# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1864_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 29 II. Ausland. Hessen. Folgendes lesen wir im Waldecker Sonntagsboten Nr. 39 v. J.: Die ev.⸗luth. Einigung in Hessen-Darmstadt, eine Verbindung lutherischer Pastoren zu gemein⸗ samer Fürbitte und Arbeit für die luth. Kirche, zur Lehre und Wehre, für innere und äußere Mission — umfaßt wieder gegen 50 Mitglieder. Und sie haben schöne Zeugnisse abgelegt. Der HErr sei ihr Schild um sie, und Sein Wort ihr Thau. Hannover. Am 6. Oct. v. J. begann hier die mehrerwähnte Vorsynode. Cul⸗ tusminister Lichtenberg, als Bevollmächtigter des Königs, eröffnete dieselbe mit einer Rede, worin er u. A. erklärte, „daß es hier nur darauf ankommt, unter Fernhalten jedes An⸗ tastens des Bekenntnisses der Kirche für die Verfassung derselben Formen zu finden, die sich auch größeren Aufgaben gegenüber ausreichend erweisen.“ Zum Präsidenten wurde Graf v. Bennigsen und zum Vicepräsidenten Oberconsistorialrath Dr. Rupstein erwählt. Pfalz. Im Volksblatte für Stadt und Land schreibt ein Pfälzer: „Den Pfar⸗ rern sind namentlich die schlechten Wahlen zur Synode und damit ihr Ergebniß zu danken; im letzten Grunde sind sie dafür verantwortlich. (Es wurde nehmlich noch nach dem alten guten Wahlgesetze gewählt, wobei die Geistlichen keinen geringen Einfluß hatten. Dennoch fielen im Ganzen nur 6 Wahlen kirchlich aus.) Hier ist die bedenklichste Schat⸗ tenseite unseres Kirchenwesens, und eben die Beschaffenheit der Geistlichkeit, ihre durch⸗ gängige Charakterlosigkeit läßt für die Zukunft alles fürchten, wenig hoffen.“ Nathusius bemerkt dazu: „Es versteht sich dabei doch, daß der Verfasser die treue Schaar, die um den Kirchenboten steht, ausnimmt.“ Vergleichen wir hiermit die Wahlen zur Vor⸗ synode in Hannover, so sind dieselben, gerade so weit sie von dem Einfluß des Ministeriums des ganzen Landes abhingen, so ausgefallen, wie man es nur wünschen konnte, denn obgleich unter den Gewählten weder Petri noch Harms sich finden, so treffen wir doch darin Männer, wie Generalsuperintendent Saxer, Consistorialrath Münchmeyer, die PP. Ernst, Dr. Münkel, Hardeland, Dr. Lührs u. A. an. Die Schullehrer in Hannover haben vergeblich das Wort dafür genommen, daß auch sie als Schullehrer in der Synode vertreten sein sollten. Die Liberalen, welche 1848 dieselben „unter ihre Flügel nahmen, um mit ihnen Geschäfte zu machen,“ wollen jetzt nichts von ihnen wissen, weil sie, wie die Zig. für Nordd. selbst sagt, jetzt „das geistliche Element“ verstärken würden. Dr. Münkel schreibt daher: „Wir lernen hieraus, daß auch der Lehrerstand seit 1848 eine starke Umwandlung zum Bessern erfahren hat. Es scheint, als wenn er in seiner Gesinnung dem Predigerstande nichts nachgäbe; einige wollen wissen, daß er ihm sogar noch voranstände, und an Beweisen hat es nicht gefehlt, die uns zum Danke gegen Gott auffordern und ermuthigende Blicke in die Zukunft thun lassen. So lange sind wir noch auf dem Plan und haben Grund, die Häupter emporzuheben, als der geistliche Stand, Lehrer und Prediger, unverzagt in Einigkeit des Geistes zusam⸗ menstehen und des Herrn Werk betreiben wird. Dahin ist jetzt vor allen Dingen zu sehen. Die Kirche ist gesunken durch die Geistlichen, sie muß auch durch sie wieder gehoben und gebaut werden in aller Geduld und Lehre.“ Jahresversammlung des Gustav Adolfvereins; die zwanzigste, am 1., 2. und 3. Septbr. v. J. in Lübeck abgehalten, war nicht so zahlreich als voriges Jahr besucht, was sich genügend aus der Lage des Festortes erklärt. Verhältnißmäßig am we⸗ nigsten hatten sich die Nachbarländer betheiligt, und Meklenburg gar nicht. Meklenburg allein hat noch keinen G.-A.-Verein. Am 2. Septbr. erstattete der Prälat Zimmer⸗ mann, anstatt des Pastors Howard, den Jahresbericht. Durch 48 neue Zweigvereine ist der Verein auf 1200 Vereine erhöht. Daß er noch immer im Wachsen ist, zeigt die Jah⸗ reseinnahme von 175,038 Thlr. Besondere Schenkungen sind bis zum Betrage von 6000 Thlr. erfolgt von dem preußischen Könige, der früher so vereinsfeindlichen österreichischen Regierung und von Privatleuten. Unterstützt wurden 346 Gemeinden in Deutschland, 72 in Ungarn, 43 in preußisch Polen, 56 in Oesterreich, 23 in Frankreich, 11 in der Türkei, 8 in Holland, 6 in der Schweiz, 5 in Italien, 4 in Amerika, 3 in Belgien, 2 in Portugal, 2 in