnet werden, so folgt daraus, daß, wenn der HErr Seiner Kirche auf Erden Evangelium, (Absolution,) Taufe und Abendmahl, dazu auch Werkzeuge, früher Apostel, Propheten, Evange⸗ listen, jetzt immer noch Hirten und Lehrer verleiht, man diese letztern zur Ver⸗ waltung der Gnadenmittel bestellen soll. Sie sind geschenkt zur öffentlichen Führung und Handhabung des Prophetenthums als der unveräußerlichen Grundlage aller Herrlichkeit der priesterlichen und königlichen Heiligen, also damit das Wort Christi seinen vollen Nutzen schaffe, und seine Wirksamkeit in gehöriger Ordnung sich weit ausbreite, und an recht Vielen, zu gleicher Zeit und oft, zur Bekehrung und Erhaltung seine Kraft erzeige. Der ein⸗ zige Weg, auf welchem das himmlische Gut der Mundbotschaft vom Heil, das Amt, welches die Versöhnung predigt, in Berufene gelegt wird, d. h. zu ihnen gelangt, ist und kann kein anderer sein, als die Uebertragung — „durch ein jedes lebendige Gliedmaß Jesu Christi, das sein Theil und Gerechtigkeit zu Allem, was zum Kirchendienst gehöret, hat;“ und gleichwohl ist derselbe, wenn er von hierzu Ausgesonderten zur Spendung der Gnadenmittel in Vollzug gesetzt wird, kein bloßer Gemeindedienst, keine Gemeindevollmacht, sondern vielmehr Stiftung und Machtvollkommenheit Christi, welcher Sein Reich der Gnade nichts Anderm, als dem Weiden mit der Lehre untergeben hat, Matth. 28, 20. Joh. 21, 15—17., von dem auch, was an den Knechten Göttliches sich findet, sammt dem gepre⸗ digten und gehörten Worte selbst geschenket ist. In ihren Amtsdienst mün⸗ den als in einen Mittelpunkt die Erscheinungen alle jenes geistlichen und unsichtbaren Organismus, den die lebendige Einheit und Freiheit der Glie⸗ der in dem H. Geist, ein jegliches in der ihm von Gott gewordenen Mitthei⸗ lung, bildet. Der durch das Wort und den Glauben geschaffene und er⸗ baute geistliche Leib des HErrn Jesu ist in anderer Beziehung die Seele der in die Erscheinung tretenden leiblichen, äußeren Christenheit, die in dem Maße erstirbt, als jene aus ihr zu verschwinden drohet; dem, was diese thut, liegt die geistige Macht der innerlichen zum Grunde; das Amt in seiner eigentlichen Verwirklichung bleibt stets an sich die herrliche Frucht der auch hierauf sich beziehenden Thätigkeit des unsichtbar und erhöht diese in und durch Seine Gemeinde fortsetzenden Hauptes, als solche tritt es heraus aus dem verborgnen Schoße seiner erzeugenden Quelle; nur daß, je todeskranker der Leib ist, desto minder die Seele sich erweisen kann, wodurch dann freilich es kommen muß, daß oft Prediger nur als Aergernisse am äußeren Leibe zu dessen größtem Schaden, ja als Apostel des Zorns, oder bei mehr oder weni⸗ ger reiner Lehre auf den Lippen zu weit schwächerm Nutzen hangen, und allerlei Unordnung, Fehl, Mißbrauch oder gewaltthätige Unterdrückung des